Forschungszentrum Jülich

Der schnellste Computer Deutschlands

Der IT-Anbieter Atos installiert im Forschungszentrum Jülich seinen neuesten Supercomputer Bull Sequana X1000. Der Petaflop-Rechner soll Berechnungen mit der Verarbeitung von mehr als 12 Millionen Milliarden (12 Billiarden) Operationen pro Sekunde ermöglichen. Damit sei er der schnellste Supercomputer in Deutschland.

Erforschung des menschlichen Gehirns

Im Rahmen des „Human Brain Project“ erforscht man im Forschungszentrum Jülich das menschliche Gehirn, um es in seiner Komplexität besser zu verstehen und seine Funktionalität auf dem Computer nachzubilden.

Der neue Supercomputer soll u. a. für Forschungsarbeiten im „Human Brain Project“ eingesetzt werden. Damit rücke das Ziel, Prozesse im menschlichen Gehirn mittels Simulationen noch besser zu verstehen, nun in greifbare Nähe, heißt es in einer Pressemeldung. „Die wissenschaftliche Community in Deutschland und Europa benötigt hochwertige, flexible und skalierbare Rechenleistung und die passende IT-Infrastruktur. Komplexe Simulationsmodelle und unstrukturierte Datensätze mit Milliarden von Datenpunkten – diese Herausforderungen meistert unser neues Supercomputing-Modul“, berichtet Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich.

Im „Human Brain Project“ erforschen Wissenschaftler das menschliche Gehirn, um es in seiner Komplexität besser zu verstehen und seine Funktionalität auf dem Computer nachzubilden. Dies sei nicht nur für das Verständnis und Therapiemöglichkeiten von Hirnerkrankungen relevant, sondern die neuen Erkenntnisse könnten auch neue Impulse für die Informationstechnologie geben.

Energieverbrauch reduzieren

Der neue Supercomputer ist laut Hersteller flexibel konzipiert und ideal für die interdisziplinäre Spitzenforschung geeignet. Das Forschungszentrum Jülich ist die erste Institution der deutschen Forschungslandschaft, die sich für das neue High-Performance-Computing Flagschiff (HPC) entscheidet. Das Gesamtsystem umfasst zehn Bull-Sequana-X1000-Zellen und ist aufgrund der Heißwasser-Kühlung auf ganzjährig freie Kühlung optimiert. Der Energieverbrauch sei daher rund zehnmal geringer als bei früheren Supercomputer-Generationen.

Atos ist neben der Installation des Supercomputers auch für Betrieb und Support verantwortlich und arbeitet dabei mit den Spezialisten von Partec aus München zusammen, die mit ihrem Parastation-Software-Stack und vor Ort mit Experten das Systemmanagement sicherstellen werden.

Der neue Bolide wird vom Jülich Supercomputing Centre als Mitglied im Gauss Centre for Supercomputing betrieben und im zweiten Quartal 2018 in Jülich installiert. Das System wird mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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