SAN-Abschied in der IT-Infrastruktur

Baden-Baden setzt auf Hyperkonvergenz

Die ohnehin anstehende Erneuerung ihrer IT-Infrastruktur nutzte die Stadtverwaltung Baden-Baden zum Schwenk auf eine hyperkonvergente Infrastruktur – und damit zum Abschied vom SAN.

  • Kur- und Bäderstadt Baden-Baden

    Die Kur- und Bäderstadt Baden-Baden (Foto: Kurhaus) ist auf eine hyperkonvergente Infrastruktur umgestiegen.

  • Stadtkreis Baden-Baden

    Rund 53.000 Einwohner zählt der Stadtkreis Baden-Baden (Foto: Bäderviertel).

  • Caracalla-Therme in Baden-Baden

    Blick auf die Caracalla-Therme

International bekannt ist Baden-Baden vor allem als Kur- und Bäderstadt sowie durch seine Anfang des 19. Jahrhunderts gegründete Spielbank. Heute hat sich Baden-Baden aber auch als Medien-, Kunst- und Festspielort einen Namen gemacht. Der Stadtkreis erfüllt für ca. 53.000 Einwohner mit seinen über 1.000 Mitarbeitern in den etwa 50 Fachgebieten und Dienststellen alle Aufgaben einer Kreisverwaltung und bietet zusätzlich als Kurstadt kulturelle Einrichtungen wie Theater und Philharmonie.

Als kommunale Behörde verantwortet die Stadtverwaltung Baden-Baden eine Vielzahl komplexer Aufgaben, das Portfolio reicht weit über generelle Bürgerdienste wie Personalausweise, Pässe, KFZ- und Führerscheinstelle hinaus. So zählen etwa auch die Bereiche Planen und Bauen, die Denkmalpflege, die Pflege der Grünflächen, die Kultureinrichtungen wie Theater und Philharmonie zum Aufgabengebiet. Längst versteht sich die Stadtverwaltung als Service-Anbieter für die 53.000 Bürger sowie die ortsansässigen Unternehmen und Geschäfte. Um allen Anforderungen zeitnah und professionell begegnen zu können, zählt eine moderne IT-Infrastruktur genauso zu den selbst gesetzten Zielen wie ein wirtschaftlicher Umgang mit den Mitteln.

IT-Infrastrukturen auf dem Prüfstand

Vor diesem Hintergrund nutzte die Stadtverwaltung die Gelegenheit, als die Erneuerung ihrer zum damaligen Zeitpunkt neun Jahre alten SAN-Infrastruktur anstand, um ihre IT-Umgebung, die ca. 120 Server an zwei Standorten zählt, generell auf den Prüfstand zu stellen. Zwei Rechenzentren, die fünf Kilometer voneinander entfernt sind, gewährleisten die synchrone Spiegelung aller Daten, auf welche die über 1.000 Mitarbeiter der Verwaltung – vielfach in Form lokaler Klein- und Kleinstanwendungen – zugreifen. Zu diesen Anwendungen zählen Fachsoftware für alle kommunalen Aufgaben wie Sozialwesen, Bauordnung, Bürgerdienste, das ERP-System, die klassische Bürokommunikation und ein Dokumentenmanagementsystem (DMS).

Klaus Thomas, Fachgebietsleiter Technik bei der Stadtverwaltung, erinnert sich: „Wir standen an einem Scheideweg. Im Großen und Ganzen waren wir mit unserer bestehenden Infrastruktur zwar zufrieden, hätten also einfach auch nur in neue Bestandteile investieren und den bestehenden Gerätepark grundsätzlich beibehalten können.“ Hierbei schlug allerdings zum einen zu Buche, dass man auch die bestehenden Speicher sowie die SAN-Switches nach Ablauf ihrer entsprechenden Lebenslaufzeit nicht mehr hätte erweitern sondern nur erneuern können – vor dem Hintergrund des jährlichen Datenwachstums von 15 Prozent ein nicht unerheblicher Punkt. Zum anderen hatte die Stadtverwaltung einige Jahre zuvor bereits ihr LAN-Backbone erneuert und die Kapazitäten dabei von 1 auf 10 Gigabit/sek. erweitert. Die Grundlage für eine generelle Modernisierung war also gegeben. Dennoch, so stellt Thomas klar, „waren wir weiterhin für alles offen, holten uns parallel eine Reihe an Orientierungsangeboten ein. Unser wichtigster Parameter war dabei ganz klar der Kostenaspekt – wir stehen den Bürgern gegenüber schließlich in einer besonderen Verantwortung, auf das Budget zu achten.“

Die weiteren in der Ausschreibung genannten Ziele lauteten Deduplizierung und Komprimierung. Im direkten Vergleich zwischen allen Angeboten konnte der Anbieter Simplivity überzeugen. Klaus Thomas erinnert sich: „Das Angebot des Unternehmens war das günstigste – und gleichzeitig punktete das Konzept auch inhaltlich, es versprach Effizienz, bessere Performance sowie eine vereinfachte Administration“.

Vier Omnistacks bilden das neue Herzstück der städtischen Informationstechnik. Die Omnistack Integrated Solution mit Cisco UCS vereinfacht die IT durch die Konsolidierung aller Infrastruktur- und Datendienste unterhalb des Hypervisors in einem aus x86-Komponenten bestehenden Single-Unified-Stack erheblich. Die hyperkonvergente Infrastruktur kann acht bis zwölf wesentliche Funktionen des bisher konventionellen Rechenzentrums zusammenfassen. Dazu gehören neben dem Hypervisor die eigentliche Datenverarbeitung, aber auch Speicherung, Management, Back-up sowie Replikation.

Fokus auf virtuelle Maschinen

Ein weiterer Vorteil der verschlankten IT-Infrastruktur ist die Tatsache, dass die einzelnen IT-Komponenten nicht mehr einzeln auf den verschiedenen Geräten verwaltet werden müssen. Stattdessen liegt der Managementschwerpunkt der hyperkonvergenten Lösung nun auf der Ebene der Applikationen bzw. der virtuellen Maschinen. Bereits die Implementierung ging problemlos vonstatten: Vor dem tatsächlichen Umstieg, so erzählt Thomas, „haben wir schon mal probeweise den Stecker gezogen, um zu prüfen, ob unsere Daten das überleben.“

Heute spielen Server-Wartung sowie der Support von Hard- und Software zusammen – im Ergebnis sind die Betriebskosten in diesem Bereich nach Angabe der Stadtverwaltung um ein gutes Drittel gesunken. „Anstelle von bislang ca. 15 Dienstleistertagen pro Jahr ist nun gerade mal ein halber Arbeitstag für ein halbes Jahr nötig geworden“, so Matthias Götz, FG-Leiter Verwaltung des  Fachgebiet Informationstechnik. Die neue Lösung war mithin schnell implementiert und erweist sich bislang als pflegeleicht; vor allem aber erfüllt sie auch die grundsätzlichen Erwartungen: Die hochverfügbare Bereitstellung aller Dienste wird zuverlässig gewährleistet, die automatische Ressourcenzuteilung- und Optimierung garantiert bestmögliche Antwortzeiten für kritische Anwendungen, die bisherige Komplexität ist einer energieschonenden Effizienz gewichen und das Preis-Leistungsverhältnis, so Thomas „überzeugt auch“.

Bildquellen: Stadtverwaltung Baden-Baden

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