Die Rolle von Unterseekabeln

Datenautobahn unter Wasser

Wie globale Netzwerke, Globalisierung und Digitalisierung zusammenspielen – und welche Bedeutung dabei breit verlegte Unterseekabel besitzen

Internet Content Provider wie Google oder Amazon nutzen bereits intensiv Unterseekabel.

Internet Content Provider wie Google oder Amazon nutzen bereits intensiv Unterseekabel.

Digitale Transformation gilt derzeit als großer Hype und ist eng mit einem weiteren überstrapazierten Begriff verbunden: Globalisierung. Letztere würde ohne digitale Transformation nicht zunehmen und digitale Transformation hätte ohne Globalisierung eine geringere Bedeutung. Beides erfordert kontinuierliche Innovation und den Ausbau von globalen Netzwerkplattformen, die beispielsweise mit Unterseekabeln als integralem Bestandteil Kommunikation über Kontinente hinweg ermöglichen können. Traditionell bezeichnet die Globalisierung den Handel mit Gütern, von Elektronik und Kleidung bis zu vielen weiteren Artikeln.

Das McKinsey Global Insti­tute stellt in seinen Forschungsergebnissen fest, dass der globale Austausch von digitalen Informationen mittlerweile einen größeren Einfluss auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) hat als der Warenhandel. So ist „die genutzte grenzüberschreitende Bandbreite seit 2005 um das 45-Fache gestiegen“ und bis 2020 wird ein weiterer Anstieg um das Neunfache erwartet. In Dollar ausgedrückt: Daten und Informationen umfassten 2,8 Billionen Dollar der 7,8 Billionen Dollar an globalen Gütern, Dienstleistungen, Finanzen, Personen und Daten, die 2014 zum weltweiten BIP beitrugen.

Generell nutzen Internet Content Provider wie Google oder Amazon bereits intensiv Unterseekabel, um die unglaublichen Datenmengen, die sie und ihre Nutzer erzeugen, handhaben zu können. Daneben spielen auch Internet Service Provider (ISP) eine entscheidende Rolle, da diese die Unterseekabelnetzwerke bereitstellen und warten. Aus globaler ISP-Perspektive ist dabei ein Aufwärtstrend beim Datenverkehr und den -kapazitäten erkennbar. Daher müssen die Provider Lösungen, Kapazitäten und Reichweiten bieten, die der Nachfrage gerecht werden.

Daneben haben sich die Anforderungen an die Vernetzung in den vergangenen Jahren stark verändert. Ein wichtiger Faktor war dabei der Anstieg von Cyberbedrohungen. Nach Angaben von Cybersecurity Ventures werden die jährlichen Kosten für Schäden durch Cyberkriminalität bis 2021 weltweit sechs Billionen Dollar betragen. Zudem wechseln viele Unternehmen von traditionellen, standortbasierten Sicherheitsmaßnahmen zu modernen Lösungen. Das setzt eine cloud-basierte, adaptive Netzwerksicherheit der nächsten Generation voraus. Internet Service Provider müssen diesen Bedarf an sicheren verschlüsselten Glasfasernetzwerken decken, um die immer größer werdenden Datenmengen und latenzempfindlichen Informationen effizient zu verwalten und schützen.

Als Reaktion auf den explosionsartigen Anstieg von angeschlossenen Geräten und Anwendungen in der Cloud wurden Software-defined Networking (SDN) und damit verbundene Technologien ein wichtiger Bestandteil des Netzwerks. Sie können Unternehmen zusätzliche Kontrolle und Flexibilität für Anwendungen bieten. So wird SD-WAN (Wide Area Network) immer beliebter, weil viele, vor allem global agierende Unternehmen, zahlreiche Zugangsnetze und Back­bones für ihre Geschäfte nutzen. Die weltweite „SD-WAN-Prognose 2017–2021“ von IDC sagt etwa voraus, dass der Markt für diese Technologie von 225 Millionen Dollar im Jahr 2015 auf 8,05 Milliarden Dollar bis 2021 steigen wird.

Außerdem migrieren immer mehr Unternehmen wichtige Anwendungen und Daten in die Cloud und nutzen meist mehrere Cloud-Umgebungen. Daher benötigen sie Mittel, um die Infrastrukturen, Anwendungen und Services über mehrere Clouds einfach bereitzustellen. Das gilt auch für Cloud-Connect-Lösungen, mit denen sich Unternehmen über öffentliche, private oder hybride Verbindungen mit beliebigen Cloud-Providern oder -Architekturen vernetzen können. Nicht zuletzt ist die Skalierbarkeit dieser Lösungen ein kritischer Faktor für die digitale Transformation, denn der Bedarf von Unternehmen ändert sich stetig. Um dies auf globaler Ebene zu ermöglichen, können Provider mit einem weltweiten Netzwerk und einem großen Anteil an Unterseekabeln wie etwa Centurylink eine wichtige Rolle spielen.

Die Einführung neuer Kommunikationsdienste wird 2018 fortgeführt. So wird die Bedeutung von Ethernet, Geschwindigkeit und höheren Bandbreiten weiter steigen. Um so viele Netzwerkfunktionen wie möglich zu virtualisieren, kann neben SDN auch Network Functions Virtualization (NFV) als Schlüsseltechnologie entscheidend sein. Ferner ist Automatisierung wichtig. Dazu gehört auch die Konzentration auf einen service-orientierten Ansatz für das Netzwerkmanagement, wie das Network Configuration Protocol (Netconf) von IET, die Datenmodellierungssprache Yang sowie das Angebot von Netzwerktechnologien, wie Segment-Routing. Gleichzeitig wird die Erforschung des drahtlosen Festnetzzugangs eine Rolle spielen. Da laut dem Visual Networking Index von Cisco der von drahtlosen und mobilen Geräten generierte Datenverkehr bis 2021 mehr als 63 Prozent des gesamten IP-Verkehrs ausmachen wird, muss die drahtlose Netzwerkinfrastruktur auf diese Anforderungen ausgerichtet sein.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 06/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Internet Service Provider mit globalem Netzwerk und umfassender Unterseekabelabdeckung schaffen, dass Unternehmen kosteneffizient, einfach und standortunabhängig ihre Zielgruppen erreichen können. Ein solches Netzwerk ist mittlerweile für Firmen enorm wichtig geworden, weil es auch als Grundlage für viele Kommunikationstechnologien dient.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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