Merger und Akquisitionen

Der Erfolg beginnt mit schneller Datenintegration

Wenn Organisationen verschmelzen, müssen auch ihre Datenschätze integriert werden. Leichter gesagt als getan, denn dieser Prozess ist komplex und risikobehaftet. Daher ist es essenziell, die Datenintegration strategisch zu planen und zielgerichtet voranzutreiben.

Finger, die Puzzleteile festhalten

Im Rahmen einer Fusion oder Akquisition sind vor allem zwei Dinge wichtig: Die Daten müssen möglichst schnell integriert werden, während gleichzeitig eine optimale Qualität sichergestellt werden sollte.

Wenn es um die Integration der Datensätze mehrerer Unternehmen im Rahmen einer Fusion oder Akquisition geht, sind vor allem zwei Dinge wichtig: Geschwindigkeit und Qualität. Die Daten müssen möglichst schnell integriert werden, während gleichzeitig eine optimale Qualität sichergestellt werden sollte. Wie gut dies gelingt, hat direkte Auswirkungen auf das Geschäft der frischgebackenen Organisation und ist damit ein zentraler Faktor für den Erfolg oder Misserfolg des Mergers.

Ein Beispiel ist die folgende Situation: Ein Handelsunternehmen aus dem Lebensmittelsektor kauft einen Produzenten für Verpackungsmaterial. Der Händler ist konsequent digital ausgerichtet: Bestell-, Liefer- und Zahlungsinformationen werden über die gesamte Lieferkette hinweg elektronisch ausgetauscht und der Chief Information Officer sorgt für eine optimale Datennutzung. Der Produzent hingegen ist ein Mittelständler, dessen Kundendaten immer noch in der eigens in den 80er Jahren programmierten Datenbank gespeichert werden. Die Produktion jedoch wurde seitdem digitalisiert, weshalb die Maschinen kontinuierlich Sensordaten liefern. Allerdings wurde das Datenmanagement nicht optimal geplant und zahlreiche Informationen liegen in unterschiedlichen Formaten vor.

Die Herausforderungen sind typisch: Legacy-Systeme müssen in moderne IT-Infrastrukturen integriert werden, kontinuierlich generierte Datenmengen über vernetzte Systeme nahtlos ausgetauscht und Datenformate so umgewandelt werden, dass alle gleichermaßen zu lesen und zu analysieren sind.

Strategisch planen, zielgerichtet durchführen

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, zunächst einen fundierten Plan zu erstellen und konkrete Fragen zu beantworten, wie etwa: Welche Informationen müssen integriert werden? Wie kompatibel und von welcher Qualität sind sie? Welche Prozesse durchlaufen Daten in der neuen Organisation und welche Technologien – Cloud, On Premise, Hybrid – sind im Einsatz? Wie sieht die IT-Architektur aus und welche Standards werden eingesetzt? Am Ende sollte eine Strategie stehen, die sich konkret an den individuellen Geschäftsprozessen und Unternehmenszielen ausrichtet.

Erst dann kann es zu einer Zusammenführung und Zuordnung kommen – dem sogenannten „Mix & Merge“. Moderne Lösungen verwenden oftmals Künstliche Intelligenz oder Machine Learning, um die komplexen Datenmengen zu integrieren. Diese Systeme finden sich in der Datenwelt deutlich besser und schneller zurecht als Menschen und adaptieren sich schnell auf die individuellen Datenprozesse und Systemstrukturen.

Dennoch können automatisierte Systeme lediglich bis zu einem gewissen Grad unterstützen: Eine effektive und zielgerichtete Datenintegration gelingt nur im Kontext der individuellen Unternehmensstrukturen – und an diesem Punkt sind ganz klar die menschlichen Entscheidungsträger gefragt. Wenn sie sich auf ein wohldurchdachtes Konzept einigen und das Thema Daten bereits während der Planung der Fusion oder Akquisition berücksichtigen, wird die Integration ein Erfolg – und die neue Organisation steht schnell auf einer belastbaren Datenbasis.

* Der Autor Oliver Schröder ist Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica. In dieser Position ist er verantwortlich für das operative Geschäft von Informatica in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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