Meinung: Qualität der digitalen Infrastruktur

Breitbandstrategie der Bundesregierung

Immer kapazitätshungrigere Anwendungen und Dateiformate verlangen immer höhere Bandbreiten. Ein Glück für Unternehmen, wenn sie vor diesem Hintergrund sämtliche Standorte und Home-Office-Arbeitsplätze im urbanen Raum oder zumindest im Einzugsgebiet großer Ballungszentren angesiedelt haben.

Breitband, Bildquelle: Thinkstock/moodboard

Wo bleibt das schnelle Netz? - Breitbandstrategie bis 2018

Denn je weiter man in der Bundesrepublik auf das „platte“ Land vorrückt, desto schwieriger könnte es mit ­einer schnellen Internet­verbindung und entsprechender Mobilfunkabdeckung werden. Dabei sind mit dem „platten“ Land weder Naturschutzgebiete in Vorpommern noch einsame Täler im Schwarzwald gemeint. ­Vielmehr scheitert man bereits an manchen Stellen des Hannoveraner oder Kölner Stadtgebiets daran, einfach einmal mit seinem Smartphone zu telefonieren – von der Nutzung des mobilen Internets ganz zu schweigen. Und es gibt nicht wenige Firmen sowie Privathaushalte aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis, der immerhin ­direkt ans Kölner Stadtgebiet angrenzt, oder aus dem Speckgürtel um die bayerische Landeshauptstadt ­München herum, die alles andere als zufrieden mit ­ihrer Breitbandversorgung sind.

Gut, ein Providerwechsel könnte die Situation der ­Betroffenen vielleicht etwas verbessern. Doch generell trifft ein Zitat aus unserem Artikel zum Thema Breitbandausbau (ab Seite 16) den aktuellen Zustand ganz gut: „Vor allem in Regionen jenseits der großen Ballungszentren tröpfeln häufig nur ein paar Megabyte aus den Leitungen.“ Vom großen Ziel der Bundesregierung, im Rahmen ihrer Breitbandstrategie bis 2018 flächendeckend allen Haushalten in Deutschland Bandbreiten von 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung zu stellen, ist man demnach noch meilenweit entfernt.

Doch will Deutschland seine wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft auch in Zukunft bewahren, muss die Qualität der digitalen Infrastruktur auf Dauer stimmen. Zu viele „weiße Flecken“ auf der Landkarte darf man sich dann nicht mehr leisten. Von daher wird derzeit an vielen Stellen auf Hochtouren daran gearbeitet, die Breitbandversorgung bundesweit zu verbessern – etwa innerhalb der EU, bei der Bundesregierung, auf Länder- und Kommunalebene sowie nicht zuletzt bei den hiesigen Internet-Providern und Telkos. Bleibt zu hoffen, dass das Sprichwort „zu viele Köche verderben den Brei“ dabei nicht zutreffen wird.

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