Verfassungsschutz warnt vor WinNTI

Cyberspionage: Angriffswelle auf deutsche Wirtschaft

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt Unternehmen aktuell vor Angriffen der WinNTI-Gruppe. Das mutmaßlich chinesische Hackerkollektiv spioniert bevorzugt Großkonzerne aus.

Die Augenpartie eines mutmaßlichen Hackers

Kaum Schutz vor neugierigen Blicken – die Hackerbande WinNTI hat es u.a. auf sensible Betriebsgeheimnisse abgesehen.

Siemens, Bayer, Thyssenkrupp – kaum eine Hackergruppierung sorgt bei den deutschen DAX-Konzernen für mehr Furcht und Schrecken als WinNTI. Dem Kollektiv ist es in der Vergangenheit immer wieder gelungen, die Netzwerke von hiesigen Großunternehmen zu infiltrieren, um schließlich wirtschaftlichen Spionageaktivitäten nachzugehen.

Aktuell scheint die Bedrohung so ausgeprägt zu sein, dass sich das Bundesamt für Verfassungsschutz veranlasst sieht, konkrete Aufklärungsarbeit und Hilfestellung anzubieten. Die Cyberabwehr des Nachrichtendienstes geht demnach „von einer anhaltenden Angriffswelle durch den Akteur auf die deutsche Wirtschaft aus”, wie es in einer aktuellen Mitteilung heißt. Im gleichen Zuge wurden aktuelle Detektionsregeln und technische Indikatoren veröffentlicht, mit denen sich potentielle Infektionen enttarnen lassen sollen. Die Behörde rät dazu, die eigenen Unternehmensnetzwerke zu prüfen.

Die WinNTI-Gruppe ist inzwischen seit mehr als zehn Jahren aktiv und soll aus dem südostasiatischen Raum stammen. Die Bande wurde ursprünglich durch kriminelle Aktivitäten im Onlinegaming-Segment bekannt, hat sich dann aber zunehmend auf große Ziele aus der Wirtschaft konzentriert. Dass auch die hiesige Wirtschaft akut bedroht ist, stelle der Eset-Sicherheitsexperte Thomas Uhlemann bereits im April dieses Jahres klar, als die Bayer AG von einer Attacke betroffen war.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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