Herausforderungen der Corona-Krise

„Der Aufwand hat sich erhöht“

Im Interview erläutert Peter Schneider, Chief Product Officer bei Efecte, welche Herausforderung die Corona-Krise für IT-Verantwortliche beim Netz- und Systemmanagement mit sich bringt.

Peter Schneider von Efecte

„Aus Compliance-Sicht müssen IT-Verantwortliche ihre Sicherheits- und Zugangskonzepte an die neue Situation anpassen“, betont Peter Schneider von Efecte.

ITD: Herr Schneider, vor welchen IT-Herausforderungen stehen Unternehmen angesichts der Corona-Krise?
Peter Schneider:
Mitarbeiter sitzen im Home Office, Meetings und Präsentationen finden aktuell fast ausschließlich online statt. Die meisten Unternehmen waren auf diese Situation nicht vorbereitet und mussten technisch aufrüsten: angefangen bei Notebooks über Server-Hardware bis hin zur Installation von Compliance-konformer Meeting-Lösungen. Während sich Besprechungen recht unkompliziert über Online-Dienste wie Zoom, Slack oder Microsoft Teams realisieren lassen, haben Organisationen mit papiergebundenen Prozessen nach wie vor große Probleme, ihre Arbeitsweise umzustellen. Viele Unternehmen verfügen zudem noch nicht über die notwendige Ausstattung, sodass nur ein Teil der Belegschaft im Home Office arbeiten kann. Damit Mitarbeiter Zugriff auf Informationen, Akten und Vertragsdokumente erhalten können, müssen IT-Organisationen nun längst überfällige Digitalisierungsprojekte voranbringen – was unsere Kunden auch mit Hochdruck tun.

ITD: Was bedeutet das für die Bereiche „Netz- und Systemmanagement“?
Schneider:
Organisationen müssen sich stärker denn je mit der Bereitstellung von Remote-Arbeitsplätzen auseinandersetzen. Aus Compliance-Sicht müssen IT-Verantwortliche ihre Sicherheits- und Zugangskonzepte an die neue Situation anpassen. Auch für Administratoren ist die Umsetzung mit höherem Aufwand verbunden: Sie müssen neue Dienste implementieren, bestehende Systemrichtlinien ändern, zusätzliche Lizenzen beschaffen, gesicherte Zugänge ausrollen und gemeinsam mit Service-Agenten auch den IT-Support sicherstellen.

ITD: Inwieweit hat sich hier der Support-Aufwand erhöht (Stichworte: Incidents, Service-Requests)?
Schneider:
Auch für Support-Teams hat sich der Aufwand deutlich erhöht. Wir verzeichnen seit der Corona-Krise unserer Kunden einen deutlichen Anstieg an Incidents: Bei einer Kundenbefragung gaben rund 30 Prozent der Unternehmen eine solche Steigerung an. Besonders viele Fragen werden nach unseren Informationen zu Problemen beim Remote-Zugang zu Firmenressourcen gestellt. Bei den Service-Requests handelt es sich meist um Anfragen zur Bereitstellung von Cloud-Angeboten – z.B. Online-Meetings oder -Speicherplatz.

ITD: Wie gehen Ihre Kunden damit um?
Schneider:
Unsere Kunden reagieren unterschiedlich auf die neue Situation: Manche sehen Covid-19 als vorübergehende Herausforderung und sehen keinen speziellen Handlungsbedarf. Andere wiederum treiben verstärkt Digitalisierungsprojekte voran, denen bisher nur geringe Priorität eingeräumt wurde. Wir verzeichnen außerdem eine veränderte Sichtweise auf die Nutzung von Cloud-Software: In der Vergangenheit führten Sicherheitsbedenken oft zu Installation und Betrieb von On-Premise-Lösungen. Aktuell stehen für Organisationen eher die Unabhängigkeit von den Spezialkompetenzen einzelner Mitarbeiter, Skalierbarkeit sowie ein sicherer und effizienter Remote-Zugang im Vordergrund. Deshalb entscheidet man sich immer öfter für Cloud-Anwendungen.

ITD: Wie kann Enterprise Service Management (ESM) Organisationen in Krisenzeiten unterstützen?
Schneider:
Mit Enterprise Service Management können Organisationen ihre Serviceprozesse effizienter und flexibler gestalten. Um beim Beispiel Home Office zu bleiben: Eine moderne ESM-Lösung kann ihnen helfen, Nutzer zu verwalten und den Zugriff auf Unternehmensressourcen zu regeln (Identity und Access Management), benötigte Services bereitzustellen (Service-Requests), Geräte zu verwalten (Asset Management) und auch außerhalb der IT den Support sicherzustellen (Incident Management). Das Thema „Home Office“ wird uns noch längere Zeit begleiten. Gerade für größere Unternehmen ist es wichtig, Prozesse zur Bereitstellung digitaler Services effizienter zu gestalten und weit wie möglich zu automatisieren. Das betrifft sowohl die Genehmigungsprozesse für den Zugriff auf Unternehmensressourcen als auch On- und Off-Boarding von Mitarbeitern – Enterprise Service Management kann ihnen dabei helfen.

Bildquelle: Efecte

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