Servicesparte geht an CSC

Ausverkauf bei HP Enterprise?

Vor zwei Tagen verkündete Hewlett Packard Enterprise (HPE) den Abschied vom eigenen Service-Geschäft. Ein überraschender Schritt, ging der Anbieter doch selbst erst letzten Herbst aus einer Firmenspaltung hervor. Doch was bezweckt man mit dem Coup?

HP Enterprise

Nach der Abspaltung der Servicesparte: Droht der Ausverkauf bei HP Enterprise?

Laut HPE soll die Servicesparte mit dem US-Unternehmen Computer Sciences Corp. (CSC) verschmolzen werden. Gleichzeitig will man sich künftig vorrangig auf das Server- und Cloud-Geschäft konzentrieren. Überraschend ist dieser Schritt vor allem deshalb, weil man vergangenen November im Rahmen einer Veranstaltung in München noch vollmundig die „Aufstockung der Beratungskapazitäten“ plante.

Im Zuge der Aufteilung in die Einheiten HP Inc. (Drucker- und PC-Geschäft) und Hewlett Packard Enterprise betonte damals Michael Eberhardt, Vice President Central Region Enterprise Services, dass etwa 70 bis 80 Prozent der durch HP Enterprise Services erbrachten Leistungen direkt vom Anbieter selbst komme, für den Rest binde man ausgewählte Partner in die Projekte ein. Dieser hohe Anspruch an Eigenkompetenz scheint nun auf einmal per se.

Die Schritte der Mitbewerber Dell, Huawei, IBM

Ob sich der Anbieter mit diesem Schritt einen Gefallen getan hat, bleibt fraglich. Insbesondere, wenn man sich die jüngsten strategischen Aktionen der Marktbegleiter näher vor Augen führt. So hat sich Dell im vergangenen Jahr mit der Übernahme von EMC produktseitig deutlich verstärkt. Allerdings muss man einräumen, dass sich auch dieser US-Anbieter kurze Zeit später von seinem Servicegeschäft verabschiedete – dies ging dieses Frühjahr für knapp über drei Milliarden an den japanischen Konzern NTT Data.

Mit dem Fokus auf Server- und Cloud-Themen bleibt HPE den Hardware-Lösungen treu. Damit agiert man anders als so manche Wettbewerber, die sich vom zunehmend verlustreichen Hardware-Geschäft lieber verabschieden. So fährt etwa IBM hier seit Jahren seine Ressourcen zurück, was u.a. 2014 in der Abtretung der x86-Server-Sparte an Lenovo mündete. Geblieben sind im Portfolio von Big Blue allein (noch) Power Systems und Großrechner.

Nicht zuletzt drängt zunehmend der chinesische Anbieter Huawei mit einer umfangreichen Infrastrukturpalette in den deutschen bzw. europäischen Markt und macht den angestammten Platzhirschen bereits an viel Stellen mächtig Konkurrenz. Vor diesen Entwicklungen darf man gespannt sein, wie genau sich HPE nun künftig am Markt behaupten will.

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