Viele Clouds, viel Verwirrung

Cloud-Services nicht ohne Strategie

Der Erfolg von Enterprise-Cloud-Services ist darauf zurückzuführen, dass sie schnell, einfach und zu geringen Implementierungskosten profitabel einsatzfähig sind. Wie fast alle Dinge, haben aber auch Cloud-Services ihre Stärken und Schwächen.

In Diskussionen mit Verantwortlichen aus den IT- und Fachabteilungen bezüglich der Einführung von Cloud-Services kommen immer wieder zwei Themen zur Sprache, die es zu bewältigen gilt:

  • Herausforderung eins: verstreute Daten. Unternehmensdaten befinden sich heute, zusätzlich zu den vielfältigen On-Premise-Systemen, in Dutzenden von Cloud-Silos. Eine 360-Grad-Sicht auf das Unternehmen zu erlangen, kann sich daher als schwierig erweisen. Geht es beispielsweise um die Profitabilität einer Produktlinie, müssen eine Vielzahl von Details ermittelt werden: beispielsweise die Informationen aus den Auftragsbüchern und Ausgangsrechnungen der ERP-Systeme, die sich abzeichnenden Kundenpotentiale, die Ermittlung der Kosten für Wartung und Support und die Reisekosten.
  • Herausforderung zwei: heterogene Entwicklungssysteme. Viele Anbieter von Enterprise-Cloud-Services ermöglichen nicht nur eine Anpassung der vorhandenen Funktionalitäten, sondern auch die Erstellung von Anwendungen und Mobile Apps, die völlig neue Funktionalitäten bereitstellen. Die meisten Software-Hersteller bieten aber nur proprietäre Entwicklungs-Tools, mit denen Unternehmen lediglich Applikationen für eine bestimmte Enterprise Cloud erstellen können. Nutzen sie mehrere Cloud-Services, müssen sie auch mehrere Tools verwenden – ganz zu schweigen von den zahlreichen proprietären Entwicklungswerkzeugen, wie sie die Hersteller von On-Premise-Applikationen im Rahmen ihrer Anwendungsmodernisierungs- und Transformationsinitiativen bereithalten.

Für Unternehmen bedeutet das: Sie sollten den zunehmenden Einsatz von Cloud-Services durch eine grundlegende Strategie sowohl für die Datenintegration als auch für die Applikationsentwicklung begleiten. Ansonsten werden sie nicht die erwünschten Geschäftsvorteile der Cloud, wie Flexibilität, Agilität und schnelle Time-to-Market, realisieren können. Sie enden dann vielmehr mit einer Vielzahl von Dateninseln, die sich nur schwer für Data-Mining- und BI-Zwecke erschließen lassen, und mit schwerfälligen Entwicklungs-Tools, mit denen sie nicht in der Lage sind, einfach und schnell neue Applikationen zu erstellen. 

Wie aber lassen sich diese beiden Herausforderungen meistern? Eine der Möglichkeiten besteht darin, Cloud-Integrations-Plattformen einzusetzen, die manchmal auch als Integration Broker oder B2B EDI bezeichnet werden. Diese Third-Party-Services ermöglichen einen Zugriff auf ein breites Spektrum von Enterprise-Cloud-Services und einen nahtlosen Datenaustausch zwischen diesen. Allerdings bieten sie nur eine Lösung für das Problem der verstreuten Daten, nicht aber für heterogene Entwicklungssysteme. Der vielversprechendste Ansatz hingegen besteht darin, das Problem heterogener Entwicklungssysteme mit einer aPaaS (Application Development Platform-as-a-Service) Umgebung anzugehen. Sie sollte über folgende Funktionalitäten verfügen:

  • Den Zugang zu Daten aus jedem Cloud-Service mit standardisierten Schnittstellen wie REST APIs.
  • Eine schnelle, modellgesteuerte Anwendungsentwicklung mit Hilfe eines Drag-and-Drop-Interfaces, das eine standardisierte Sprache wie Javascript verwendet – falls doch Programmcode zu schreiben ist.
  • Den Einsatz in jeder Cloud, um die unterschiedlichen Anforderungen von Unternehmen bezüglich Datenschutz und regulatorischer Compliance erfüllen zu können.

Unternehmen benötigen eine cloud-basierte Entwicklungsumgebung, wie sie beispielsweise Progress anbietet, mit der sie anhand einer grafischen Benutzeroberfläche mittels Drag&Drop schnell und unkompliziert neue Apps erstellen können. Mit einer solchen Entwicklungsumgebung sind Unternehmen in der Lage, mehrere proprietäre Tools durch ein einheitliches integriertes, web-basiertes und Mobile-App-Tool zu ersetzen, das über umfangreiche Data-Connectivity-Funktionen verfügt.


* Olf Jännsch ist Regional Vice President South, Central and Eastern Europe bei Progress.

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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