Komplizierter Deal um VMware

Dell kehrt nach fünf Jahren an die Börse zurück

IT-Anbieter Dell möchte über einen Umweg nach nahezu fünf Jahren Abwesenheit an die Börse zurückkehren.

Der Vorstandsvorsitzende von Dell, Michael Dell, spricht auf der Dell EMC World 2017. Foto: John Locher

Der Vorstandsvorsitzende von Dell, Michael Dell, spricht auf der Dell EMC World 2017. Foto: John Locher

Mithilfe eines aufwendigen Aktiendeals um die 2016 übernommene Software-Firma VMware plant Dell eine erneute Notierung. Die Kontrolle soll dabei allerdings fest in der Hand von Gründer und Chef Michael Dell bleiben.

Von der Börse genommen wurde der ehemals weltgrößte PC-Hersteller bereits im Jahr 2013, als der 53-Jährige das Unternehmen mit Finanzinvestoren für rund 25 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen hatte. Die Folge: Jede Menge Schulden, die nicht zuletzt auch durch die 67 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Speicherspezialisten EMC entstanden.

Der bekanntgegebene Deal soll nun helfen, diese zu tilgen, und zugleich die Firmenstruktur vereinfachen. Seit der EMC-Übernahme habe Dell 13 Milliarden Dollar Schulden abbezahlt und sieht die „Kern-Verschuldung” mit Abzug einiger Verbindlichketen noch bei 37,8 Milliarden Dollar, hieß es in einer Telefonkonferenz am Montag.

Michael Dell bleibt in der Führung

VMware gehörte zum EMC-Konzern. Bei der Übernahme 2016 blieb VMware über eine sogenannte „Tracking-Aktie” als eigenständiger Bereich an der Börse notiert, während Dell gut 80 Prozent der Anteile bekam. Jetzt bietet Dell den Besitzern dieser Tracking-Aktien jeweils 1,3665 Anteilsscheine von Dell Technologies oder 109 Dollar in bar an. VMware zahlt diesen Aktionären zudem eine Sonderdividende von elf Milliarden Dollar. Der Deal wird insgesamt rund 22 Milliarden Dollar schwer. Nach Abschluss der Transaktion wird eine Art von Aktie von Dell Technologies – Papiere der Klasse C – an der New Yorker Börse gehandelt werden können.

Michael Dell gehören weiterhin rund 72 Prozent von Dell Technologies. Er werde die Firma auch nach wie vor mit einem Fokus auf die langfristigen Ergebnisse führen, betonte Dell am Montag. Ein Argument dafür, das Unternehmen von der Börse zu nehmen, war, dem von Quartalsberichten getriebenen Erfolgsdruck der Anleger zu entgehen.

Dell war nach Zahlen der Markforschungsfirma IDC im ersten Quartal dieses Jahres die Nummer drei im weltweiten PC-Geschäft nach HP und Lenovo mit 10,2 Millionen verkauften Computern und einem Marktanteil von 16,9 Prozent. Michael Dell hatte mit seiner 1984 gegründeten Firma die PC-Branche über ein Online-Direktverkaufs-Modell aufgemischt. Nach dem Abschied von der Börse setzte er auf das Software- und Cloud-Geschäft, um das jahrelange Schrumpfen des PC-Marktes abzufedern.

dpa/pf

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