Digital Labs

Das sind die besten Digitallabore deutscher Unternehmen

Nicht clever kleckern, sondern intelligent klotzen – so lautet das Erfolgsrezept deutscher Innovations-Labs.

Junge Menschen bei der Arbeit

So machen sich Konzerne auf die Spuren von Start-ups

Die Digital Labs, digitale Einheiten deutscher Konzerne und Mittelständler, arbeiten wieder näher am Kernprodukt der Unternehmen. Gleichzeitig werden sie größer und schlagkräftiger. So lauten die Ergebnisse der Studie „Konzerne auf den Spuren von Startups 2019“ von Infront Consulting & Management, Tochter der KPS AG, und des Wirtschaftsmagazins Capital. Die Studie zeigt, wie Innovationen entstehen, eingesetzt und großgezogen werden.

Als beste Digital Labs 2019 wurden Audi Denkwerkstatt, EnBW Innovation, Qiagen Digital Accelerator, ProSiebenSat.1 Accelerator, SAP Innovation Center Network und Viessmann Wattx ausgezeichnet. Im Rahmen der Untersuchung lag der Fokus dieses Jahr auf den Innovationsergebnissen. Drei Entwicklungsphasen wurden unter die Lupe genommen:

  • Innovation Discovery: Wo und wie entstehen die besten Ideen und Konzepte?
  • Innovation Development: Wie werden diese zu Prototypen entwickelt?
  • Innovation Scaling: Wie werden Innovationen zu wirtschaftlichen Erfolgen?

Einige zentrale Erkenntnisse und Erfolgsmuster lassen sich wie folgt skizzieren:

  • Innovation Discovery: Unter den erfolgreichsten Innovations-Teams sind diejenigen, die sich bewusst auf wenige, strategisch ausgewählte Felder für digitale Innovationen konzentrieren. Bei der Ideenauswahl gehen die Labs mittlerweile konservativer vor: Ideen sollen nicht nur für sich genommen attraktiv und in sich stimmig sein, sie müssen auch die Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen des Unternehmens berücksichtigen. Nicht nur die richtigen Themen sind für den Erfolg entscheidend, sondern vor allem auch die richtigen Teams und Köpfe hinter den Innovationen.
  • Innovation Development: Das Ganz-oder-gar-nicht-Prinzip verspricht den größten Erfolg: Die besten Digitallabore haben mit einer kompromisslosen Geradlinigkeit überzeugt, auch bei der personellen Besetzung. Ein gutes Team ist essentiell für jedes Innovationsvorhaben.Der Weg bis zu ersten zahlenden Kunden ist in der Umsetzung meistens länger, zäher und anstrengender als vorher angenommen. Desweiteren entwickeln erfolgreiche Teams wöchentlich neue – physische wie digitale – Prototypen, um schnell Kunden-Feedback einholen zu können.
  • Innovation Scaling: Hier finden sich die ersten untersuchten Einheiten mit mehr als 100 Mitarbeitern. Die ersten Unternehmen beginnen zu investieren, um zuvor gut getestete Prototypen erfolgreich in den Markt zu bringen. Gerade im Mittelstand bündeln viele Firmen die immer und überall raren Ressourcen für digitale Innovation in einer kompakten Einheit. Im Fall disruptiver Innovationen sollten die Teams aus der Kernorganisation ausgegliedert werden, um erfolgreich zu sein.

Der Infront-Partner und Studienleiter, Thomas Sindemann, meint dazu, dass sich viele Unternehmen noch in kleinen Testszenarien bewegen, während andere bereits mit großen Lösungsansätzen an den Markt gehen. Seine Empfehlung aus den Studienergebnissen lautet daher pointiert: „Nicht clever kleckern, sondern intelligent klotzen.“

Nachhaltigkeit im Trend

Mit etwa 230 „Digital Innovations“-Einheiten der in Deutschlands etablierten Unternehmen ist die Zahl im Vergleich zum letzten Jahr um ein Drittel gewachsen. Der Großteil der Teams beschäftigt sich laut Studie mit bekannten Themen wie Advanced Analytics, Artifical Intelligence, Internet of Things oder Multi Sided Platforms. Ein Trendthema lautet Nachhaltigkeit. Viele Labore orientieren sich thematisch wieder stärker an den Corporate-Teams und den Kernprodukten ihrer Mutterfirmen. Nur ein Drittel beschäftigt sich mit Geschäftsmodellen für neue Märkte. Während 73 bzw. 94 Prozent der Units in den Bereichen Entdecken und Entwickeln von Innovationen aktiv sind, beschäftigen sich nur 46 Prozent mit der Skalierung von Innovationen.

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