Die Bordmittel beherrschen

Backup-Konzepte für die Cloud

Worauf es hinsichtlich des Backups bei der Nutzung von Cloud Computing besonders ankommt, erklärt Mathias Wenig, Digital Transformation Specialists bei Veritas.

Mathias Wenig, Veritas

Mathias Wenig, Digital Transformation Specialists bei Veritas

IT-DIRECTOR: Herr Wenig. welche Aspekte sollten beim Erstellen von Backup-Konzepten berücksichtigt werden?
M. Wenig:
Firmen nutzen die Cloud immer stärker und verschieben wichtige Daten dorthin. Es ist immens wichtig, dass ein Backup-Konzept die Cloud als Datenquelle mit einbindet und die Lösungen die Bordmittel beherrschen, um nicht nur mit jedem großen Cloud-Provider und deren Infrastruktur klug zu interagieren. Es ist ebenso wichtig, dass das Backup-Konzept die großen Datenmengen, die zwischen lokalem Backup-System und externer Cloud hin- und hersichert, mit klugen spezialisierten Funktionen wie Deduplizierung in der Cloud vorab schrumpft. Nur so skaliert das ganze Konzept mit dem Datenwachstum, das nach unseren Studien bei 49 Prozent pro Jahr liegt.

IT-DIRECTOR: Welche Bedeutung hat die Cloud für das Backup-Geschäft?
M. Wenig:
Die Cloud wird als Speicherort und buchbare Disaster Recovery Site essentiell bedeutsam und eine obligatorische Quelle für wichtige Daten, die es zu sichern gilt. Unsere Multi-Cloud-Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte der deutschen Firmen an Cloud zuerst denkt, sobald sie neue Applikationen oder Workloads aufsetzen wollen. Für Backup-Konzepte ist wichtig, diese Infrastrukturen und neuen Applikationswelten mit neuen Technologien abzudecken. Sei es durch Snap-Shot-Technologien oder Schnittstellen zu modernen Echzeitdatenbanken wie Hadoop, die große Big-Data-Analysen abwickeln.

IT-DIRECTOR: Wo liegen die Vorteile eines Cloud-Backups?
M. Wenig:
Kritische Backups können über mehrere Cloud-Regionen oder -Anbieter verteilt werden und sind so besonders gesichert. Sekundäre Dateien lagern billig in Langzeitspeichern wie S3. Das spart teuren Speicherplatz bzw. Lagerkosten für Tapes.

IT-DIRECTOR: Erschwert die Virtualisierung (z.B. von Servern) ein zuverlässiges Backup?
M. Wenig:
Hersteller wie Veritas haben wie die Kunden die Virtualisierungstechniken schon seit einer Dekade im Auge. Hier wurden neue Applikationen oder Betriebssysteme mit Virtualisierungsplattformen längst abgedeckt. Die Menge der virtuellen Systeme und Daten erzeugen Druck. Wenn in einem großen Rechenzentrum auf einen Schlag 90 Server mit unzähligen virtualisierten Maschinen ausfallen, gilt es, alle diese Elemente schnell und zuverlässig wiederherzustellen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen beim Backup und Disaster Recovery, da nur echte Unternehmenslösungen so eng in die Virtualisierungplattformen integriert sind und solche großen Prozesse zuverlässig abwickeln.

IT-DIRECTOR: Wo sehen Sie die größten Gefahren für IT-Systeme und wie wirken Unternehmen diesen effektiv entgegen?
M. Wenig:
Eine große Gefahr ist die Fragmentierung der IT-Systeme und Daten, wenn diese über mehrere Umgebungen in der Cloud und On-Premise verteilt sind. Hier helfen moderne Datenmanagement-Lösungen, die alle Datenstandorte und -inhalte übersichtlich anzeigen.

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