Massendatenverarbeitung

Controlling mit Big Data

Massendatenverarbeitung gibt es in Form von Großrechnern seit rund 40 Jahren. Was „Big Data“ im heutigen Verständnis davon abhebt, sind sehr hohe Komplexität in den Daten, hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit und zukunftsorientierte Analysen. Welche Auswirkungen hat also Big Data Analytics auf das Controlling?

Massendaten

Welche Auswirkungen hat Big Data Analytics auf das Controlling?

Hier gibt es zwei Ansätze: Die operative Steuerung bietet Chancen in Form von automatisierter Entscheidungsfindung. Auf der strategischen Ebene macht es Analytics möglich, durch innovative Fragestellungen Strategiekorrekturen oder -änderungen anzustoßen.

„Betrachtet man die Controlling-Abteilungen in Deutschland im Hinblick auf den Umgang mit Big Data, fällt auf, dass Statistik und Prognoseverfahren eine viel größere Rolle spielen müssten“, bemerkt Wolfgang Schwab, SAS Deutschland. „Der klassische Controller ist überfordert, wenn es darum geht, tatsächlich prädiktive Analytik anzuwenden. Somit wird nur ein kleiner Prozentsatz der Daten genutzt und das Potential nicht ausgeschöpft.“ Um es zu erschließen, muss sich der Controller im Hinblick auf die Datenanalyse im Hintergrund sowie auf quantitative Methoden, Statistik, Mathematik und Prognoseverfahren besser aufstellen. Schon in Aus- und Weiterbildung gilt es, die Sensibilität für Big Data Analytics zu steigern. „In die klassischen Controlling-Themen wie Reporting, Planung oder Budgetierung fließen heute neue Aspekte von Big Data ein“, erläutert Prof. Dr. Péter Horváth, emeritierter Professor für Controlling an der Universität Stuttgart und Gründer der Horváth AG. „So bezieht beispielsweise das Reporting prädiktive Analysen ein.“

Die Schnittstelle zwischen Con­trolling und IT-Bereich ist oft problematisch, da Controller immer noch vom Rechnungswesen bestimmt sind, während IT-Mitarbeiter wenig über „Entscheidungsunterstützung“ in der Praxis wissen. Der Transfer von technischen Daten in kaufmännische Informationen ist – beispielsweise mit SAS-Lösungen – möglich.

Damit der Controller wirklich zum „Business-Partner“ wird, muss er sich über das Rechnungswesen hinaus entwickeln und die Unternehmensprozesse besser verstehen. Damit er integratives Denken umsetzen kann, muss er die Wertschöpfungskette kennen und damit die Möglichkeiten der Datenauswertung. Ein Controller wird nicht interessiert sein an den operativen Daten, wie zum Beispiel die Produktion gesteuert oder wie gerade ein Bestellvorgang ausgelöst wird. Hier sind höhere Aggregationsstufen und Übersetzungen in Wert- oder Geldgrößen beziehungsweise in Kennzahlen wie Termineinhaltung oder Qualität gefragt.

Für die effiziente Auswertung von Big Data müssen die üblichen Methoden im Controlling erweitert werden. Controller müssen über das Rechnungswesen hinausgehen und prädiktive Analysen einbeziehen. Gerade auf strategischer Ebene kann Analytics innovative Fragestellungen liefern, die helfen, die Strategie anzupassen – und unterm Strich die Geschäftsergebnisse verbessern. Voraussetzung dafür ist, dass sich IT und Controlling annähern und integrativ denken.

 

Fünf Tipps für das Controlling mit „Big Data“
1. Integratives Denken: Der Controller muss über das Rechnungswesen hinausgehen und Unternehmensprozesse verstehen sowie wirtschaftliche Zusammenhänge betrachten.
2. Relevanz schaffen: Sinnvolle Aggregationsgrößen und -dimensionen müssen definiert werden, die in einer Wertschöpfungskette abgebildet sind.
3. IT und Controlling: Eine enge Zusammenarbeit stellt sicher, dass die relevanten Daten in der benötigten Qualität zur Verfügung stehen.
4. Methoden: Controller müssen sich besser aufstellen im Hinblick auf Datenanalyse, quantitative Methoden, Statistik, Mathematik oder Prognoseverfahren.
5. Schnittstelle: Der Controller muss eine Sensibilität für Fragen der Wirtschaftlichkeit und Effektivität entwickeln, um Optimierungsthemen zu erkennen.


Bildquelle: Thinkstock/iStock

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