Sicherheit im Internet der Dinge

Datenschutz gewährleisten

Im Internet der Dinge sind die Anbieter gefordert, Datenschutz zu gewährleisten. Dies betont Gert Brettlecker, Tech-Verantwortlicher Enterprise Solutions bei Airlock, im Interview.

Gert Brettlecker, Airlock by Ergon

Gert Brettlecker, Tech-Verantwortlicher Enterprise Solutions bei Airlock by Ergon

IT-DIRECTOR: Herr Brettlecker, im Zuge der Verbreitung des Internets der Dinge und der damit verbundenen „totalen Vernetzung“ entstehen für Dritte (u.a. Hersteller, Dienste-Anbieter, Cyber-Kriminelle, staatliche Institutionen) unzählige Möglichkeiten, an Nutzerdaten zu gelangen. Inwiefern kann dabei der Schutz von Privatsphäre und die Einhaltung des Datenschutzes aufrechterhalten werden?
G. Brettlecker:
Die Verwendung von State-of-the-Art-Sicherheitsmaßnahmen und professionelle Software-Entwicklung gibt einen guten Schutz vor „normalen“ Hacking-Angriffen. Generell sollte mit den Daten von Kunden sorgsam umgegangen und über die Verwendung der Daten transparent Auskunft gegeben werden. Technisch gibt es hier eine Vielzahl von Sicherungsmaßnahmen und Möglichkeiten, auch die Zustimmung der Kunden abzuholen. So geschieht es ja zum Beispiel bereits bei den Installationen von Apps aus den App-Stores. Die Realität ist momentan leider noch nicht immer auf dem gewünschten Niveau. Hier kann zwar durch Gesetze und Datenschutzrichtlinien etwas Verbesserung geschaffen werden. Der wichtigste Punkt aus meiner Sicht ist, dass die Benutzer/Kunden selbst mehr Sorgfalt auf ihre Privatsphäre und Sicherheit ihrer Daten legen. Ein stärkeres Bewusstsein der Konsumenten wird die sorgfältigen Anbieter im wirtschaftlichen Wettstreit stärken.

IT-DIRECTOR: Oder andersherum gefragt: Wie können sich Nutzer im Internet der Dinge künftig vor dem Missbrauch ihrer Daten schützen und die Hoheit über ihre digitale Identität behalten?
G. Brettlecker:
Nutzer können sich schützen, indem sie seriöse Anbieter wählen und nicht automatisch das günstigste Angebot bevorzugen. Sie können auch beim Anbieter nachfragen, wie der Datenschutz gewährleistet wird, wenn sie sich unsicher sind.

IT-DIRECTOR: Stichwort Unternehmenssicherheit: Inwieweit lassen sich IoT-Szenarien in vorhandene IT-Sicherheitslösungen einbinden? An welchen Stellen muss die Sicherheitslandschaft auf jeden Fall „IoT-ready“ gemacht werden?
G. Brettlecker:
IoT-Szenarien lassen sich bei entsprechendem Know-how gut in vorhandene Sicherheitslösungen integrieren. Selbst kleinste günstige Embedded Controller können heute bereits State-of-the-Art Sicherheitsmaßnahmen wie z.B. TLS/SSL Verbindungen mit Client-Zertifikaten unterstützen. Wichtig ist auch hier das Bewusstsein der Konsumenten/Kunden. Erst durch Druck vom Markt werden diese Maßnahmen auch implementiert, da sie natürlich die Lösungen etwas teurer machen und auch mehr Know-how in der Geräteentwicklung bedeuten.

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