IoT in Büroräumen

Besseres Raumklima für höhere Produktivität

Wie sich mit Sensorik und dem Internet der Dinge nicht nur das Raumklima in den Büros verbessern, sondern auch die Produktivität der Mitarbeiter steigern lässt

Frau sitzt an einem Schreibtisch aus Gras

Um das Klima in Büroräumen zu verbessern, könnte sich der Einsatz intelligenter Messtechnik lohnen.

16:00 Uhr an einem Tag im Februar – so langsam erwischen sich die Mitarbeiter dabei, ab und zu kurz unkonzentriert zu werden. Die Luft ist verbraucht, trotz ständigen Lüftens. Zudem erhitzt die bollernde Heizung den Raum und sorgt zusätzlich für auftretende Müdigkeit. Probleme, die Unternehmen jedes Jahr viele Milliarden Euro an nicht genutzter Mitarbeiterproduktivität und vergeudeter Energie kostet. Auch Arbeitsunfälle und Versicherungskosten könnten reduziert werden, wenn diese Umstände vermieden werden. Um das Klima in Büroräumen zu verbessern, könnte sich daher der Einsatz von Maschinen und intelligenter Messtechnik lohnen.

Um dies zu realisieren, brauchen das Unternehmen oder die zuständige HR-Abteilung passgenaue Informationen und entsprechende Daten. Ein Lösungsansatz basiert dabei auf dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Dieser kann laut der BPS Gruppe in München wie folgt aussehen: Einfache Sensoren sind an einem Objekt angebracht und messen die Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Lichtstärke, Bewegung oder weitere Parameter, je nach Bedarf und Ziel. Interessant wird es, wenn solche Sensoren mit der 3D-Modellierung, beispielsweise einem Building-Information-Modell, kurz BIM (Digitaler Gebäudezwilling BPS, Connected BIM), kombiniert und in die Cloud verlagert werden. Das Ergebnis sind mehr als nur Rohdaten auf die von überall zugegriffen werden kann. Eine sensorgetriebene Echtzeitverbindung zwischen realen Orten, wie beispielsweise Büroräumen und ihrem digitalen Zwilling in der Cloud kann helfen, Arbeitssituationen zu analysieren und zu verbessern.

Um auf das oben genannte Beispiel einzugehen: Über intelligente Lichtsteuerung und Sauerstoffzufuhr kann eine kontinuierliche, sich im Laufe des Tages verstärkende oder abschwächende Beleuchtung eingesetzt werden. Um Müdigkeitssymptomen vorzubeugen, kann überdies frische, gefilterte Luft in die Büroräume gepumpt werden. Denn höhere Sauerstoffkonzentrationen halten eben auch die Konzentration der Mitarbeiter aufrecht und beugen beispielsweise im Produktionssektor der Müdigkeit geschuldeten Unfällen vor.

Individuelle Klimaprofile für Mitarbeiter

Digitale „Raumversteher“ helfen, die Büroumgebungen zu optimieren. Selbigen Effekt haben auch mit dem System abgestimmte Rollo-Systeme, die bei zu starker Sonneneinstrahlung die Büros leider nur allzu oft in sauna-ähnliche Kästen verwandeln. Werden diese Parameter verbessert kann die Produktivität und sicher auch die gute Laune der Mitarbeiter leichter aufrechterhalten werden.

Ein Beispiel für den IoT-Einsatz in Büroumgebungen ist das Messen der Temperatur in einer bestimmten Abteilung und in Betrieben, die flexible Arbeitsplätze im Sinne von flexibler Raumbuchung anbieten. Hier wird das Büroklima oft als Störfaktor genannt. Jemand, der leicht friert, kann sich dank der IoT-Technologie dafür entscheiden, in einem wärmeren Bereich zu arbeiten. Das wirkt sich positiv auf die Arbeitsproduktivität aus. Mitarbeiter können so morgens am Empfang des Unternehmens einen Arbeitsplatz reservieren und ihn per Sensorik sofort überprüfen lassen: Stimmt die Temperatur? Soll die Klimaanlage hoch- oder heruntergefahren werden? Sind die Heizungswerte in Ordnung? Diese Informationen können automatisch gespeichert werden, wobei der Trend hier hin zu individuellen „Klimaprofile“ für Mitarbeiter geht. Basis dafür ist ein cloud-basiertes IoT-System mit kostengünstigen Sensoren, das sich einfach installieren lässt.

Messung des CO2-Niveaus

Ein weiteres IoT-Einsatzszenario betrifft die Messung des CO2-Niveaus, der Luftfeuchtigkeit und der Lichtmenge im Bürogebäude. Die Mitarbeiter, HR-Abteilungen und Facility-Management-Beauftragte gehen meist davon aus, dass der Status quo immer in Ordnung ist. In vielen Bürogebäuden ist dies jedoch nicht der Fall. Trägheit und Müdigkeit nach der Mittagspause müssen nicht unbedingt an einem vollen Magen liegen. Wahrscheinlicher ist es, dass das CO2-Niveau des Arbeitsplatzes massiv angestiegen ist und so Müdigkeit und Konzentrationsschwächen einsetzen.

Mithilfe von sensorgestützter Messtechnik kann das Facility-Management hier gegensteuern. Die verantwortlichen Manager können sich dank der Sensoren im Dashboard einen Überblick über das CO2-Niveau verschaffen und entsprechend Lüftungen zuschalten oder deren Kapazität erhöhen bzw. den Mitarbeiter in einen anderen Raum einteilen, in dem ein besseres CO2-Niveau angezeigt wird.

Darüber hinaus kann ein IoT-System, die Daten von verschiedenen Sensoren bündeln und mit anderweitigen Informationen verknüpfen. Wenn das System im digitalen Kalender der Mitarbeiter einen Termin erkennt, während draußen die Sonne scheint, kann es einen Spaziergang vorschlagen, bei dem das Gespräch stattfinden kann. Warum sollte unbedingt an einem Schreibtisch oder in einem Raum verhandelt werden? Auf diese Weise trägt das System dazu bei, dass Mitarbeiter ausreichend Bewegung haben und ihre CO2-Aufnahme auf einem normalen Niveau bleibt. Dies wiederum kann sich positiv auf das Unternehmen auswirken, denn schließlich erbringt gesunde Mitarbeiter bessere Leistungen.

Vorteile für Facility-Manager

Generell können der Einsatz von IoT-Sensorik und Übertragungsgeräten zusammen mit einer Cloud große Auswirkung auf interne Prozesse des Arbeitssystems haben. So werden die Mitglieder eines Wartungsteams mit weniger Problemen konfrontiert, wodurch der Druck und auch der Arbeitsaufwand bei Serviceprojekten reduziert wird. Die Arbeit wird angenehmer und damit auch das Arbeitsklima. Die Idee: Je intensiver IoT-Geräte und IoT-Anwendungen im Facility-Management eingesetzt werden, desto besser ist der zugehörige Datentransfer und die darauf basierte Analyseleistung.

Nicht zuletzt unterstützen IoT-Systeme im Facility-Management bei der Entscheidungsfindung. Sie ermöglichen es, das Vertrauen der Teammitglieder in eigene Entscheidungen und Handlungen zu wahren und diese auf eine reale Datenbasis zu stellen. Das kann das Selbstvertrauen der Facility-Management-Beauftragten fördern und vorschnelle, möglicherweise falsche Einschätzungen und damit auch anfallende Kosten vermeiden. Können sich Facility-Manager auf eine verlässliche Datenbasis beziehen, mit deren Hilfe beispielsweise Ausfälle vorhergesagt werden können, können sie ruhiger und ohne Angst vor plötzlich auftretenden Störungen arbeiten. Und auch dies kann sich positiv auf das Betriebsklima auswirken.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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