Mit der Konkurrenz teilen

Das „Community Intelligence“-Paradox

Den meisten Unternehmen würde es zutiefst widerstreben, die eigenen Datenbestände ausgerechnet mit der Konkurrenz zu teilen. Tatsächlich ist es aber genau das, was sie in Zukunft brauchen werden, um den Überblick behalten und weiterhin profitieren zu können.

Würfelstapel

Community Intelligence gibt Unternehmen die Möglichkeit, Milliarden von Transaktionen über die verschiedensten Branchen zu analysieren.

Niemals zuvor war es möglich, auf derart große Datenmengen zuzugreifen wie heute. Sie sind das wichtigste Kapital, über das Unternehmen verfügen. Wie sinnvoll es ist, diese Informationen mit anderen Unternehmen zu teilen, hat zuletzt vor allem die Corona-Pandemie eindrucksvoll verdeutlicht. Quasi über Nacht änderten sich die Prioritäten und plötzlich stand die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter für viele an erster Stelle. Schutzmasken und Desinfektionsmittel waren gerade zu Beginn der Pandemie jedoch alles andere als leicht zu beschaffen. Durch den Austausch von Daten über Produkte und Lieferanten konnten Unternehmen jedoch zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass auch in dieser Ausnahmesituation alle ausreichend geschützt waren.

Doch auch über die Krise hinaus bringt das eine Vielzahl an Vorteilen mit sich: Wer die Effizienz steigern und Kosten reduzieren will, dem fällt es vermutlich schwer, die richtigen Ansatzpunkte zu erkennen, wenn er nicht weiß, wo überhaupt das Problem liegt. Wer einen Einblick in die Aktivitäten anderer hat, kann anhand anonymisierter Lieferdaten aber z.B. nachverfolgen, dass einige Lieferanten an das eigene Unternehmen immer manuelle Rechnungen schicken, während diese anderen automatisch auf elektronischem Wege ausgestellt werden. Ersteres bedeutet jedoch einen enormen Nachteil, da sich manuelle Rechnungen nicht so schnell verarbeiten lassen und deshalb immer mit einem Mehraufwand verbunden sind. Diesen simplen Fakt zu erkennen, kann den Abwicklungsprozess enorm verbessern.

Lösungen für Community Intelligence wie z.B. von Coupa geben Unternehmen die Möglichkeit, Milliarden von Transaktionen über die verschiedensten Branchen zu analysieren. So können sie neue Erkenntnisse gewinnen, interne Probleme aufdecken, aber auch unseriöse Lieferanten identifizieren und die Zusammenarbeit stoppen. Darüber hinaus wird auch die Grundlage für völlig neue Geschäftsmodelle geschaffen. So nutzt Google Maps beispielsweise passiv gesammelte Verbraucherdaten, um den Verkehr auf verschiedenen Reiserouten zu bewerten. Amazon und Airbnb hingegen verlassen sich auf die Bewertungen ihrer Nutzer, die anderen Kunden wiederum dabei helfen sollen, ebenfalls eine Kaufentscheidung zu fällen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Diese Beispiele zeigen: Im verbraucherorientierten Bereich gehören der Austausch und die Nutzung externer Daten bereits zum Alltag. Davon können sich auch B2B-Unternehmen eine große Scheibe abschneiden. Was sie jetzt etablieren müssen, ist ein neues Verständnis dafür, dass sie durch den gemeinsamen Zugriff auf Community-Daten der Branche als Ganzes helfen – und zwar ohne dabei die eigenen Geschäftsgeheimnisse oder Marketingstrategien zu kompromittieren. Diese neue Art von wettbewerbsorientierter Zusammenarbeit hat das Potenzial, sämtliche Branchen aufzuwerten und noch ungeahnte Möglichkeiten schon bald selbstverständlich werden zu lassen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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