Management-Plattform überwacht Datenströme

Braucht Digitalisierung mehr Sicherheit?

Während Politik, Medien und Wissenschaft noch über die Chancen und Risiken des digitalen Zeitalters diskutieren, hat die Realität die Unternehmen längst eingeholt. Doch welche Auswirkungen haben Cloud und Mobile Computing auf die Sicherheit?

Heute in Betrieb befindliche Applikationen stammen aus einer Zeit, zu der es die Cloud oder das Internet der Dinge noch gar nicht gab. Deshalb sind IT-Lösungen häufig nicht für die aktuellen Anforderungen gemacht. Obwohl Unternehmen an der Vereinfachung ihrer Prozesse durch neue technische Möglichkeiten interessiert sind, wollen und können sie sich diese nicht um den Preis der Sicherheit erkaufen.

Unternehmen stehen vor drei Herausforderungen: Wie lassen sich Produkte bei kürzeren Produktzyklen digitalisieren? Wie werden Unternehmens-IT und Geschäftsprozesse vollständig digitalisiert und Partner integriert? Und wie lässt sich bei dieser Dynamik das gewohnte Sicherheitsniveau zu vertretbaren Aufwänden gewährleisten?

Innovationsdruck durch Konsumerisierung

Der Innovationsdruck im B2B-Bereich steigt inzwischen ebenso stark wie im B2C-Bereich. Automobilhersteller beispielsweise arbeiten mit Versicherern zusammen, um Kunden ein gemeinsames Angebot zu erstellen mit dem Ziel, einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen. Dies gelingt, wenn der Automobilhersteller seinen Partner schnell und sicher integriert, so dass dieser unverzüglich alle Kommunikationskanäle und das dazugehörige Ökosystem einsehen kann.

Zudem stehen Unternehmen unter dem Druck, für Kunden immer up-to-date zu sein. Vor dem Hintergrund der Konsumerisierung ist dieser Prozess nie abgeschlossen. Will die Bank ihre Kunden nicht verlieren, muss sie daran arbeiten, dass der Kontostand bei gewohnter Sicherheit auch mit neuen Endgeräten wie der Apple Watch abgerufen werden kann.

Je mehr digitale Prozesse ein Unternehmen einführt, desto wichtiger wird die einheitliche Sicht auf die IT-Sicherheit. Diese herzustellen und zu managen, ist eine Voraussetzung dafür, dass die Digitalisierung gelingt und nicht zu einem Problem wird. Durch die Nutzung mobiler Endgeräte oder sozialer Netzwerke, ermöglicht das Informationssystem ein höheres Maß an Kollaboration – ist jedoch auch anfälliger für Angriffe. Je komplexer die Systeme und je mehr davon im Einsatz sind, umso unübersichtlicher wird die Infrastruktur. Der Spagat besteht darin, bei komplizierter werdender Infrastruktur die Sicherheit zu gewährleisten.

Transparenz herstellen und den Überblick behalten

Von IT-Verantwortlichen wird erwartet, dass sie die Datenflüsse, die hinter sämtlichen Transaktionen stehen, jederzeit sehen, verstehen und kontrollieren können. Wer diese Kontrolle nicht hat, hat auch keine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Diese Transparenz über alle Prozesse zu schaffen, ist die wichtigste Voraussetzung auf dem Weg in die Digitalisierung. Auch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Attacken nicht nur von außen kommen, sondern genauso von innen. Die IT muss auch intern die Systeme sichern. Dies lässt sich nur mit einer zentralisierten Management-Plattform, wie etwa Axway sie bietet, lösen, die alle Datenflüsse überwacht. Um den Überblick zu behalten, kann es auch helfen, Dienstleistungen für Partner generisch anzubieten. Viele Unternehmen machen sich Gedanken darüber, wie ihre Anwendungsumgebung flexibler auf Anforderungen reagieren kann. In der Regel versucht man, Ebenen einzuziehen und die Abläufe zu entkoppeln. Der Nachteil: Die Sicherheit muss auf vielen verschiedenen Ebenen gemanagt werden. Hier helfen Lösungen, die an einem zentralen Punkt ansetzen.

Wann ist digitale IT sicher?

Unternehmen müssen nicht nur wissen, von wo nach wo die Daten fließen. Vielmehr bedarf es im Zuge eines sicheren Digitalisierungsprozesses adäquater Verschlüsselungstechnologien und auch einer umfassenden Identity-Management-Strategie. Neben zuverlässigen IT-Systemen benötigen Unternehmen auch hier ein neues Maß an Transparenz. Managed File Transfer, Real-Time-Alerts und Eskalationsprozesse gehören darüber hinaus zur Grundausstattung eines verlässlichen und Big-Data-tauglichen Datenmanagements. Wenn nun, wie beim Beispiel der Kooperation zwischen Automobilhersteller und Versicherer, noch verbindliche und den gültigen Compliance-Regeln entsprechende technische Kommunikationsrichtlinien zwischen allen integrierten Partnern festgelegt werden, steht einem zeitgemäßen und sicheren digitalen Datenmanagement nichts mehr im Wege.


*Philipp Schöne ist Principal Consultant & Solution Lead API Management bei Axway


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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