Interview mit Stefan Zeitzen, UC4 Software

"Big Data sind ein Automatisierungsthema“

Vier Fragen an Stefan Zeitzen, Senior Vice President Sales & Services bei UC4 Software, über Big Data und deren Auswirkungen auf die Unternehmens-IT

Stefan Zeitzen, UC4 Software

Stefan Zeitzen, Senior Vice President Sales & Services bei UC4 Software

IT-DIRECTOR: Nach den Themen Virtualisierung und Cloud scheint 2012 "Big Data" ein Megatrend der IT zu werden. Aber ist Big Data wirklich etwas Neues, auf das sich IT-Manager einstellen müssen, oder doch eher „alter Wein, neu verpackt“?
S. Zeitzen: Man muss bei dem Begriff Trend immer vorsichtig sein. Einige Themen bewirken eine echte Revolution wie beispielsweise das Web, andere steigen hoch, um wenig später wie Schaum in sich zusammenzufallen. Wer redet heute beispielsweise noch über SOA oder Green IT? Die Themen sind immer noch aktuell, aber die Etiketten verblassen. Natürlich müssen sich IT-Manager mit den wachsenden Datenvolumina befassen. Aber doch nicht erst seit 2012. Datenbanken, Data Warehouses, Analytische Business Intelligente (BI) - all das hat mit „Big Data“ zu tun, auch wenn es bis vor kurzem den Begriff noch nicht gab.

IT-DIRECTOR: Wenn das Handling großer Datenmengen prinzipiell nichts Neues ist, wieso sollten sich IT-Manager dann überhaupt mit Big Data beschäftigen?
S. Zeitzen: Ganz einfach: weil sich das Datenwachstum in einem Maße verselbständigt hat, das vor wenigen Jahren noch unvorstellbar war. Entstanden Daten früher hauptsächlich durch interne Prozesse und Anwendungen entstehen Big Data heute meist ohne das Zutun der eigenen Mitarbeiter. Insbesondere Webtransaktionen und Interaktionen im Social-Media-Umfeld generieren Datensätze in unglaublicher Geschwindigkeit und gigantischer Menge. Analysten glauben mittlerweile, dass sich die Datenmenge alle fünf Jahre verzehnfacht. Firmen müssen mit den Daten arbeiten und sie beinhalten wichtige Informationen, aber dazu müssen Big Data in Echtzeit gespeichert und verarbeitet werden.

IT-DIRECTOR: Wo liegt Ihrer Meinung die technologische Herausforderung bei der Verarbeitung von Big Data?
S. Zeitzen: Im Unterschied zu bisherigen Technologien zur Bewältigung großer Datenmengen spielen die Erfassung und Speicherung nicht mehr die entscheidende Rolle. Viel wichtiger ist die performante Verarbeitung der eingehenden und vorliegenden Daten. Damit am Ende die Ergebnisse stimmen, müssen die Prozessabläufe funktionieren und mit Big Data umgehen können. Big Data ist daher aus meiner Sicht ein Thema der IT-Prozesse. Geschäftsprozesse umfassen heute immer mehr Anwendungen, Plattformen und Abteilungen. Ob sich die dabei verwendeten Anwendungen und Server in physischen, virtualisierten, Cloud-basierten oder wie auch immer gemischten Umgebungen befinden, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass alle Komponenten mit einer rasant steigenden Datenmenge zurechtkommen und dabei hilft vor allem die Automatisierung aller IT-Abläufe im Rechenzentrum.

IT-DIRECTOR: Gehören Big Data und Automatisierung damit für Sie zusammen?
S. Zeitzen: Definitiv ja, Big Data ist ein Automatisierungsthema. In vielen Unternehmen stößt die IT an ihre Grenzen, weil die bestehenden Systeme und Abläufe nicht als Ganzes automatisiert sind. „Als Ganzes“ bedeutet, dass Automatisierung drei Bereiche umfassen muss: Die Infrastruktur, die Anwendungen und die Prozesse. Um in einer sich ständig verändernden IT-Umgebung effiziente und vor allem automatisch ablaufende Prozesse zu realisieren, benötigt man am besten eine zentrale Automatisierungslösung. IT-Automatisierung kann die benötigte Intelligenz in das IT-Prozessmanagement einfließen lassen, so dass jederzeit alle Ressourcen rechtzeitig bereit stehen, seien es Datenbanken, Server oder Rechner in der Cloud. Automatisierung sorgt dabei natürlich auch dafür dass der Chor der Anwendungen und der Output daraus richtig orchestriert werden. Wer auf eine umfassenden Automatisierungslösung zur Steuerung der IT setzt, der kommt nicht nur mit Big Data zurecht, dem ist es letztlich auch egal, wie der Trend von morgen heißt.


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