Geringer Digitalisierungsgrad

Deutschlands Landesverwaltungen müssen handeln!

Die Landesverwaltungen in Deutschland realisieren seit Jahren umfangreiche Digitalisierungsvorhaben. Eine neue Untersuchung unter Beteiligung von CGI zeigt jedoch, dass nach wie vor ein geringer Digitalisierungsgrad bei den Verwaltungsleistungen für die Bürger vorhanden ist. Bei fast der Hälfte der befragten Verwaltungen liegt er bei nur 20 Prozent.

Spatenstich

Deutschlands Verwaltungen haben einen geringen Digitalisierungsgrad – sie müssen handeln!

Die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung gehört zu den zentralen Herausforderungen staatlichen Handelns. Die Bundesländer unternehmen aktuell erhebliche Anstrengungen, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und ihre Verwaltung fit für die digitale Zukunft zu machen. Die neue Studie „Digitalisierung der Landesverwaltungen in Deutschland: Erfahrungen und Herausforderungen“, die gemeinsam von CGI, Aios, Bearingpoint, Cassini, GBTEC und PwC durchgeführt wurde, zeichnet ein detailliertes Bild über den Stand und die Herausforderungen der digitalen Transformation der Landesverwaltungen in Deutschland. Für die Studie wurden Vertreter aus elf Bundesländern befragt, die in leitender Funktion tätig sind und die strategische Ausrichtung der Verwaltungsdigitalisierung maßgeblich mitbestimmen. Untersuchungsschwerpunkte waren u.a. „Ziele und Erfolgsfaktoren der Digitalisierung“, „Steuerung der Digitalisierung“ und „Geschäftsprozess- und Veränderungs-Management als zentrale Gestaltungsfelder der Digitalisierung“.

Eine wichtige Basis für die Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen ist die systematische Analyse, Dokumentation, Optimierung und Steuerung von Geschäftsprozessen im Rahmen eines Geschäftsprozess-Managements. Die Studie zeigt, dass diesbezüglich noch weiterer Handlungsbedarf besteht. So hat fast die Hälfte der Befragten die Geschäftsprozesse nicht oder nur teilweise dokumentiert und sogar nur bei 14 Prozent findet sich überhaupt eine Digitalisierung von internen Geschäftsprozessen. Dieser niedrige digitale Reifegrad findet seine Entsprechung auch im Stand der Digitalisierung der behördlichen Leistungserbringung.

Starre Strukturen

Im Themenfeld „Ziele“ ergibt sich auf die Frage nach den wichtigsten Treibern von Digitalisierungsvorhaben auf einer Skala von 0 (weniger wichtig) bis 5 (sehr wichtig) folgendes Ranking: fachliche und organisatorische Notwendigkeit (4,0), gesellschaftliche Aspekte (3,5), wirtschaftliche Aspekte (3,2) und technologische Bedarfe (3,0). Bei der Bewertung der Priorität von Themen bei Digitalisierungsvorhaben nennen die Befragten vor allem Service-Gedanke und Kundenfokussierung (4,1), Mitarbeiterzufriedenheit (3,8), verstärkte Fort- und Weiterbildung (3,8), moderne IT-Ausstattung (3,8) und Wirtschaftlichkeit (3,4). Die Ergebnisse zeigen, dass die Digitalisierungsbestrebungen weniger einen technischen als vielmehr einen fachlichen Fokus haben und vor allem der Verbesserung der Services und der staatlichen Leistungserbringung dienen sollen. Als zentrale Hindernisse für die Digitalisierung identifizieren die Befragten hauptsächlich drei Punkte: fehlende Ressourcen, beeinträchtigte Flexibilität durch starre organisatorische Strukturen und rechtliche Vorgaben sowie heterogene IT-Landschaften.

Auch bei der Steuerung der Digitalisierung nimmt die Priorisierung eine zentrale Rolle ein. Hier zeigt die Untersuchung deutlich, dass viele Digitalisierungsvorhaben durch gesetzliche Regelungen initiiert werden; dazu zählen das Online-Zugangsgesetz (OZG), E-Government-Gesetze oder auch Fachgesetze. Die Studie hält fest: „Da hier die Umsetzungsspielräume für die Verwaltung sehr eng sind, wird die gesetzliche Notwendigkeit von vielen Befragten als oberstes Kriterium für die Priorisierung von Vorhaben genannt.“

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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