Colocation-Dienstleistungen

Der Co-Pilot der Datenverwaltung

Mit der Nutzung von Colocation-Dienstleistungen können Unternehmen die ­Anforderungen ihrer Kunden besser erfüllen. So auch in der Logistikbranche.

Der Co-Pilot der Datenverwaltung

Colocation ermöglicht die Neustrukturierung von Soft- und Hardware.

In der Logistik stehen Unternehmen vor der Herausforderung, sensible Informationen zu Gütern, Kunden, Routenplänen oder Gefahrfrachten zu speichern und zu verwalten, die nach DSGVO-Anforderungen und revisionssicher behandelt werden müssen. Hier spielen neben der IT-Sicherheit auch bauliche Sicherheitsmaßnahmen eine Rolle, die nicht jedes Unternehmen intern umsetzen kann. So ging es auch einem großen Logistiker aus Norddeutschland. Um die Kundenanforderungen an Datensicherheit und -verwaltung zu erfüllen, setzt man auf die Plutex GmbH aus Bremen.

„Grundsätzlich ergibt eine Auslagerung der IT in eine Colocation für Unternehmen dann Sinn, wenn sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen und die Sicherung der Daten gleichzeitig nachweislich nach den aktuellen Standards erfolgen muss. Wirtschaftlich gesehen betrifft dies auch rechtliche Veränderungen, wie Kundenprojekte, die nur zustande kommen, wenn eine Auslagerung der Daten erfolgt“, so Torben Belz, Geschäftsführer der Plutex. Im konkreten Fall ­forderte ein Kunde als Sicherheitsvorkehrung, dass die zu verwaltenden Kundendaten nicht innerhalb des Logistikunternehmens gespeichert werden sollten, sondern in einem externen, räumlich getrennten Rechenzentrum, das für Betriebs- und Informationssicherheit gemäß den DIN-ISO-Industriestandards zertifiziert ist.

Die Umsetzung sollte auf Basis aktueller Standards bei IT- und Ausfallsicherheit sowie baulichen Gegebenheiten bei Brandschutz, Zutrittskontrolle und Revisionsmöglichkeiten erfolgen. Diese Kriterien musste der Colocation-Partner erfüllen. Ausschlaggebend für die Colocation waren das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Tatsache, dass der Managed-Service-Provider Tüv-zertifizierte Rechenzentren betreibt, die gemäß dem europäischen Datenschutzrecht arbeiten und durch ein Zugangs- und Sicherheitskonzept geschützt sind. Weiter konnten die persönliche Beratung und der Notfalldienst überzeugen. Der Service-Provider betreibt in Bremen und Bielefeld energieeffiziente Rechenzentren. Tüv-Zertifikate für die IT- und Informationssicherheit (ISO/IEC 27001) und für das Qualitätsmanagement (ISO/IEC 9001) sowie ein mehrstufiges Sicherheitskonzept und ein eigener Datenschutzbeauftragter sollen dabei für Sicherheit und Kontrolle von Daten und Servern sorgen.

Der Start der Zusammenarbeit war Anfang 2018. Umgesetzt wurden vier Racks in zwei Brandabschnitten in unterschiedlichen Gebäuden. Von Beginn an stand der Colocation-Anbieter dem Logistikexperten bei Planung und Umsetzung zur Seite. Da die Lkws auch während des Umzugs der Server weiterhin fahren mussten und der gesamte Firmenalltag nicht pausieren konnte, erfolgte die Umstellung ohne Shutdown. Dazu setzte der Provider die Umlagerung der Server in mehreren Etappen um. „Die Zeit zwischen den Umlagerungen war wichtig, weil nicht alle Server gleichzeitig abgeschaltet werden konnten und wir immer mit Ausfällen der Festplatten rechnen müssen, vor allem, wenn die Hardware der Kunden alt ist. Mit diesem Vorgehen verhindern wir, dass Daten unwiederbringlich verloren gehen“, veranschaulicht Belz. Es erfolgte eine doppelte Sicherung aller Daten, ohne den Kundenalltag zu beeinträchtigen. Erst als alle Server wieder angeschlossen und hochgefahren waren, wurden die Doppelgänger im Kundenunternehmen abgeschaltet. Grundsätzlich bietet eine Umlagerung der IT in eine Colocation Unternehmen die Chance, ihre Soft- und Hardware neu anzuordnen und zu strukturieren. Alte, „gewachsene“ und schwer nachzuvollziehende Strukturen können so geordnet und IT-basierte Altlasten, die bei einem technischen Zwischenfall zum Problem werden, eliminiert werden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Im Alltag der Datenspeicherung und -verwaltung besitzt der Logistiker nun eine höhere Betriebssicherheit und erfüllt die Anforderungen seiner Kunden, die Daten in einem zertifizierten Rechenzentrum zu verwalten. Im Rahmen der Services unterstützt ein Team mit 24-Stunden-Notfallbereitschaft den Logistiker. Dabei behält er trotzdem die Kontrolle über seine ausgelagerten Server und hat jederzeit physischen Zugang zu seinen Servern und Racks. Somit verfügt der Kunde über eine moderne RZ-Infrastruktur für seine Unternehmens-IT ohne eigene Investitions- und Wartungskosten. Trotz dieser Zugewinne spart der Kunde ca. 20 Prozent seiner jährlichen IT-Kosten.


Die Vorteile einer Colocation

  • DSGVO-konforme Sicherung der Daten
  • Der Fokus richtet sich wieder auf das ­Kerngeschäft des Unternehmens.
  • Viele Projekte erfordern eine Datensicherung nach europäischem Datenschutzrecht.
  • Viele Anbieter von Rechenzentren werden regelmäßig vom Tüv hinsichtlich der IT- und Informationssicherheit sowie des ­Qualitätsmanagements zertifiziert.24/7-Notfalldienst
  • Möglichkeit der Neustrukturierung von Soft- und Hardware
  • Das Anwenderunternehmen behält Kontrolle und vollen Zugang zu Servern und Daten.
  • keine eigenen Investitions- und Wartungskosten
  • jährliche IT-Kosteneinsparung von etwa 20 Prozent


Bildquelle: Thinkstock/iStock

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