Arbeitsplatz der Zukunft

Der Schreibtisch wird digital, virtuell und mobil

Digitalisierung ermöglicht Instant-Büros: Arbeiten von jedem Ort aus mit jedem Gerät. Die IT macht es möglich und die Mitarbeiter sind zufriedener als mit traditionellen Lösungen.

Der herkömmliche Arbeistplatz wird bald digital

Der herkömmliche Arbeistplatz wird bald digital

Der Büroarbeitsplatz leert sich so langsam, die wuchtigen Desktopcomputer verschwinden und machen dem lässig auf den Tisch gelegten Notebook oder einem schlanken Allinone-PC Platz. Der Grund heißt Cloud, dorthin verlagern Unternehmen immer häufiger ehemals lokal installierte Anwendungen.

Mal wird die gesamte Infrastruktur verlagert, mal wird nur auf Software as a Service zugegriffen. Inzwischen gibt es sogar vorkonfektionierte Digital-Workplace-Lösungen, die den Computerarbeitsplatz vollständig virtualisieren. Nun sind sämtliche Anwendungen in der Cloud, vom E-Mail Client über den Terminkalender bis hin zu Office-Paketen und sonstigen Geschäftsanwendungen. Der Zugriff geschieht von einem beliebigen Endgerät aus mit einem Webbrowser.

Anders ausgedrückt: Es ist egal, an welchem Ort sich ein Mitarbeiter befindet und über welches Gerät er sich mit seinem Digital Workplace verbindet. Diese Form des virtuellen Computerarbeitsplatzes stimmt recht gut mit den Vorstellungen von New Work überein, die unter anderem Vertrauensarbeitszeit und -ort umfassen. Teamarbeit und Abstimmung mit Kollegen ist weiterhin möglich, beispielsweise über Cloud-Tools wie Slack, Skype oder Trello.

Digitale Arbeitsplätze sorgen für Motivation

Die Mitarbeiter eines Unternehmens profitieren von den digitalen Arbeitsplätzen. Sie sind produktiver, aber auch motivierter und zufriedener mit ihrem Job, so das Ergebnis einer Umfrage von HPEs Networking-Tochter Aruba. Die Studie unterscheidet zwischen Vorreitern mit flächendeckenden Einsatz von digitalen Arbeitsplätzen und Nachzüglern. An ersteren lassen sich die Vorteile zeigen: Weltweit waren 74 Prozent (D: 70%) der Befragten mit ihren digitalen Arbeitsplätzen zufrieden und bewerteten die Work-Life-Balance zu 70 Prozent (D: 59%) als positiv.

Einen etwas intensiveren Einblick in den Entwicklungsstand und die Gestaltung des digitalen Arbeitsplatzes vor allem im Mittelstand gibt die Studie “Digitale Arbeitsplatzgestaltung - Hub für vernetztes Arbeiten” von Crisp Research in Kooperation mit der Telekom. Dabei wurde deutlich, dass inzwischen die meisten Unternehmen die Bedeutung neuer, moderner Arbeitsplatzkonzepte erkannt haben.

Ein Ergebnis der Studie: Die Digitalisierung des Arbeitsplatzes ist für 58 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen bzw. Mittelständler in Deutschland das wichtigste Handlungsfeld. Besonders diese Unternehmen haben spezielle Anforderungen an den Digital Workplace. 34 Prozent der befragten Unternehmen legen Wert auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und 33 Prozent auf eine hohe Benutzerfreundlichkeit.

E-Mail bleibt weiterhin ein wichtiges Hilfsmittel

Allerdings scheinen noch nicht viele Unternehmen die richtige Lösung gefunden zu haben, denn lediglich acht Prozent der Mittelständler haben heute schon einen digitalen Arbeitsplatz der nächsten Generation etabliert, aber weitere 59 Prozent wollen innerhalb der nächsten zwei Jahre gleichziehen. Immerhin gehört schon bei 62 Prozent der kleineren Unternehmen das Smartphone zur Grundausstattung eines Arbeitsplatzes.

Ein wichtiger Aspekt digitaler Arbeitsplätze wegen der größeren Mobilität der Mitarbeiter die Möglichkeit zu Kommunikation und Kollaboration. Hierbei denken die meisten Unternehmen traditionell: Die häufig schon als Auslaufmodell bezeichnete E-Mail bleibt bei 70 Prozent der Unternehmen auch weiterhin das wesentliche Kommunikationsmedium am Arbeitsplatz und wird für eine große Bandbreite an Einsatz hinein eingesetzt - etwa für den Austausch von Dokumenten.

Auch Office-Anwendungen sind fest im Arbeitsalltag etabliert und werden wohl zu schnell ihre Bedeutung nicht verlieren. Sie bleiben in mehr als der Hälfte der Unternehmen (55%) der Standard für Arbeit und Kommunikation. Doch der Charakter dieses Anwendungstyps verändert sich, wie die Entwicklung von Office 365 beweist: Auch hier steht die Cloud im Vordergrund.

Viele Unternehmen sind überfordert

Doch der Digital Workplace ist nicht alles, rund um ihn verändert sich das Unternehmen. Denn digitale Arbeit bedeutet nicht nur Technologie, es bedeutet auch eine neue Arbeitsorganisation. Für immer mehr Mitarbeiter haben Rahmenbedingungen wie feste Zeiten und Orte nur noch eine geringe Bedeutung. Sie arbeiten in irgendeiner Form projektgebunden und in übergreifend zusammengesetzten Teams.

Vor allem beim Einsatz von agilen Arbeitsweisen müssen sich die einzelnen Teammitglieder gewissermaßen ihre Arbeitspakete selbst zusammenstellen. In den meisten Fällen heißt dies, dass eher mehr als weniger arbeiten und dafür im Gegenzug eine gewisse Freiheit bei der Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitszeit erwarten.

Leider fehlt es in vielen Unternehmen an der konkreten Umsetzung, sowohl in technologischer als auch in organisatorischer Hinsicht. Die Studie „Next Level Digital Workplace“ von Crisp Research im Auftrag von Samsung bestätigt dies erneut: Nur 40 Prozent der Entscheider sagen, dass sie mit dem derzeitigen Technologie-Fortschritt mithalten können und auch in neuen Themen mit ihren Maßnahmen auf Ballhöhe sind. Andere Unternehmen fühlen sich teilweise komplett überholt. Die Entwicklung ist inzwischen so schnell, dass Schritt halten schwerfällt.

Bildquelle: Thinkstock

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