Bearingpoint-Studie

Big Data: Fluch oder Segen für Versicherer?

Eine neue Bearingpoint-Studie zeigt: 90 Prozent der Versicherer haben noch keine firmenweite Big-Data-Strategie implementiert. Risikoscheue Versicherungsgesellschaften verlieren den Anschluss und werden von neuen agileren Datensammlern überholt.

Eine aktuelle Studiezum Thema Big Data des Bearingpoint Institute unter 30 europäischen und US-amerikanischen Versicherungsunternehmen stellt fest, dass die Branche Big Data und Advanced Analytics zwar einen erheblichen Einfluss auf ihre Geschäftsmodelle bescheinigt, doch die meisten Unternehmen noch nicht auf den Wandel vorbereitet sind:
 

  • 71 Prozent der Befragten räumten den Themen Big Data und Advanced Analytics eine maximale Priorität bis zum Jahr 2018 ein
  • Doch nur 24 Prozent attestierten ihrem Unternehmen dabei einen fortgeschrittenen oder einen führenden Reifegrad
  • Nur zehn Prozent gaben an, einen firmenweiten Implementierungsprozess gestartet zu haben

 
Die Verzögerung von Big Data und Advanced Analytics wird zum Teufelskreis in der Versicherungsbranche, so die Macher der Studie. Auf die Frage, weshalb Big Data eine Herausforderung für Führungskräfte von Versicherungsunternehmen quer über Ländergrenzen hinweg darstellt, ergab sich ein schwer zu durchbrechendes zyklisches Muster:
 

  • Mangelndes Know-how – für 53 Prozent der Befragten stellt die Rekrutierung geeigneter Fachkräfte ein Problem dar
  • Mangel an klarem Verständnis – 16 Prozent gaben an, dass sie nicht genug über Big Data wissen
  • Keine einheitliche Unternehmensstrategie – nur zehn Prozent der Befragten haben eine firmenweite Big Data Strategie
  • Keine klare Verantwortlichkeit – 53 Prozent der IT-Führungskräfte werden mit den Herausforderungen von Big Data alleine gelassen
  • Risikoaversion – nur 37 Prozent halten ihr Unternehmen für reif, um neue Ideen in Verbindung mit Big Data zu implementieren.

 
Patrick Mäder, firmenweiter Segmentleiter Versicherungen bei Bearingpoint und Autor der Studie, sieht jedoch noch eine Chance für eine erfolgreiche Big-Data-Strategie: „Wir stellen fest, dass sich die Kluft zwischen Führern und Nachzüglern beim Thema Big Data und Advanced Analytics in der Versicherungsbranche vergrößert. Dennoch ist es für die Nachzügler nicht zu spät, aufzuholen. Auf Basis unserer Studie und Beratungserfahrung haben wir fünf Kernkompetenzen für Versicherer identifiziert, die sie entwickeln sollten, um in diesem Bereich erfolgreich zu sein.“
 

Die fünf Säulen von Big Data sind demnach:

 

  • Spezialwissen – für die befragten Führungskräfte ist dies die wichtigste Säule (66 Prozent), aber nur 33 Prozent rekrutieren bzw. bilden Daten-Spezialisten aus
  • Partner-Netzwerke – diese wurden von den Befragten als zweithöchste Priorität bewertet (59 Prozent). Aber nur ein Viertel gab an, selbst ein starkes Partner-Netzwerk zu besitzen, um Zugang zu wertvollen Daten zu erhalten
  • Externe Datenquellen – vor dem Hintergrund, dass Versicherer eine ganzheitliche Sicht auf ihre Kunden erreichen wollen, wurde Social Media als vielversprechendste Form einer externen Datenquelle bewertet (59 Prozent)
  • Schnelligkeit – Fehler zu machen, gehört zum Prozess. Aber diejenigen, die ihre Fehler schnell korrigieren, werden einen deutlichen Vorsprung erzielen; 71 Prozent der „fortgeschritteneren“ Unternehmen glauben, dass Schnelligkeit wichtig ist, im Vergleich zu 51 Prozent der „weniger entwickelten“ Unternehmen
  • Ethik und Datenschutz – die BearingPoint-Studie belegt, dass sich Versicherungsunternehmen der Risiken von Big Data bewusst sind (Datenklau und Datenschutz sind die beiden Top-Bedenken der Unternehmensführung), aber nur 23 Prozent der befragten Unternehmen bestätigten, einen Kontrollprozess installiert zu haben.

 
Die vollständige Studie “The smart insurer: embedding big data in corporate strategy”

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