Urteil des OLG

Amazon will bezahlte Bewertungen kennzeichnen

Der Versandriese Amazon geht gegen gekaufte Produktrezensionen vor. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschied nun, dass entsprechende Bewertungen vom Anbieter gekennzeichnet werden müssen.

Richter verliest Urteil

Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied zugunsten von Amazon.

Das Urteil, über das das OLG am Dienstag informierte, ist allerdings noch nicht rechtskräftig. (Az.: 6 W 9/19) Dem Gerichtsbeschluss zufolge kann Amazon verlangen, dass Drittanbieter auf amazon.de gekaufte Bewertungen kennzeichnen müssen, wenn die Tester dafür Geld oder Produkte erhalten haben.

Antragsgegner in dem Verfahren war ein Unternehmen, das Fremdanbietern auf amazon.de Kundenrezensionen gegen Geld anbietet. Das Unternehmen vermittelt dafür Tester, die bei Amazon Bewertungen anfertigen und die Produkte dann im Anschluss gegen Zahlung eines kleinen Eigenanteils behalten dürfen.

Das Landgericht Frankfurt hatte einen vorherigen Antrag von Amazon auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zunächst zurückgewiesen. Die Beschwerde dagegen landete dann vor dem OLG - und hatte dort „überwiegend Erfolg”, wie Gerichtssprecherin Gundula Fehns-Böer erklärte.

Das OLG verbot dem Portal, „gekaufte Kundenrezensionen zu veröffentlichen, ohne gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass diese Rezensionen entgeltlich beauftragt wurden”. Das Vorgehen der Firma sei unlauter, da der kommerzielle Zweck der Rezensionen für den Durchschnittsverbraucher nicht erkennbar sei.

dpa/pf

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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