Kein Für und Wider

Cloud vs. physischer Storage

Im Interview betont Joachim Meurer, Channel Account Manager bei Storagecraft Technology: „Es gibt kein Für und Wider für Cloud oder physische Speichermedien. Entscheidend sind das Datensicherungs- und Wiederherstellungskonzept der Unternehmen sowie die Beantwortung der Frage, welcher Prozess für das Unternehmen am besten geeignet ist.“

Joachim Meurer, Storagecraft

„Objektbasiertes Storage wir ein entscheidender Faktor bei der zukünftigen Entwicklung im Storage-Markt sein“, meint Joachim Meurer von Storagecraft.

IT-DIRECTOR: Herr Meurer, wie präsent sind in Großunternehmen noch Papierarchive, sprich Keller voller Akten?
J. Meurer:
Heute benutzen fast alle Unternehmen Speichermedien und digitalisieren ihre Daten.

IT-DIRECTOR: Inwieweit sind die Unternehmen bereits mit der Digitalisierung ihrer Dokumente vorangeschritten bzw. haben die Digitalisierung überhaupt in Angriff genommen?
J. Meurer:
Der Gesetzgeber verpflichtet heute die Unternehmen zur Aufbewahrung (z.B. finanztechnische Vorschriften). Auch haften die Unternehmen für ihre Daten.

IT-DIRECTOR: Sind die digitalisierten Dokumente besser in der Cloud oder auf einem physischen Speichermedium (Magnetband, optischer Datenträger, etc.) aufgehoben? Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Speichermethode?
J. Meurer:
Es gibt kein Für und Wider für Cloud oder physische Speichermedien. Entscheidend sind das Datensicherungs- und Wiederherstellungskonzept der Unternehmen sowie die Beantwortung der Frage, welcher Prozess für das Unternehmen am besten geeignet ist.

IT-DIRECTOR: Welche Storage-Methoden eignen sich am besten für eine Langzeitarchivierung von Dokumenten und warum?
J. Meurer:
Für eine Langzeitarchivierung eignen sich Storage-Archivierungssysteme und Festplattensysteme mit Hash-Algorithmus und Spiegelung am besten.

IT-DIRECTOR: Welche Speichermethoden nutzen Großunternehmen tatsächlich anno 2016? Und welche Faktoren üben hierbei einen Einfluss aus?
J. Meurer:
Der Fokus liegt heute auf Storage-Speichersysteme zwecks schneller Wiederherstellung.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielt heute noch Magnetband in Großunternehmen?
J. Meurer:
In Großunternehmen findet man heute immer noch Magnetbänder, so z.B. in der Unix-Welt, AIX, Solaris, UX.

IT-DIRECTOR: Die Technik verändert sich bekanntlich rapide: Halten Sie es für möglich, dass es in zehn oder 20 Jahren bestimmte Speicherformate nicht mehr gibt?
J. Meurer:
Voraussichtlich wird es dann keine Magnetbänder mehr geben.

IT-DIRECTOR: Inwieweit können sich Unternehmen sicher sein, dass ihre Dokumente in zehn oder 20 Jahren von ihren aktuell verwendeten Storage-Systemen überhaupt noch auslesbar sind?
J. Meurer:
Standardisierte Dateiformate wird es auch in 20 Jahren geben, so dass Unternehmen auch zukünftig auch ihre Daten noch lesen können.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielen an dieser Stelle Standards und ISO-Normen oder dergleichen?
J. Meurer:
ISO-Normen sind eine Grundvoraussetzung bei der Speicherung von Daten. Zu nennen sind hier:

  • ISAE3000 – Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information
  • Deutsches Steuerrecht (§§238, 239, 257 HGB, §§ 145, 146,147 AO)
  • GAAP – General Acceptance According Principles
  • BMF – Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen
  • Deutsches BDSG – Anforderung der Löschung von Daten
  • IDW PS 330, IDW RS FAIT 1, IDW RS FAIT 3
  • Schweiz: OR §§ 957ff – Swiss regulations of the obligation law
  • Schweiz: Geber – Swiss Ordinance for account books
  • Österreich: The Austrian Tax Law BAO, the Austrian protection law DSG and the Austrian Option on generally accepted accounting principles for the use of information technology KFS DV/1

IT-DIRECTOR: Wie können Großunternehmen ihre Speicherinfrastruktur strategisch weiterentwickeln, um zukünftige Anforderungen abzudecken? Wie sollten Unternehmen hier vorgehen?
J. Meurer:
Es müssen im Unternehmen Standards festgelegt werden. Zudem müssen zukünftige SLAs über die Cloud und/oder ein lokales RZ abgebildet werden. Dabei sollte immer ein Backup- und Recovery-Konzept erstellt werden.

IT-DIRECTOR: Welche Faktoren beeinflussen Ihrer Meinung nach die zukünftigen Entwicklungen am Storage-Markt?
J. Meurer:
Objektbasiertes Storage wir ein entscheidender Faktor bei der zukünftigen Entwicklung im Storage-Markt sein.

Bildquelle: Storagecraft

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok