Effizienter SAP-Einsatz und bessere Sicherung

Darum setzt Westfleisch auf virtuelle Datenkopien

Die Unternehmensgruppe Westfleisch setzt für raschere Datenverfügbarkeit, ­verbesserte Sicherung und einen effizienteren SAP-Einsatz auf eine Plattform von Actifio zur Virtualisierung von ­Datenkopien.

Fleischstücke

Die Hauptverwaltung der Unternehmensgruppe Westfleisch befindet in Münster, an neun Produktionsstandorten erfolgen die Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung und Veredelung des Fleisches.

Westfleisch zählt zu den führenden Fleischvermarktern in Deutschland und Europa. Die Hauptverwaltung der rund 5.000 Mitarbeiter starken Firmengruppe sitzt in Münster in Westfalen. Aus dem ursprünglich handwerklich geprägten Gewerbe sind komplexe Prozesse mit anspruchsvollen Anforderungen an Lebensmittelsicherheit, Warenfluss und Dokumentation hervorgegangen. Dabei ist eine leistungsfähige und verlässliche IT im Wettbewerb unverzichtbar.

Der Nahrungsmittelspezialist betreibt SAP-, VM­ware- und Windows-Systeme. Die Speicherinfrastruktur basiert auf IBM-Komponenten. Dabei arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an der Modernisierung der gesamten IT und der Anbindung seiner Außenstellen. So nahm man sich zuletzt die Erneuerung der Speicherinfrastruktur vor, einschließlich Backup, Hochverfügbarkeit und Datenwiederherstellung. Ziel war es dabei auch, das Datenwachstum – infolge redundanter Datenkopien – in den Griff zu bekommen. Die Nutzung und Verwaltung der Geschäftsdaten sollte effizienter werden. Hauptgrund für die Modernisierung waren die zu langen Sicherungszeiten bei der Wiederherstellung von virtuellen Maschinen und Datenbanken. Hinzu kam eine begrenzte Möglichkeit, fernverwaltete Standorte in den Datensicherungsprozess einzubinden.

Es lagen verschiedene Anforderungen an die mögliche neue Speicher- und Datensicherungsinfrastruktur vor: eine weitergehende Nutzung der Virtualisierung, kurze Wiederanlaufzeiten der SAP- und DB2-Systeme, Verfügbarkeit geschäftskritischer Daten, Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit, einfache Bedienung, Investitionsschutz, Flexibilität, zukünftige Erweiterungen einzubinden, sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei der Erstellung der Anforderungen wurde nochmals deutlich, an wie vielen Stellen im Unternehmen rasche und zuverlässige Verfügbarkeit der Daten unverzichtbar sind. Dabei hatte das Projektteam stets im Hinterkopf, wie man die Nutzung der Daten weiter verbessern kann, um Prozesse zu optimieren. Im Fokus stand neben der Wiederherstellbarkeit auf Knopfdruck auch ein möglichst geringer Einfluss auf die aktuelle Konfiguration, eine zuverlässige und einfache Wiederherstellung von beliebigen Systemen sowie unkomplizierte Adminis­tration. Zudem musste die Lösung den Erwartungen hinsichtlich Investitionsschutz, Energieeffizienz und Flexibilität sowie einer einfachen Bedienung im Geschäftsalltag gerecht werden.

Schnelle Verfügbarkeit


Im Rahmen der Sondierung verfügbarer Lösungen fiel die Wahl auf eine Plattform von Actifio zur Virtualisierung von Datenkopien. Das Prinzip der sogenannten Copy-Data-Virtualisierung beruht darauf, statt speicherfressende physische Datenkopien für verschiedene Anwendungszwecke separat vorzuhalten, mit virtuellen Datenkopien zu arbeiten. Diese können auch in größerem Umfang schnell bereitgestellt werden, wobei die Lösung das gesamte Daten-Management-Spektrum abdeckt: Backup, Snapshot, Wiederherstellung, Disaster Recovery, Geschäftskontinuität, Replikation, Deduplizierung, Komprimierung, Verschlüsselung und WAN-Optimierung. Darüber hinaus ist die schnelle Verfügbarkeit virtueller Datenkopien für effiziente Test- und Entwicklungszwecke möglich. Der Anbieter konsolidiert diese Funktionen auf einer einzigen Plattform. Herkömmliche, separat vorgehaltene Silosysteme für Datenverwaltung sind damit unnötig. Ein kostspieliger Ausbau der Speicherkapazität kann so im Ansatz vermieden oder zumindest eingedämmt werden. Die Plattform bietet zudem eine Kontrolle über die Anzahl an Datenkopien die im Unternehmen im Umlauf sind und über deren Zugriff, während traditionelle Systeme die Menge an physischen Datenkopien kontinuierlich multiplizieren und der Zugriff nur schwer bis gar nicht zu kontrollieren ist.

Entkoppelung von der Infrastruktur


Die Verwaltung der Daten wird, vergleichbar mit der Server-Virtualisierung, von ihrer zugrunde liegenden Infrastruktur entkoppelt. Mittels der Virtual-Data-Pipeline-Technologie (VDP), einem verteilten Objektdateisystem, werden die grundlegenden Prozesse der Datenverwaltung – kopieren, speichern, verschieben und wiederherstellen – zentral virtualisiert. Die VDP-Technologie erstellt eine „goldene Kopie“ der Produktionsdaten, deren Änderungen inkrementell gespeichert werden. Bei Bedarf stehen die Daten im ursprünglichen Anwendungsformat für den jeweiligen Zweck virtuell zur Verfügung. Dadurch können Anwendungen über Actifio direkt auf virtuelle Datenkopien zugreifen, ohne dass Daten physisch verschoben werden ­müssen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Anhand der definierten Anforderungen erarbeitete die Blue Consult GmbH aus Krefeld eine firmenweite Lösung basierend auf der Plattform. Ergänzt wurde die Gesamtlösung bei Westfleisch durch eine Actifio-Appliance für Nicht-SAP-Maschinen zur Wiederherstellung im Notfall. Desweiteren sollten sieben Zweigstellen mit jeweils einer virtuellen Appliance (Sky) gesichert werden, die ihre Daten wiederum an den Hauptstandort übermitteln.

Mittlerweile sind die Lösungen bei Westfleisch im Produktiveinsatz. In der Zentrale in Münster verrichten zwei Appliances ihren Dienst, in den Außenstellen werden insgesamt sechs Sky-Appliances eingesetzt. Mehr als 200 Server-Systeme werden mit den Lösungen des Anbieters gesichert und die Daten der Außenstellen in die Zentrale repliziert. Die besonders geschäftskritischen drei SAP-Umgebungen, bei deren Ausfall ein Stillstand der Fließbänder droht, werden alle 30 Minuten gesichert.


Über Westfleisch
Gegründet 1928 als Viehverwertungsgenossenschaft ist Westfleisch heute einer der führenden Fleischvermarkter in Deutschland und Europa. Mehr als 40 Prozent der produzierten Menge werden in über 30 Länder exportiert. Über 4.000 bäuerliche Kooperationspartner erzeugen im Rahmen von Verträgen Schweine, Rinder und Kälber. Die Hauptverwaltung der rund 5.000 Mitarbeiter starken Unternehmensgruppe ist in Münster in Westfalen, an neun Produktionsstandorten erfolgen Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung und Veredelung.


Bildquelle: Thinkstock/iStock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok