Development und Operations im Team

DevOps-Konzepte sorgen für Agilität

Interview mit Uwe Geier, Head of Systems Operations bei dem Cloud-Computing-Anbieter Profitbricks, über die erfolgreiche Etablierung von DevOps-Kozepten und die dafür geeigneten Vorgehensmodelle

Uwe Geier, Profitbricks

Uwe Geier, Head of Systems Operations bei Profitbricks

IT-DIRECTOR: Herr Geier, welche Rolle spielen DevOps-Methoden für Unternehmen auf ihrem Weg zur digitalen Transformation?
U. Geier:
Aus unserer Sicht spielen DevOps-Methoden künftig eine große Rolle im digitalen Leben von Unternehmen. Denn gerade die digitale Transformation verlangt flexible Möglichkeiten, um auf die Bedürfnisse von Kunden und Geschäftspartnern zu reagieren. Dabei fehlt schlicht die Zeit, einen klassischen Entwicklungsprozess anzustoßen. Das ist in den meisten Fällen aber auch nicht notwendig, denn die Software-Entwicklung hat sich zu einer Bereitstellung von speziellen Funktionen in Form von Apps gewandelt.

IT-DIRECTOR: Welche Voraussetzungen müssen in den Anwenderfirmen gegeben sein, damit DevOps-Projekte nicht von vornhinein zum Scheitern verurteilt sind?
U. Geier:
DevOps ist eine Strategie, die organisatorische und technische Unterstützung benötigt. Das Wichtigste ist, dass die Entwicklerteams es sich zutrauen, neue Wege zu gehen: Die agile Software-Entwicklung lebt von kurzen Kommunikationswegen und kleinen, flexiblen Schritten und muss ohne lange Planung oder allumfassendes Pflichtenheft auskommen. Die Unterstützung durch das Management ist dabei essentiell.

IT-DIRECTOR: Was bremst DevOps-Vorhaben Ihrer Erfahrung nach am häufigsten aus?
U. Geier:
Oft ist das Management skeptisch, ob sich mit agilen Entwicklungsmethoden qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielen lassen. Denn DevOps bedeutet die Abkehr von etablierten Prozessen hin zu mehr Agilität – das ist nicht jedermanns Sache. Doch auch wer mit DevOps-Methoden entwickelt, darf die Qualitätssicherung nicht vernachlässigen und sollte sich an definierte Prozessschritte halten.

IT-DIRECTOR: Auf welche Herangehensweisen und Tools sollten die Verantwortlichen bei der Etablierung von DevOps-Konzepten zurückgreifen?
U. Geier:
Kein Unternehmen muss seine Software-Entwicklung von heute auf morgen radikal umstellen. Die Arbeit mit agilen DevOps-Methoden lässt sich gut zunächst an einem kleinen Projekt testen, etwa einer neuen App. Welches Werkzeug konkret benutzt werden soll, hängt vor allem von den Vorlieben der Entwickler ab. Unabhängige Community-Plattformen wie z.B. DevOps Central von Profitbricks, bieten vorgefertigte Entwicklungsumgebungen und erleichtern den Einstieg extrem.

IT-DIRECTOR: Welche DevOps-Standards sollte man auf jeden Fall beachten?
U. Geier:
DevOps lebt von der engen Zusammenarbeit von Development und Operations, die in der Vergangenheit eher als getrennte Bereiche gesehen wurden. Verschiedene Vorgehensmodelle und Werkzeuge unterstützen dies, zum Beispiel durch tägliche kurze Abstimmungsmeetings oder Test-Routinen. Im Detail muss jedoch jedes Unternehmen für sich definieren, wie die Prozesse genau aussehen sollen und welche Tools genutzt werden.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielen Testing und Monitoring bei der Software-Entwicklung gemäß DevOps-Prinzipien?
U. Geier:
Testing und Monitoring spielen nach wie vor eine große Rolle, sie finden aber an anderen Stellen des Entwicklungsprozesses statt. Bei der DevOps-Entwicklungsmethode wird in kleineren Schritten entwickelt und kontinuierlich getestet. Das Testergebnis fließt so direkt wieder in den Entwicklungsprozess ein.

IT-DIRECTOR: Inwieweit gibt es Grenzen für die Nutzung von DevOps-Verfahren? Für welche Applikationen sind diese eher ungeeignet?
U. Geier:
Je größer die Entwicklungsprojekte sind, umso schwieriger wird es, DevOps wirklich agil zu nutzen. Agile Methoden leben mit dem Risiko, zu wenig Aufwand in die Anfangskonzeption zu stecken. Wird eine Applikation dann immer wieder erweitert, stößt sie irgendwann an Grenzen, da sie nun Spezifikationen bräuchte, die am Anfang nicht bedacht wurden. Für generalistische Software-Lösungen, wie etwa ERP-Systeme, eignen sich eher klassische Entwicklungsprozesse.

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