Für zukünftiges Datenwachstum gerüstet

Backup: So sichert die Lindner-Gruppe ihre Daten

Vor der Zentralisierung des Backup-Prozesses gab es immer wieder Probleme bei der Datensicherung an den vielen unterschiedlichen Standorten und wechselnden Bauprojekten der Lindner-Gruppe.

Lindner wurde 1965 im niederbayerischen Arnstorf gegründet.

Lindner wurde 1965 im niederbayerischen Arnstorf gegründet.

Das Unternehmen blickt auf über 50 Jahre Erfahrung in den Bereichen Innenausbau, Fassadenbau und Isoliertechnik zurück. Rund 6.500 Mitarbeiter sind in über 20 Ländern an 60 Standorten für den Spezialisten tätig, der auch Großprojekte mitverantwortet, etwa den Ausbau des Kanzleramts in Berlin oder den Neubau des Wembley-Stadions in London. Eine automatisierte und zuverlässige Datenarchivierung ist bei einem Unternehmen dieser Größe unverzichtbar. Gleichzeitig muss ein beständig steigendes Datenaufkommen innerhalb eines festgesetzten Backup-Zeitfensters bewältigt werden.

Im Einsatz sind sowohl physische als auch virtuelle Server auf Linux- und Windows-Plattformen. Nicht nur die Niederlassungen verfügen über eigene Server, auch große Baustellen werden oftmals mit einer eigenen IT ausgestattet. „Damals wurden die Daten der einzelnen Standorte vor Ort auf Tape Drives gesichert“, sagt Florian Heindl, IT-Systemadministrator bei der Lindner Group. „Dieser Prozess führte jedoch oftmals zu Problemen, da wir nicht an allen Standorten IT-Mitarbeiter einsetzen konnten.“ Stattdessen wurden ausgesuchte Mitarbeiter vor Ort mit dem Wechsel der Bandspeicher betraut. Allzu oft jedoch wurden falsche Bänder eingesetzt oder der Bandwechsel geriet im Arbeitsalltag in Vergessenheit.

Um die Datensicherung besser kontrollieren und die Fehlerquote minimieren zu können, entschloss sich die Gruppe, einen zentralisierten Prozess aufzusetzen. Die ersten Schritte zur Umsetzung der neuen Strategie wurden intern unternommen. Microsoft Distributed Filesystem Replication (DFSR) wurde an den Standorten so konfiguriert, dass alle dort befindlichen Daten nach Arnstorf repliziert wurden.

Mithilfe von Commvault wurden die Daten zunächst über eine zentrale virtuelle und anschließend über eine physische Tape Library gesichert. Durch das Datenwachstum stieß das Disk-System allerdings schnell an die kapazitären Grenzen. Lindner suchte nach einer neuen Lösung, die nicht nur den aktuellen Anforderungen gewachsen war, sondern auch zukünftig erweitert werden konnte.

„Es war klar, dass die neue Lösung auch unbedingt über eine Deduplizierungsfunktion verfügen musste“, so Heindl.

Er wandte sich an die Firma Florestan, die Lindner bereits seit vielen Jahren im Bereich Datensicherung unterstützt. Um die Leistungsfähigkeit der Quantum-DXi-Deduplizierungs-Appliance zu testen, entschieden sich die Unternehmen gemeinsam für eine Testinstallation. Neben dem bereits vorhandenen Backup-Prozess wurden 2013 einzelne Datensätze zusätzlich über eine DXi6702 gesichert, um Deduplizierungs- und Durchsatzraten zu testen.

Mit dem Ergebnis war Heindl zufrieden: „Dank der Deduplizierungstechnologie und der Unterstützung für eine große Anzahl virtueller Tape Drives müssen wir uns keine Sorgen mehr um Kapazitäten machen.“ Basierend auf den Ergebnissen der Teststellung entschied sich Heindl 2014 für den Einsatz einer Deduplizierungs-Appliance. Aufgrund von Datenwachstums- und Performance-Gründen wurde zwischenzeitlich eine weitere Appliance des Nachfolgemodells DXi6902 angeschafft. „Dank der Deduplizierungs-Appliances benötigen wir statt insgesamt 2 PB nur 150 TB an Disk-Speicher.“ Heindl kann nun alle Wochensätze, die letzten drei Quartalssicherungen sowie die letzte Jahressicherung auf Disk für schnelle Restores vorhalten.

Auch die Möglichkeit, die Kapazitäten der DXi-Appliances noch weiter auszubauen, haben ihn angesichts des steigenden Datenvolumens durch den Anschluss neuer Standorte oder die Übernahme von Firmen überzeugt. „Die Appliances stellen eine Verbesserung gegenüber der vorherigen Lösung dar, mit der wir nur die Datenbestände einer Woche sichern konnten“, so Heindl. „Die Deduplizierungs-Appliances können sogar noch erweitert werden, sodass wir auch für das zukünftige Datenwachstum bestens gerüstet sind.“

Gegen den Disaster-Fall abgesichert


Die Gruppe profitiert nun von einem integrierten und zentralisierten Backup- und Disaster-Recovery-Prozess. Bis auf zwei Niederlassungen, an denen die Daten noch lokal auf Tape vorgehalten werden, werden die Daten aller Standorte und Baustellen in Echtzeit ins Rechenzentrum nach Arns­torf repliziert und auf die Appliance übertragen: Unter der Woche findet täglich eine differentielle Sicherung statt, am Wochenende wird ein vollständiges Backup durchgeführt. Anschließend werden die Daten sofort mit Commvault-Software von der Deduplizierungs-Appliance auf Tape übertragen. Wöchentlich werden die Bänder in einen separaten Brandabschnitt gebracht und dort in einem Tresor gelagert. Durch die redundante Vorhaltung der Daten in getrennten Brandabschnitten auf Disk und Tape ist die Gruppe optimal für den Disaster-Recovery-Fall gerüstet.

Die alte Infrastruktur erwies sich insbesondere für Restores als unpraktikabel. „Da wir alle Daten auf Tape gesichert hatten, mussten wir zuerst die Bänder aus dem Tresor holen und anschließend die Daten wieder zurückspielen“, erklärt Heindl. „Mit den Appliances können die Daten von mehreren Monaten auf Disk vorgehalten werden. Werden bestimmte Datensätze benötigt, werden die Daten nun im Notfall zuerst von den Appliances auf den jeweiligen DFSR-Server in Arnstorf wiederhergestellt und anschließend werden die Daten per DFSR an den entsprechenden Standort übertragen. Unmöglich, dass wir unser heutiges Datenvolumen mit der alten Lösung hätten stemmen können.“

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

In naher Zukunft werden auch noch die letzten zwei Standorte in den zentralisierten Backup-Prozess miteinbezogen. Zudem soll langfristig die alte DXi6700-Appliance gegen eine aktuelle DXi6900-Appliance ausgetauscht werden, um auch in Zukunft bei beständigem Datenwachstum genügend Kapazitäten zur Verfügung stellen zu können.


Die Lindner Group …

… ist Europas führender Spezialist für Gebäude­hüllen, kompletten Innenausbau, Isoliertechnik und baurelevante Dienstleistungen. 1965 im niederbayerischen Arnstorf gegründet, erbringt das Unternehmen über ein internationales Netzwerk mit der Leistungskette „Konzepte – Produkte – Service“ komplette maßgeschneiderte Baulösungen.


Bildquelle: Lindner Group

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