DER setzt auf Virtualisierung und Wyse Zero Clients

Amadeus reist bei DER Deutsches Reisebüro virtuell

Seit Ende 2010 steht Amadeus – das Flaggschiff der ­Reisebüro-Anwendungen – bei DER Deutsches Reisebüro virtualisiert an allen 2.300 Arbeitsplätzen für die ­persönliche Beratung der Kunden zur Verfügung.

Sand & Meer, Bildquelle: iStockphoto.com/vintagerobot

Die DER Deutsches Reisebüro GmbH & Co. OHG gehört mit ihren Marken Atlasreisen, DER Reisebüro und FCm Travel Solutions zur Touristiksparte der Rewe Group. Sie ist Deutschlands größte Reisebürokette und bietet kompetente Beratung und Verkauf von Reiseleistungen. Die Angebotspalette umfasst das gesamte Sortiment der großen Reiseveranstalter: von Urlaubsreisen bis zu Eintrittskarten und Reiseversicherungen. Wer seine Reisen heute in einem der bundesweit etwa 580 Reisebüros bucht, schätzt die persönliche Beratung, die er dort bekommt. Die Reisebüromitarbeiter finden für ihre Kunden gezielt die passenden Reisen, übernehmen Buchungen, informieren über notwendige Impfungen und Visa. Ihr wichtigstes Werkzeug dabei heißt Amadeus Selling Platform.

Die IT-Landschaft bei DER war dezentral organisiert: In den Reisebüros gab es Gruppen von bis zu 15 Arbeitsplatzrechnern, die über ein dediziertes VPNf mit der Zentrale und mit dem Internet verbunden waren. „Gab es Fehler, Ausfälle oder sollte ein neuer Arbeitsplatz eingerichtet werden“, erinnert sich Michael Klein, IT-Verantwortlicher für die DER Reisebüros, „dann musste sich in vielen Fällen ein IT-Service-Mitarbeiter auf den Weg machen und vor Ort Support leisten – ein enormer Kosten- und Zeitaufwand.“

Darüber hinaus waren viele Informationen, wie Personaleinsatzpläne oder lokale Marketingaktionen, nur auf den Rechnern in den Reisebüros gespeichert, was ein Sicherheitsrisiko bedeutet und leicht Datenverluste nach sich zieht. „Die über 2.300 Arbeitsplätze in unseren Reisebüros sollten daher zentral organisiert und alle benötigten Informationen und Applikationen – ganz besonders die Amadeus Selling Platform – über eine mit VMware virtualisierte Infrastruktur auf Thin Clients bereitgestellt werden.“ Die IT-Abteilung nutzte den Umzug der DER-Zentrale von Köln nach Frankfurt Anfang 2009 für ein Pilotprojekt: 40 Arbeitsplätze aus der Kölner Zentrale sowie 80 weitere in Filialen und Home Offices wurden auf die neue Architektur mit virtualisierter Infrastruktur umgestellt. Der Jungfernflug des Testpiloten gelang.

Bei der Auswahl der Virtualisierungssoftware hatte DER verschiedene Anbieter geprüft und sich am Ende für VMware entschieden. Die Reisebürokette setzt für die virtuellen Server auf ESX 3.5/4.0 und vSphere 4.0. Für die Desktop-Virtualisierung sorgt VMware View 4. Der Virtualisierungsspezialist machte im Vergleich zu anderen Anbietern das Rennen, weil das Programm die Funktionalität der Selling Platform am besten unterstützt. „Amadeus läuft auf den virtuellen Desktops nun schneller als je zuvor“, berichtet der Projektleiter Sascha Karbginski. „Darüber hinaus ermöglicht VMware View 4 dank des integrierten PCoIP-Protokolls (PC over IP) auch die Wiedergabe von Flash-Videos. Eine Funktion, die unsere Mitarbeiter sehr häufig benötigen, um sich von Hotels und Urlaubszielen ein genaueres Bild zu machen.“ Das PC-over-IP-Protokoll unterstützt die Komprimierung und Verschlüsselung der kompletten Interaktion zwischen dem PCoIP-fähigen schlanken Desktop-Gerät und dem Server im ­Rechenzentrum. Auch für hohe Auflösungen und in größeren Entfernungen über das WAN.

Zentralisierung abgeschlossen

Bei den Arbeitsplatzgeräten entschied sich DER für die Zero Clients Wyse P20. Die Geräte sind speziell für den Einsatz mit dem PCoIP-Protokoll konzipiert. Als Zero Client hat der P20 kein lokales Betriebssystem, sondern lediglich eine schlanke Firmware, über die er sich mit View 4 oder einem anderen PCoIP-Host verbindet. Der IT-Verantwortliche Michael Klein erinnert sich: „Das Modell ist das optimale Desktop-Gerät für unsere Reisebüros. Kein anderer Anbieter in Deutschland konnte uns einen PCoIP-fähigen Zero Client zu einem solchen Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.“

Deutlich weniger Elektroschrott

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt wurde bis Ende 2010 die gesamte IT-Architektur konsolidiert und die Zentralisierung und Virtualisierung in allen 580 Reisebüros abgeschlossen. Im Frankfurter Rechenzentrum stehen nun zwei Rack-Schränke mit 40 physischen Servern, auf denen ca. 30 virtuelle Server und 2.300 virtuelle Desktops auf Basis von Windows Server 2008 und Windows XP betrieben werden. Insgesamt 2.300 Wyse P20 wurden im Jahr 2010 in den angeschlossenen Reisebüros sukzessive ausgerollt.

Das gesamte IT-Management geschieht nun im DER-RZ: Die virtuellen Desktops werden dort für den Zugriff auf das Betriebssystem und alle benötigten Applikationen und Daten eingerichtet. Sie stehen dem Anwender dann innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung, wenn er seinen Client einschaltet. „Die zentrale Administration hat unseren Zeit- und Kostenaufwand erheblich verringert – auch wenn es auf der Serverseite etwas mehr zu tun gibt“, resümiert Sascha Karbginski. „Überdies haben wir durch die Konsolidierung einen Überblick über alle genutzten Programme, Versionen und Lizenzen gewonnen, so dass wir Software-Einkauf und Lizenzmanagement verbessern konnten. Die Einhaltung von Unternehmens-Policies und Compliance-Anforderungen sowie die Datensicherheit kann die IT-Abteilung ebenfalls viel einfacher sicherstellen."

Hoch sind zudem auch die Einsparungen bei den Energiekosten. Die neuen Thin Clients brauchen im Vergleich zu den vorher eingesetzten klassischen PCs 90 Prozent weniger Strom. Und am Ende ihrer Tage bleibt von den neuen Clients deutlich weniger Elektroschrott zurück. „Auch die Reisebüro-Mitarbeiter sind froh über den Wechsel“, so das Fazit von Karbginski. „Nicht nur, dass die neuen Clients keinerlei Lüfter- oder Laufwerksgeräusche von sich geben und viel weniger Platz brauchen als ihre PC-Kollegen zuvor, auch Amadeus läuft deutlich schneller.“ Die Kollegen aus der IT-Administration allerdings sehen und hören sie nur noch selten – und wenn dann vor allem zur persönlichen Urlaubsplanung.

 

Die Unternehmensgruppe Deutsches Reisebüro
Der Touristikspezialist wurde 1917 in Berlin gegründet und gehört seit 2000 zur Rewe Group. Zu den Marken des Unternehmens gehören Atlasreisen, DER Reisebüro und FCm Travel Solutions. Neben dem Hauptsitz in Frankfurt am Main ist man deutschlandweit mit rund 580 DER-Reisebüros vertreten.
Im Internet: www.der.de

 

Bildquelle: iStockphoto.com/vintagerobot

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