Flughafen Zürich AG hält Kurs mit BI

Business Intelligence als Self-Service

Die Flughafen Zürich AG betreibt im Auftrag des Bundes eine der bedeutendsten Verkehrs- und Begegnungsdrehscheibe der Schweiz. Um den Betrieb effizient zu gestalten kommt eine Business Intelligence-Lösung als Self-Service zum Einsatz.

  • Flugzeug, Flughafen Zürich AG
  • Günther Summer, Teamleader ICT Data Management, ICT Business Services, Flughafen Zürich AG

    „Wir haben ein System gesucht, das uns die flexible Integration von Datenquellen über eine einheitliche Oberfläche ermöglicht, und Qlikview hat uns mit einem ausgereiften Systemarchitekturansatz und hoher Benutzerfreundlichkeit sowie Flexibilität überzeugt“, berichtet Günther Summer, Teamleader ICT Data Management, ICT Business Services, Flughafen Zürich AG.

Um die Entwicklung des Flughafenbetreibers effizient und mit der notwendigen Weitsicht auf (Wachstums-)Kurs zu halten, sollte das Berichtswesen optimiert werden. Und das mit einer klaren Maxime, wie Günther Summer, Teamleader ICT Data Management, ICT Business Services, Flughafen Zürich AG erklärt: „Überall wo Daten sind, müssen auch Analysen und Reports verfügbar sein – denn wozu sollte man Daten sammeln, wenn man sie nicht auch nutzbringend auswerten kann?“

Mit der bisherigen Herangehensweise über SAP BW, das Frontend BEx Analyzer sowie Crystal Reports war dies aufgrund der technischen Komplexität der Datenaufbereitung und -bereitstellung nur mit großem Aufwand möglich. „BI war bislang bei uns nur ein Thema für Experten“, so Summer weiter. „Wir wollten dafür sorgen, dass BI als Self-Service-Thema in den Fachabteilungen ankommt. Dafür muss zum einen das Single-Point-of-Truth-Prinzip eingehalten werden, um zu gewährleisten, dass alle Abteilungen mit den gleichen Daten arbeiten. Zum anderen muss die Benutzung so einfach wie möglich sein.“

Eigenständig, schnell und komfortabel analysieren

Der ambitionierte Plan: der Aufbau eines Data Warehouse als Ersatz für SAP BW, die Ablösung von Crystal Reports, BEx Analyzer, SAP BW-Cubes und eines ETL-Tools sowie die Etablierung einer neuen BI-Plattform für die performante Verarbeitung von SAP- und Non-SAP-Daten. Die Wahl fiel auf die Data-Discovery-Plattform Qlikview. Ausschlaggebend waren insbesondere die assoziative und speicherbasierte Technologie, Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit. Zunächst wurde ein Data Warehouse auf Basis von Microsoft-SQL-Server aufgebaut, in das die Reporting-Daten historisiert zusammen mit Stammdaten abgelegt werden. Als Schnittstellentechnologie kommt hierzu Enterprise-Service-Bus (ESB) zum Einsatz.

Flughafenreport, Frachtdatenanalysen und Schallschutzmessungen in einer App

Produktiv im Einsatz sind rund 40 Applikationen für die Bereiche Aviation, Passagierprozesse, ICT, Fracht, Gepäckabfertigung, Lärm und Umwelt sowie Facility Management und Parking, die von ca. 130 Unique Usern regelmäßig genutzt werden. Eine zentrale Rolle spielt der Daily Airport Report (DAR) auf Basis von mit der BI-Lösung berechneten Key-Performance-Indicators (KPIs) und Analysen. Dazu gehören die Anzahl der Abflüge, der Passagiere, der Anteil Transit- und Transferpassagiere sowie die Pünktlichkeit der Inbound- und Oubound-Flights. Im Operations (O)-Cockpit stehen Performance- und Auslastungskennzahlen zur Verfügung. Abrufbar sind zudem Kapazitätsanalysen innerhalb der Flughafeninfrastruktur und Auswertungen von Prozesszeiten im direkten Flugbetrieb. Das ICT-Reporting beinhaltet verdichtete Daten zu IT-Projekten, Störungen, Maßnahmen sowie Mitarbeiterinformationen wie Abwesenheitszeiten. Auch die rund 400 bei der Flughafen Zürich AG im Einsatz befindlichen Datenbanken werden über eine App verwaltet – abrufbar sind Informationen zu Versionen, Lizenzen und installierten Service-Packs.

Frachtdatenanalysen geben Auskunft über die Frachtmengen sowie Destinationen nach Kategorien wie Flughafen und Land. Die Applikation Dangerous Goods kommt im Rahmen der Sicherheitskontrolle auffälliger Gepäckstücke durch die Kantonspolizei zum Einsatz. Die Anwendung ist als iFrame in eine Webapplikation integriert, über die im Rahmen der Kontrollen Auswertungen gemacht werden. Analysiert werden auch Messdaten der in der Airport-eigenen Schallschutzhalle durchgeführten Triebwerkstests sowie allgemeine Lärmbelastungsdaten. Die Anwendung Estimated-Gate-Area-Usage berechnet, wie viele Personen am Folgetag wann an welchem Gate erwartet werden – eine wichtige Information für die Warenplanung der luftseitig angesiedelten Flughafen-Geschäfte. Zudem werden mithilfe der neuen BI-Lösung spezifische KPI-Analysen für das Airport-Collaborative-Decision-Making-Konzept (A-CDM) vorgenommen, das die effiziente Koordination aller Arbeitsabläufe am Abfertigungsprozess der Flugzeuge über einen umfassenden Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten gewährleistet. Verfügbar sind zudem Public Applications, auf die alle rund 1.700 Mitarbeitenden zugreifen können. Eine davon bildet die Aviation-Stammdaten ab. Über einen Feedback-Button können Fehler gemeldet werden, die dann im System korrigiert werden. Bereitgestellt wird des Weiteren ein Online-Katalog mit sämtlichen verfügbaren BI-Applikationen.

BI soll künftig auch mobil eingesetzt werden

Stemmen konnte Summer das Mammutprojekt dank des umfassenden BI-Know-hows sowie Engagements seines 4-Personen-Teams in zwei Jahren. Wichtig für den Erfolg der Migration war auch die tatkräftige Unterstützung aus den Fachabteilungen und von definierten Power-Usern (Designer). Weitere BI-Projekte sind in Planung: So sollen für den Bereich Finanzen und Controlling Applikationen zur Analyse von SAP-Daten entwickelt werden. „Darüber hinaus ist für dieses Jahr die parallele Einführung von Qlik Sense geplant, die dem 'Self-Service BI' Gedanken noch näher kommt und vor allem auch die mobilen Bedürfnisse unserer Kunden optimal mit HTML 5-Applikationen abdecken kann“, so Summer abschließend.



Bildquelle: Flughafen Zürich AG

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