Bernd Gill, HP

Interview mit Bernd Gill, verantwortlich für Cloud Business Development bei HP Enterprise Services Deutschland

Bernd Gill, HP

IT-DIRECTOR: Auf welche Service Level Agreements sollte ein IT-Verantwortlicher beim Abschluss eines Cloud-Vertrags – etwa hinsichtlich der Dienstgüte, Verfügbarkeit und Datensicherheit – auf jeden Fall bestehen?
B. Gill:
Welche SLA man braucht, hängt davon ab, welche Geschäftsprozesse und welche Anwender von der Cloud-Lösung betroffen sind – da gibt es große Unterschiede. Das heißt: nicht nur die Volumina, auch die SLA müssen bei Cloud-Lösungen skalierbar sein, und zwar sehr granular und flexibel. In dieser Hinsicht sind einige Cloud-Angebote sehr limitiert.

IT-DIRECTOR: Für Anwenderunternehmen sind allgemein verbindliche Cloud-Standards wünschenswert. Welche Bemühungen gibt es an dieser Stelle seitens Verbänden und Herstellern? Und wie weit sind diese Bemühungen bereits gediehen?
B. Gill:
Solange noch keine Standards etabliert sind, müssen Anwenderunternehmen die einzelnen Cloud-Anbieter genau unter die Lupe nehmen. Hier sind zwei Dinge wichtig: Der Anbieter muss zum einen generische Zertifikate vorweisen können, etwa ISO 27001 oder SAS70. Zum anderen muss er aber auch vom Kunden angefragte Assessments zulassen – und das ist leider nicht immer der Fall.

IT-DIRECTOR: Externe Cloud-Anwendungen müssen auch mit internen, nicht-cloud-fähigen Applikationen interoperabel sein. Inwieweit verlieren Cloud-Lösungen ihren Reiz, wenn hierfür erst teure Schnittstellen aufwendig programmiert werden müssen?
B. Gill:
Die technische Cloud-Integration ist nicht grundsätzlich schwieriger als andere technische Integrationsvorhaben. Die Technik ist aber nur ein Aspekt. Genauso wichtig ist die Integration der Cloud-Dienste in die Service- und Support-Prozesse, in die internen Abrechnungsverfahren, Governance und Vorschriften. Für eine solche ganzheitliche Cloud-Integration hat HP eine spezielle Aggregationsplattform entwickelt.

IT-DIRECTOR: Apropos Interoperabilität: Wie aufwendig ist nach einer Vertragskündigung die Migration von einem Public-Cloud-Anbieter zu einem anderen?
B. Gill:
Der Aufwand ist vergleichbar mit der Migration einer intern betriebenen Anwendung in die externe Cloud. Vertraglich muss dabei geregelt sein, dass und wie der Anbieter die Daten herausgibt, wenn der Kunde zur Konkurrenz wechseln möchte.

IT-DIRECTOR: Ist eine solche Migration überhaupt möglich, oder scheitert es an fehlender Interoperabilität?
B. Gill:
Eine solche Migration gehört zum Standardrepertoire. HP bietet das zum Festpreis an.

IT-DIRECTOR: Das Internet vergisst nichts – wie können IT-Verantwortliche dennoch sichergehen, dass ihre beim alten Cloud-Anbieter verbliebenen Unternehmensdaten sicher und gesetzeskonform gelöscht werden?
B. Gill:
Man kann eine B2B-Cloud diesbezüglich nicht vergleichen mit einer öffentlichen Konsumenten-Cloud wie Facebook oder Flickr. Bei einer B2B-Cloud liegt die Datenhoheit in der Regel beim Kunden. Damit ist es für den Betreiber rechtlich unzulässig, die Kundendaten über die Vertragslaufzeit hinaus zu speichern.

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