Effizientes Verwalten dank IT-Service-Management

Cloud-Ressourcen entspannt steuern

Dank der Steuerung über das IT-Service-Management (ITSM) lassen sich Cloud-Ressourcen effizient verwalten. Mittlerweile nutzen viele Firmen Cloud-Umgebungen, um schnell und flexibel IT-Infrastrukturen bereitzustellen.

Cloud-Ressourcen entspannt steuern

Verwaltung, Transparenz und Kontrolle in der Cloud durch ITSM

Die agile Cloud-Welt bleibt aber häufig noch entkoppelt von den IT-Service-Management-Prozessen, mit denen die traditionelle Infrastruktur gesteuert wird. Diese Parallelwelten erschweren aber die effiziente Verwaltung, Transparenz und Kontrolle der genutzten Infrastruktur. Deshalb ist es beispielsweise aus Sicht der Usu GmbH unerlässlich, dass die Cloud-Umgebungen über die ITSM-Prozesse gesteuert werden.

Um Clouds umfassend zu verwalten, ist eine ganze Reihe von Prozessen notwendig. Die meisten unterscheiden sich dabei nicht von den ITIL-Prozessen, mit denen die traditionelle Infrastruktur verwaltet wird. Cloud-spezifisch werden die Prozesse erst, wenn es um den physikalischen Zugriff auf die Cloud-Plattformen geht. Im Folgenden werden wichtige ITIL-Prozesse aufgezeigt:

Service Catalog Management

Wollen Unternehmen die volle Kontrolle behalten, ist die Definition eines Regelwerks (Cloud Policy) und dessen Abbildung in einem zentralen Servicekatalog unumgänglich. So wird gesteuert, welche Nutzergruppen welche Services bis zu welchem Umfang beantragen, verändern und wieder stoppen dürfen.

Service Request Management

Über ein Self-Service-Portal können User Cloud-Services in derselben Art und Weise bestellen, wie sie auch die traditionellen Services beantragen (z. B. „Neuer PC-Arbeitsplatz“ oder „Installation MS Project“). Idealerweise nutzen die Anwender nur ein einziges Self-Service-Portal und müssen so im Zweifelsfall nicht einmal wissen, ob ein Service mithilfe lokaler Ressourcen oder externer Cloud-Services erbracht wird.

Service Level Management

Wie bei der traditionellen IT müssen auch für die Cloud Service-Level definiert bzw. überprüft und überwacht werden. In hybriden Umgebungen ist darauf zu achten, dass die Leistungsparameter der Cloud-Ressourcen so gewählt werden, dass das Service Level Agreement für den übergeordneten Business-Service erfüllt werden kann. Eine Servicekomponente aus der Cloud ist dabei genauso zu behandeln wie eine Servicekomponente aus der lokalen Infrastruktur.

Configuration und Change Management

Die Konfiguration von Cloud-Komponenten und deren Abhängigkeiten untereinander müssen dokumentiert und in Change-Prozessen berücksichtigt werden. Nur so kann ein sicherer Betrieb der Applikationen in der Cloud gewährleistet werden. Grundsätzlich ist es unerlässlich, die komplette für eine Applikation notwendige Infrastruktur mitsamt ihren Abhängigkeiten in einer Configuration Management Database (CMDB) zu dokumentieren, unabhängig davon, ob die Ressourcen von einer Public Cloud, Private Cloud oder dedizierter Hardware zur Verfügung gestellt werden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 09/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Financial Management

Die Kosten für Cloud-Services müssen genauso geplant, budgetiert, überwacht und auf die Kostenstellen der Leistungsempfänger verteilt werden wie die Kosten für die traditionelle Infrastruktur. Eine Besonderheit externer Clouds ist, dass die Provider monatlich die Gesamtkosten aller genutzten Services in Rechnung stellen und die IT daraus die Kosten für die einzelnen Leistungsempfänger innerhalb des Unternehmens ermitteln muss. Damit die Zuordnung möglichst automatisiert gelingt, stellen die Provider häufig Funktionen zur Verfügung, um die Ressourcen gemäß eines individuellen Namensschemas zu kennzeichnen und die Rechnungen dazu über APIs einzulesen.

Cloud-Prozesse: Cloud Provisioning

Der Aufbau, die Veränderung und der Rückbau von Cloud-Ressourcen können entweder manuell durchgeführt werden oder automatisiert per Web-API. Viel Arbeit erspart man sich mit der Automatisierung über die Web-APIs. Allerdings setzt jeder Cloud-Provider bzw. Hypervisor-Hersteller auf seine proprietären Methoden; eine Standardisierung der APIs gibt es nicht. Somit muss für jeden Cloud-Provider bzw. für jede lokale Virtualisierungsumgebung eine individuelle Schnittstelle aufgebaut und betrieben werden.

Cloud-Migration

Bei der Cloud-Migration werden Workloads von einer Cloud in eine andere verschoben. Innerhalb einer Virtualisierungsumgebung kann das Verschieben von virtuellen Maschinen mithilfe der Management-Konsole durchgeführt werden. Ein Verschieben von einer Pri­vate in die Public Cloud muss mit einem geordneten Abbau und Wiederaufbau erfolgen. Wie bei der erstmaligen Bereitstellung kann auch die Migration entweder manuell oder per Web-API durchgeführt werden.

Architektur für das Cloud-Management

Grundsätzlich ist es sinnvoll, die für das Cloud-Management nötigen ITIL-Prozesse im ITSM-Tool ablaufen zu lassen. Nur so kann eine Trennung der IT-Service-Management-Prozesse für die Cloud-Ressourcen und die traditionelle Infrastruktur vermieden werden. Das führt zudem dazu, dass die CMDB jederzeit den aktuellen Status der kompletten Infrastruktur dokumentiert. Dies ist, vor allem bei hybriden Infrastrukturen, eine unerlässliche Basis für den sicheren Betrieb.

Prinzipiell könnten auch die Cloud-Automation-Prozesse mithilfe der Werkzeuge des ITSM-Tools realisiert werden. Wenn allerdings heterogene Strukturen mit Virtualisierungsumgebungen und Clouds unterschiedlicher Hersteller gesteuert werden sollen, ist die Realisierung mittels eines spezialisierten Cloud-Automation-Tools der effizientere Weg. Mit dieser Architektur werden die Provider bzw. Virtualisierungssysteme vom ITSM-Tool entkoppelt. Gleichzeitig verbleibt die Kon-trolle über die aufzubauende Cloud-Umgebung im ITSM-Tool. Dieses ist in der Lage, automatisch auch die Cloud-Ressourcen in der CMDB abzubilden.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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