Internationaler E-Commerce

Chancen und Risiken von Online-Handel in Asien

Für internationale Handelsunternehmen birgt der Online-Handel in Asien sowohl Chancen als auch Risiken.

Asien

Vor allem in China ist die Akzeptanz der im Westen üblichen Bezahlung per Kreditkarte äußerst gering.

Der asiatisch-pazifische E-Commerce-Markt für das Business-to-Consumer-Segment (B2C) erreichte 2014 gemäß eMarketer ein Volumen von rund 525 Milliarden US-Dollar; weltweit lag der Umsatz bei 1,47 Billionen US-Dollar. Für 2015 erwarten die Analysten weltweit Transaktionen in Höhe von rund 1,67 und für 2018 gar 2,356 Billionen US-Dollar. Dabei ist die asiatisch-pazifische Region mit etwa einem Drittel davon ein bedeutender Markt, dessen größter Treiber China ist.

Eine Expansion der E-Commerce-Aktivitäten in diese Region ist daher für viele internationale Händler attraktiv. Doch ihnen fehlt in der Regel das notwendige lokale Wissen. Um also die Früchte dieses Engagements zu ernten, gilt es einige Aspekte zu beachten. Denn aufgrund kultureller Unterschiede sowie teilweise fragmentierter Märkte lassen sich im Westen bewährte Geschäftsmodelle nicht einfach eins zu eins übertragen. Vielmehr heißt es zunächst, mögliche Fallstricke zu identifizieren.

Doch mit welchen Herausforderungen sehen sich Unternehmen bei der Ausweitung ihrer Geschäftsaktivitäten nach Asien konfrontiert? Antworten hierauf liefert eine Studie, die das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne 2014 im Auftrag von NTT Communications durchgeführt hat. Befragt wurden jeweils rund 100 Entscheidungsträger in Großbritannien sowie den USA, die bereits in Asien, vorrangig in China, Hongkong und Taiwan, aktiv sind. Sie stammen aus dem Einzelhandel, der Spiele- und Reisebranche sowie der Gastronomie. Sie erzielen einen Jahresumsatz von 50 bis 200 Millionen US-Dollar, davon mindestens zwölf Millionen US-Dollar aus dem E-Commerce.

81 Prozent der Befragten halten den globalen E-Commerce für ihren geschäftlichen Erfolg für entscheidend. Die Hauptanreize für die Expansion nach Asien seien höherer Umsatz und effizientere Lieferketten. Rund 60 Prozent gehen davon aus, dass das Volumen an E-Commerce-Transaktionen bis 2017 um bis zu 50 Prozent ansteigen wird. Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren gehören der Umfrage zufolge die Käuferbeziehungen sowie das Risiko- und Betrugsmanagement. Aber auch lokal bevorzugte Zahlungsmethoden und/oder die Wahl der grenzüberschreitenden Abrechnungswährung, gegebenenfalls unter Beachtung von Devisenbeschränkungen. Als größte Hürden bei der Expansion nach Asien wurden lokale Steuergesetze und Compliance-Bestimmungen, lokale Marktanforderungen, Sprachbarrieren, Logistik- bzw. Lieferschwierigkeiten sowie hohe Transaktionskosten ermittelt.

Andere Länder, andere Infrastrukturen

Die asiatische Netzwerkinfrastruktur ist weniger homogen als die europäische sowie US-amerikanische und oftmals von geopolitischen Linien durchzogen. Jedes Land hat eigene Regularien und gesetzliche Bestimmungen. In manchen sind die Anbieter Monopolisten, in anderen ist die Netzwerkinfrastruktur geschlossen. Auch gilt es, nicht vernetzte bzw. telekommunikationstechnisch unterentwickelte Länder zu umgehen.

Um dort zu reüssieren, kann es ratsam sein, mit einem Partner zusammenzuarbeiten. Er sollte als eine Art „Gateway-to-Asia“ fungieren und für die Kooperation mit internationalen Händlern gut aufgestellt sein. Dazu gehören nicht nur die notwendigen Sprachkenntnisse, er sollte auch die jeweilige Käuferkultur kennen. Desweiteren benötigt er Know-how in Bezug auf die richtige Technologie wie moderne Zahlungsmethoden auf Basis der passenden Transaktionswährungen. Denn vor allem in China ist die Akzeptanz der im Westen üblichen Bezahlung per Kreditkarte äußerst gering. Dort dominieren bei Online-Transaktionen virtuelle Geldbörsen wie E-Wallets oder die Begleichung über QR-Codes; die Zahlung über mobile Kanäle ist im Kommen.

Händler sollten ihren Kunden stets die komfortabelste Zahlungsmethode in der für sie akzeptablen Währung anbieten. Ideal ist eine Bezahllösung, welche die gesamte Zahlungskette über einen einzigen Kontaktpunkt abdeckt und sich einfach in die vorhandenen Systeme integrieren lässt. Dabei sollten moderne Sicherheits-Tools beim Risikomanagement unterstützen, um die Wahrscheinlichkeit betrügerischer Transaktionen zu minimieren. Entscheidend ist darüber hinaus, die Geschäfte in lokaler Währung abrechnen zu können, um Wechselkursaufschläge zu vermeiden, nationale Händlerrabatte zu begrenzen und echte Kostenersparnisse zu erzielen.

Hochverfügbare Infrastruktur

Um einen Online-Shop erfolgreich zu betreiben, bedarf es generell einer leistungsfähigen Infrastruktur sowie eines zuverlässigen Netzwerks. Hier sind neben Kosteneffizienz zunehmend Attribute wie Agilität und Flexibilität von Belang, um mit den sich wandelnden Anforderungen im Geschäftsalltag Schritt zu halten. Ein modernes E-Business bedingt nicht nur schnelle, kapazitätsstarke Verbindungen, sondern auch Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit. Besondere Anforderungen stellen heutzutage nicht nur die Big-Data-Anwendungen, sondern auch der Zugriff über mobile Endgeräte. Nicht zuletzt ist dabei die Sicherheit der Daten zu gewährleisten.

Kurz gesagt: Für stabile Verbindungen und eine konsistente Service-Qualität eignen sich moderne Technologien. Die Bereitstellung einer (Cloud-)Plattform und die Möglichkeit, mobile Endgeräte einzubinden sowie große Datenvolumina zu verarbeiten und auszuwerten, erfordert eine konvergente IT-Infrastruktur – insbesondere bei fragmentierten Netzwerken. Speziell dafür reicht ein traditioneller Ansatz oftmals nicht mehr aus. Besser eignen sich hierfür software-definierte Netzwerke (SDN) sowie virtualisierte Netzwerkfunktionen (NFV). Sie können den Investitionsaufwand (Capex) reduzieren, die Komplexität der Netzwerkinfrastruktur verringern und damit letztlich die operative Effizienz verbessern.


Checkliste:

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Expansion nach Asien:

  • Käuferbeziehungen auf lokaler und globaler Ebene
  • Risiko- und Betrugsmanagement
  • Know-how über lokal bevorzugte Zahlungsmethoden und/oder die Wahl der grenzüberschreitenden Abrechnungswährung, gegebenenfalls unter Beachtung von Devisenbeschränkungen


Die größten Hürden bei der Expansion nach Asien:

  • lokale Steuergesetze und Compliance-Bestimmungen
  • lokale Marktanforderungen
  • Sprachbarrieren
  • Logistik bzw. Lieferschwierigkeiten
  • hohe Transaktionskosten


Bildquelle: Thinkstock/iStock

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