Commerzbank zentralisiert Java- und .Net-Programmierung

Die Commerzbank nutzt eine zentrale Drehscheibe für die Software-Entwicklung in heterogenen Umgebungen mit Java und .Net.

Commerzbank zentralisiert Java- und .Net-Programmierung

Die Commerzbank ist eine der führenden Privat- und Firmenkundenbanken in Deutschland. Mit rund 1.200 Filialen verfügt sie über das dichteste Filialnetz der deutschen Privatbanken. Sie hat mehr als 60 Standorte in gut 50 Ländern und betreut 14 Mio. Privat- sowie 1 Mio. Geschäfts- und Firmenkunden. Für die IT ist vor diesem Hintergrund neben hoher Zuverlässigkeit und Qualität auch die Verpflichtung zu höherer Effizienz z.B. durch die Straffung der Entwicklungsprozesse von großer Bedeutung. Ziel in der Anwendungsentwicklung ist deshalb eine möglichst umfassende, integrierte Entwicklungsumgebung. Seit 2009 stellt die Commerzbank zur Effizienzsteigerung sukzessive die heterogene interne Software-Entwicklungswelt in Java und .Net auf Microsoft Team Foundation Server als gemeinsame technologische Basis für das Application-Lifecycle-Management um.

Im Rahmen der Integration der Dresdner Bank wird auch die IT in der Einheit „Group Information Technology“ konsolidiert. Das umfasst die Zusammenführung der verschiedenen technologiebezogenen Tools zur Software-Entwicklung im Betrieb. Gearbeitet wird projektorientiert: Architekten, Entwickler und Tester erstellen Anwendungen für Hosts und SAP, .Net-basiert oder auf Basis von Java. Die Commerzbank verwendet dabei zwei Projektmodelle: Innovationsprojekte, in denen jeweils ein neues Produkt entwickelt wird, und Release Cluster, in denen mehrere verwandte Produkte gepflegt und weiterentwickelt werden. Vom Grundsatz her ist bei beiden Projektarten der Aufbau der Projektteams derselbe – es gibt einen Projektmanager, Entwickler, Business-Analysten, Tester usw. Das Unternehmen entwickelt traditionell nach dem Wasserfallprinzip und nach einem speziell an die Anforderungen der Bank angepassten CMMI-Template (Capability Maturity Model Integration). Mit Einsatz von Visual Studio Team Foundation Server wird zunehmend auch Scrum als agiles Vorgehensmodell verwendet.

Viele Plattformen und Tools

„Unser Ziel ist eine effektive und effiziente IT; deswegen haben wir bereits vor der Integration der Dresdner Bank die IT von einer Linien- auf eine Matrixorganisation umgestellt. Damit wurden Projekt- und Linienmanagement entflochten sowie fachliches und technisches Know-how getrennt“, erzählt Catalin George Raicu, Themenspezialist in Group Information Technology. „Bevor wir auf die neue Lösung als zentrales Werkzeug setzten, hatten wir viele unterschiedliche Tools: An­bieter mit verschiedenartigen Philosophien und Strategien sorgten u.a. für verschiedene Entwicklungsumgebungen.“ Die Integration der unterschiedlichen Infrastrukturen erforderte viel Aufwand; die Anpassung an die Bankprozesse war kostspielig.

Bei der Integration kommt es daher darauf an, die Diversität der Werkzeuganbieter zu limitieren und die Integration der Entwicklungsplattformen zu verbessern. Zudem sollen eine bessere Anpassung an die unternehmensspezifischen Prozesse erfolgen und nicht zuletzt die Trainingsaufwände vermindert werden. „Dazu untersuchten wir Entwicklungsumgebungen verschiedener Anbieter, die uns aber im Ergebnis nicht ausreichten. Auch eine Zusammenstellung einzelner Werkzeuge zu einer Entwicklungsumgebung haben wir als unvorteilhaft verworfen“, so Catalin Raicu weiter. „2006 installierten wir Visual Studio Team Foun­dation Server zunächst als Piloten für das Application-Lifecycle-Management der internen Microsoft-basierten Software-Entwicklung. Nach überzeugender Testphase entschieden wir uns 2007 dafür, diese Entwicklungsumgebung als Standard für alle auf Microsoft-Technologie basierenden Entwicklungen zu nehmen. Sie bietet eine umfassende Projekt- und Prozessintegration.“

Vereinigung heterogener Umgebungen

„Die neue Infrastruktur ist nun bereits die Standardentwicklungsplattform für Microsoft und auch für Java-Entwicklungen – wodurch wir die Integration verschiedener Entwicklungsplattformen verbessern“, ergänzt Nikolaus Finkenauer, Fachverantwortlicher für das Thema Group Information Technology der Commerzbank. „Unix-Projekte werden ebenfalls unterstützt.“ Eine gute Continuous-Integration, erlebbare Projektprozesse, ein gutes Zusammenspiel von Entwicklung und Business-Sicht nennt der Manager ebenfalls als Vorteil. „Ein Werkzeug für mehrere Plattformen wie Java und .Net und damit generell weniger Tools, das bedeutet geringere Lizenz-, Anpassungs- und Trainingskosten“, fügt Catalin Raicu hinzu. „Die Mitarbeiter sind zudem flexibler in unterschiedlichen Projekten einsetzbar.“

Als internationaler Konzern verfügt die Bank über Entwicklungsstandorte in Frankfurt am Main, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, London, Prag und Singapur. An den zentralen Server in Frankfurt sind die Lokationen über Proxy-Server angebunden. „Für die Commerzbank ist es wichtig, dass die Plattform das Arbeiten an geografisch verteilten Standorten optimal unterstützt und zudem stabil läuft“, sagt Catalin Raicu. „Die unterschiedlichen Zeitzonen verhindern längere Wartungszeiten, weil mit Team Foundation Server ständig gearbeitet wird.“ Derzeit wird gerade auf die 2010er-Version migriert. Ziel sind eine erhöhte Flexibilität bei der Prozessunterstützung und eine verbesserte Integration der Projektmanagementfunktionalitäten mit Office und Sharepoint Server. „Die enthaltenen Testmanagementfunktionalitäten überzeugen uns ebenfalls“, umreißt Nikolaus Finkenauer eine weitere Neuerung. Für die Zukunft wünscht er sich eine stärkere Mainframe-Unterstützung, damit für eine weitere technologische Plattform die einheitliche Lösung eingesetzt werden kann.

 

Die Commerzbank AG
Mit den Segmenten Privatkunden, Mittelstandsbank, Corporates & Markets, Central & Eastern Europe sowie Asset Based Finance bietet die Bank ein breites Portfolio. Die Bank besitzt rund 60 Standorte in 50 Ländern und betreut rund 14 Mio. ­Privat- sowie 1 Mio. Geschäfts- und Firmenkunden weltweit. ­
Mit künftig rund 1.200 Filialen verfügt die Commerzbank über eines der dichtesten Filialnetze der deutschen Privatbanken.
Im Internet: www.commerzbank.de

Bildquelle: Commerzbank

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