Interview mit Gerhard Knoch, Infor

Das ERP-System wird mobil

Interview mit Gerhard Knoch, Vice President und General Manager DACH bei Infor, über die Mobility-Strategie des Unternehmens

Gerhard Koch, Infor

Gerhard Koch ist Vice President und General Manager DACH bei Infor.

IT-DIRECTOR: Herr Knoch, welche Strategie verfolgen Sie hinsichtlich Enterprise Mobility?
G. Knoch:
Eine dedizierte Mobilstrategie verfolgen wir seit der Markteinführung der Middleware Ion, die den zentralen Datenpool für alle mobilen Anwendungen generiert. Darüber lassen sich sämtliche mobilen Devices anbinden und entsprechende mobile Apps z.B. für Business Intelligence oder Customer Relationship Management mit Daten füttern. Generell bieten wir Apps auf HTML5-Basis sowie für verschiedene mobile Betriebssysteme, darunter iOS, Android und Windows Phone. Darüber hinaus sind unsere Apps auch offline-fähig nutzbar.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielen Wearables in Ihrer ­Mobilstrategie?
G. Knoch:
Wir bieten bereits eine Business-Intelligence-App (BI) für die Apple Watch. Damit werden die Nutzer per Alert informiert, wenn sich Kennzahlen drastisch verändern oder sie eine Freigabe tätigen müssen, was Unternehmens-Workflows effizienter gestaltet. Generell muss jede von uns entwickelte App auf das jeweilige Endgerät zugeschnitten sein, da die Benutzerfreundlichkeit sonst nicht gewährleistet wäre.

IT-DIRECTOR: Welche klassischen ERP-Funktionen lassen sich am besten mobil abbilden?
G. Knoch:
Insbesondere in der Produktion gibt es viel Potential. So können sich Produktionsleiter per Tablet über aktuelle Auslastungen und Stückzahlen informieren lassen. Zudem sind bei Außendienstlern neben CRM-Funktionen auch ERP-Einblicke gefragt. Sie müssen Stammdaten abrufen sowie nach erfolgreich abgeschlossenen Aufträgen nachgelagerte Prozesse im Einkauf, der Produktion und Logistik anstoßen können.

IT-DIRECTOR: Welche ERP-Trends sehen Sie?
G. Knoch:
Viele Anwenderfirmen modernisieren vorhandene ERP-Landschaften oder sehen sich gezwungen, auf ein komplett neues System umzusteigen. Die Gründe dafür sind vielfältig: So wird das bisher genutzte ERP-System vom Hersteller abgekündigt oder der Anwender selbst wird von einem Konzern übernommen und muss im Zuge dessen die IT-Systeme der Muttergesellschaft adaptieren.

Zudem gibt es Firmen, die ihre in die Jahre gekommenen ERP-Eigenentwicklungen durch Standardsysteme ersetzen. Nicht zuletzt kommt es häufig vor, dass Anwenderunternehmen die ERP-Release-Zyklen der letzten Jahre nicht mitgegangen sind. Anstatt einen großen Update-Sprung zu machen, führen sie lieber ein neues System ein.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2015. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

IT-DIRECTOR: Wie lange werden ERP-Systeme genutzt?
G. Knoch:
Die meisten Analysten gehen von einer Lebensdauer der ERP-Systeme im Unternehmenseinsatz von sieben bis acht Jahren aus. In der Praxis laufen ERP-Systeme bei manchen Kunden mitunter gar bis zu 15 Jahren und länger.

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