Kunstmarkt der Zukunft

Blockchain macht Kunstwerke fälschungssicher

Die auf der Blockchain basierende Katalogisierungs- und Transaktionsplattform 4ARTechnologies soll dank patentierter „Augmented Authentication“-Technologie den weltweiten Kunstbetrug bekämpfen.

Biometrischer Pass für Kunstwerke

Eine Art „biometrischer Pass“ macht registrierte Kunstwerke fälschungssicher.

Mittels digitalem „biometrischem Pass“, der auf der Blockchain gespeichert wird, sollen Kunstwerke fälschungssicher gemacht werden. Darüber hinaus biete die Lösung weitere relevante Anwendungsfälle für sämtliche Akteure der Kunstwelt, heißt es in einer Pressemeldung.

Zum Hintergrund: Experten gehen davon aus, dass 30 bis 50 Prozent aller Kunstwerke auf dem Markt gefälscht sind. Während bisher nur die Authentifizierung von digitalen Zertifikaten möglich war, soll die Lösung von 4ARTechnolgoies nun die Überprüfung der Echtheit des physischen Bildes selbst ermöglichen. Dabei werde die Sicherheit der Blockchain mit der Augmented-Authentication-Technologie kombiniert: Das Bild wird mittels Standard-Smartphone gescannt, die strukturellen sowie materiellen Eigenschaften erfasst und eine Vektorenberechnung der Oberflächenstruktur durchgeführt, um die Daten in einen einzigartigen „Fingerabdruck“ umzuwandeln. Erstmalig sei es möglich, diesen zusammen mit allen anderen relevanten Informationen des Kunstwerks, wie Herkunft, bisherige Besitzer oder Restaurationen, manipulationssicher und gebündelt auf der Blockchain zu speichern.

Dieser digitale „biometrische Pass“ macht laut Anbieter registrierte Kunstwerke fälschungssicher. Bereitgestellt wird die Technologie von der Atlantic Zeiser GmbH, einem Anbieter für Sicherheitslösungen für Banknoten und Ausweise.

Das im Rahmen des geplanten Initial Coin Offerings (ICO)* eingenommenen Kapital soll für die Erschließung des Marktes der Kunsttransaktionen genutzt werden. Basierend auf einem Volumen von 39 Millionen Einzeltransaktionen im Jahr 2017 und die dadurch resultierende Anzahl an Transporten, sei Lösung unter anderem für Logistikdienstleister von unschätzbarem Wert. Denn jedes erforderliche Zertifikat – von der Authentifizierung über Restaurierung bis hin zum Eigentümerwechsel sowie Verleih und Transport – werde über die Plattform sicherer, schneller und einfacher überprüfbar. Anleger können 4ART Coins, sogenannte Utility Token, bei einer Mindestinvestition von 100 Euro erwerben und diese als Zahlungsmittel für die auf der Plattform angebotenen Services nutzen. Als Kapitalgeber konnte bereits Falcon Investment, dessen Aufsichtsrat Markus Gurlitt angehört, gewonnen werden.

„Mit 4ARTechnologies wollen wir die globalen Herausforderungen des Kunstmarkts lösen. Durch Smart Contracts kann erstmalig allen Kunstakteuren Sicherheit und Transparenz geboten werden. Zudem werden Prozesse vereinfacht, beschleunigt und kostensparender gestaltet”, erklärt Niko Kipouros, Gründer des Unternehmens.

Während der geplanten ICO-Phasen werden 26 Prozent von insgesamt 6,5 Milliarden Token zur Verfügung gestellt. Dabei ist der „4ART Coin“ ein Nutzungstoken und das Zahlungsmittel für jeden Service oder Verkauf, der auf der Plattform durchgeführt wird – von Authentifizierung und Zertifizierung über die Erstellung von Portfolios sowie Zustandsberichten bis hin zum Abschluss von Versicherungen. Jede Krypto- oder Fiat- Währung, die in die Plattform investiert werden soll, muss zuerst in den 4ART Coin eingetauscht werden, den man per Kredit- oder Debitkarte bezahlen kann. Die Ausgabe der 4ART Coins wird durch einen Smart Contract geregelt, der auf der Ethereum-Blockchain gemäß dem ERC-20-Standard implementiert wird.

* Initial Coin Offering (ICO) ist eine unregulierte Methode des Crowdfundings, die von Firmen verwendet wird, deren Geschäftsmodell auf Kryptowährungen basiert (Quelle: Wikipedia).

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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