Moderne Gaslöschanlage für das Rechenzentrum

Brandschutz für Hochsicherheits-RZ

Die auf Rechenzentrumsservices spezialisierte Darmstädter DARZ GmbH verbessert mit einer neuen Gaslöschanlage den Brandschutz für ihr Hochsicherheits-Rechenzentrum (RZ).

Brandschutz im Rechenzentrum

Brandschutz im Hochsicherheits-Rechenzentrum

Die DARZ GmbH wurde 2010 gegründet. Das Unternehmen bietet in seinem Darmstädter Rechenzentrum als IT-Service-Provider verschiedene RZ-Dienstleistungen wie Colocation/Housing und Managed Services an. Aus IT-Sicht sind an dem Angebot drei Aspekte besonders: Erstens, das ungewöhnliche Ambiente. So befindet sich das Rechenzentrum im ehemaligen Tresorgebäude der Hessischen Landesbank. Das in den späten 1980er errichtete Gebäude mit seiner auffälligen, weißen Fassade beherbergte von 1988 bis 2005 die Gold- und Bargeldreserven der Hessischen Landeszentralbank. Zweitens, Sicherheit und Qualität auf hohem Niveau. Allein durch die Lage in einem Tresor weist das Rechenzentrum eine hohe bauseitige Sicherheitsstufe. Und: Mit der Errichtung der Datacenter-Infrastruktur nach TÜV Level III+/Tier 3+ wollte der Anbieter die Darmstädter IT-Landschaft abrunden. Drittens wurde das Gesamtkonzept in punkto „Green IT“ mit indirekt freier Kühlung bereits mit dem Deutschen Rechenzentrumspreis 2015 in der Kategorie „Gesamtheitliche Energieeffizienz im Rechenzentrum“ prämiert.

Das Brandschutzkonzept


Für den IT-Bereich eignen sich gasförmige Löschmittel, die rückstandsfrei einen Brand effizient bekämpfen. Stickstoff als inertes Gas verdrängt bei Einleitung in den Löschbereich den Sauerstoff, sodass dieser nicht mehr ausreicht, um einen Brand zu nähren. Als natürlicher Bestandteil unserer Atemluft (78 Vol.-Prozent) ist Stickstoff nicht toxisch und weist eine ähnliche Dichte wie Luft auf. Eine Bevorratung in Löschflaschenbatterien ist einfach und platzsparend zu realisieren. Im Löschfall verteilt sich der Stickstoff schnell und homogen im Raum – ohne sichtbehindernden Nebel oder Rückstände. Aus diesen Gründen wurde für das Darmstädter Rechenzentrum eine Firexting-Gaslöschanlage von Wagner auf Stickstoffbasis realisiert.

Dieses Schutzkonzept reicht sogar einen Schritt weiter: Gaslöschanlagen müssen, um einen Brand binnen kürzester Zeit effektiv und sicher löschen zu können, das Löschgas mit hohem Druck in den zu schützenden Bereich fluten. So kam es bei konventionellen Stickstofflöschanlagen in der Vergangenheit vor, dass das schnelle Einströmen des Gases durch die Löschdüsen einen Schalldruck von über 130 dB(A) erzeugte. Durch Vibration gingen erhebliche Schäden an Festplatten einher. Häufig können dabei die indirekten Schäden viel gravierender als der Brandschaden selbst sein. Nicht nur in Form von vorübergehenden Server-Ausfallzeiten, sondern auch in Bezug auf Datenbeschädigungen bis hin zum Verlust. Dieses Problem hat Wagner durch den Einsatz von speziell entwickelten Schalldämpfern (Firexting Silent mit VdS-Geräteanerkennung) gelöst, die den Schalldruck auf ca. 98 dB(A) verringern.

Um Druckspitzen zu Beginn des Löschvorgangs zu minimieren, wurden an den Löschmittelflaschen Durchflussregler angebracht. Durch diese Softflutungseinrichtung verringert sich auch die Größe der erforderlichen Druckentlastungsöffnungen erheblich. Somit konnten die Druckentlastungen der gesamten Löschbereiche des ersten Untergeschosses des DARZ über nur ein bauseitiges F90-Kanalsystem realisiert werden. Die gesamte Druckentlastung für das erste Untergeschoss benötigt nur eine Öffnung ins Freie.

Im hermetisch abgedichteten Tresorraum wurde eine aktive Brandvermeidung durch Sauerstoffreduzierung umgesetzt. Das System Oxyreduct vom selben Anbieter generiert aus der Umgebungsluft Stickstoff, führt diesen über die Lüftungsanlage in den Schutzbereich ein und senkt dort kontinuierlich den Sauerstoffanteil im Tresorraum auf eine stark brandhemmende Atmosphäre ab. Bei 15,9 Vol.-Prozent Sauerstoff ist die Entzündungsgrenze typischer IT-Materialien unterschritten und ein Brand kann sich nicht mehr entwickeln bzw. ausbreiten.

Möglichst rasch das VdS-Zertifikat zu erhalten, war für die DARZ GmbH ein wichtiges Ziel, das mit der neuen Brandschutzlösung erreicht wurde. Die für ein Rechenzentrum wohl einzigartige Bausubstanz macht das DARZ zu etwas Besonderem. Michael Leibner, Niederlassungsleiter Frankfurt, erinnert sich: „Arbeiten in schusssicherem Spezialbeton hatten wir bisher noch nie vorgenommen. Die erforderlichen Bohrungen in diesem extrem harten Material sind eine echte Belastungsprobe für die gesamte Ausrüstung. Zudem muss man mit größter Vorsicht vorgehen. Unter diesen Umständen die Zeitpläne einzuhalten, war schon eine Herausforderung.“ Im Juli 2014 nahm das Darmstädter Rechenzentrum seinen planmäßigen Betrieb auf.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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