Studie: Entscheidungen fallen zu langsam

Daten als Grundlage der Entscheidungsprozesse

Die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen heute Entscheidungen treffen müssen, ist höher als jemals zuvor. Gut die Hälfte aller deutschen Unternehmen benötigen für geschäftskritische Entscheidungen mehr als einen Tag – nur sieben Prozent sind in der Lage, wichtige Entscheidungen unmittelbar zu treffen.

Die Ergebnisse stammen aus einer europäischen Studie, die das Unternehmen Netapp in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne durchgeführt hat. In Deutschland wurden hierfür 200 Entscheider befragt, der Rest stammt aus neun EMEA-Ländern: Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Niederlande, Israel, Schweiz und Österreich. 1400 leitende Entscheider nahmen im Oktober 2012 an der Umfrage teil. Alle Befragten arbeiteten in Firmen mit mehr als 250 Angestellten.

In einem von internationaler Konkurrenz geprägten Geschäftsumfeld müssen unternehmensrelevante Entscheidungen schneller getroffen werden als jemals zuvor. Gemäß der Studie wollen nahezu zwei Drittel (61 Prozent) der Führungskräfte schneller ein Urteil finden als noch vor einem Jahr. 88 Prozent sagen, dass die Entscheidungen eiliger seien gegenüber vor fünf Jahren.
 
Weniger als ein Viertel (22 Prozent) der Befragten glaubt, dass sie immer in der Lage sind, innerhalb des notwendigen Zeitrahmens zu urteilen. Der Rest (88 Prozent) gibt an, dass strategische Entscheidungen nicht so schnell fallen, wie es die geschäftliche Entwicklung erfordern würde. Die Mehrheit (52 Prozent) benötigt im Schnitt mehrere Tage oder länger für einen Beschluß.
 
Die am häufigsten genannten Auswirkungen sind der Verlust eines potenziellen Neukunden (43 Prozent), Wettbewerbsnachteile und Umsatzrückgänge (jeweils ein Drittel) sowie Kündigungen von Bestandkunden (30 Prozent).

Harte Fakten schlagen das Bauchgefühl
 
Im Unternehmen sind Daten die wesentliche Grundlage für einen Entscheidungsprozess. Neun von zehn Führungskräften vertrauen daher eher auf Fakten, als auf ihren Instinkt. Trotzdem gab die Mehrheit der Befragten an, dass sie oft oder immer strategische Entscheidungen treffen, ohne zuvor relevantes Datenmaterial heranzuziehen. Die Studie folgert, dass Unternehmer, obwohl sie den Wert von Daten für einen sachlich basierten Entscheidungsprozesses kennen, oftmals auf die Nutzung dieser Informationen verzichten.
 
71 Prozent der befragten Führungskräfte sind der Meinung, dass ihnen für eine Entscheidung nicht immer die passenden Daten zur Verfügung stehen. Für 24 Prozent der Teilnehmer sind die Informationen nicht ausreichend, während 39 Prozent nicht die richtigen Daten erhalten. 30 Prozent können innerhalb ihrer Organisation die Daten nicht schnell genug abrufen. Lediglich 29 Prozent der Befragten haben die Möglichkeit, unmittelbar auf entscheidungsrelevante Daten zuzugreifen. Die übrigen 71 Prozent erhalten die Informationen über Mitarbeiter, die die Daten entsprechend aufbereiten.Die Auftraggeber der Studie bemerken, dass diese zusätzliche Ebene zwischen dem Entscheidungsträger und den originären Daten dazu führt, dass mehr als drei Viertel der Befragten mit den gelieferten Informationen unzufrieden sind. Zu den Gründen zählen fehlende Details (29 Prozent) sowie die langen Wartezeiten, bis die Daten vorliegen (27 Prozent).

www.netapp.com
Bildquelle: günther gumhold  / pixelio.de



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