Neuer Platz für die Hardware

Darum lohnt der Umstieg auf Colocation

Im Interview erläutert Christian Kallenbach, Director of Business Development bei Verne Global, warum sich der Umstieg auf Colocation lohnt und wie man den ­Umzug der eigenen Hardware ins neue Rechenzentrum am besten organisiert.

Christian Kallenbach, Verne Global

Christian Kallenbach, Verne Global

IT-DIRECTOR: Herr Kallenbach, eigener RZ-Betrieb, Hosting oder Colocation – welche Betriebsform passt für welche Anforderung von Unternehmen am besten?
C. Kallenbach:
Viele Unternehmen kombinieren derzeit die angesprochenen Betriebsformen. Dabei werden unternehmenskritische Anwendungen, die zudem noch in Echtzeit abgewickelt werden müssen, oft in den firmeneigenen Rechenzentren untergebracht. Denn diese Daten werden nur ungern aus der Hand gegeben. Blickt man allerdings in andere Bereiche wie beispielsweise Disaster-Recovery-Betrieb, sind Hosting und Colocation ideal. Denn diese Anwendungen erfordern keine geringe Latenzzeit und können daher kostengünstig ausgelagert werden. Wir beobachten, dass die Popularität im Bereich Colocation steigt und nordische Länder wie beispielsweise Island, Norwegen, Schweden und Finnland immer mehr an Akzeptanz als Colocation-Standort gewinnen.

IT-DIRECTOR: Welche Service-Leistungen sind bei Colocation – über die Bereitstellung der Stellfläche hinaus – in der Regel eingeschlossen?
C. Kallenbach:
Die wichtigsten Service-Leistungen sind die physikalische Sicherheit des Rechenzentrums und der 24-Stunden-Betrieb inklusive der Überwachung wichtiger Komponenten. Zusätzlich bieten viele Anbieter auch einen White-Glove-Service an. Dieser Service unterstützt die Kunden mit technischem Support vor Ort: angefangen von der Lösung technischer Probleme bis hin zu routinemäßigen Wartungsarbeiten.

IT-DIRECTOR: Wie gestalten sich übliche Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen?
C. Kallenbach:
Die Vertragslaufzeiten bewegen sich zwischen drei und zehn Jahren für Colocation-Fläche. Die Kündigungsfristen sind daran angepasst und umfassen auch die üblichen Zeiträume für solche Vertragswerke. Dies deckt sich in vielen Fällen überdies mit dem Lebenszyklus der Hardware. Zumeist wird mit dem Ende der Vertragslaufzeit der Platzbedarf der Kunden neu kalkuliert und in diesem Zuge die Technik erneuert. So genießt der Kunde immer State-of-the-Art-Technologie.

IT-DIRECTOR: Was sollten IT-Verantwortliche bei der Planung und Durchführung eines Umzugs ihrer Unternehmens-IT in ein ­Colocation-Rechenzentrum beachten?
C. Kallenbach:
Neben der akribischen Planung und Terminierung ist die Sicherstellung der Verfügbarkeit aller Anwendungen im Umzugsprozess wichtig. Ebenso kann im Rahmen dieses Prozesses die Disaggregation der Daten vorangetrieben werden. Darüber hinaus bietet ein Umzug auch immer die Möglichkeit, eine Optimierung der Packungsdichte vorzunehmen. Viele Colocation-Anbieter können schon bis zu 15 Kilowatt pro Rack mit traditioneller Luftkühlung anbieten.

IT-DIRECTOR: Welcher Zeitrahmen sollte für den Umzug ­angesetzt werden?
C. Kallenbach:
Dies hängt zum einen von der Verfügbarkeit der Fläche beim Colocation-Anbieter ab. Zum anderen muss die Frage nach der Verfügbarkeit des benötigten Stroms geklärt werden. Gibt es auch hier grünes Licht, kann die Planungsphase beginnen. In der Regel kann ein Umzug innerhalb weniger Wochen erfolgen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 09/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

IT-DIRECTOR: Inwieweit sollte man teure Hardware speziell absichern?
C. Kallenbach:
Für den Transport und den Umzug gibt es spezialisierte Logistikanbieter, die den Umzug des Equipments organisieren und durchführen. Das bringt mehrere Vorteile mit sich: Die Planung und Organisation des Umzugs liegt in den Händen der Umzugsunternehmen, die viel Erfahrung mitbringen, und die eigenen Mitarbeiter können sich ihren Aufgaben widmen und sind nicht so stark durch den Umzug gebunden. Zudem bieten diese Umzugsspezialisten meist auch Komplettpakete, in denen Transportverpackung und entsprechende Versicherungen inkludiert sind.

Bildquelle: Verne Global

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