Software-Entwicklung: Interview mit Aaron Nichols, Rally

DevOps-Modell trifft auf agile Methoden

Interview mit Aaron Nichols, Software Engineer bei Rally Software, darüber, wie sich DevOps-Modelle und agile Software-Entwicklungs-Methoden ergänzen können

Aaron Nichols, Rally Software

Aaron Nichols, Software Engineer bei Rally Software

IT-DIRECTOR: Herr Nichols, bitte geben Sie uns eine Definition von DevOps. Welche Vorgehensweisen liegen diesem Software-Entwicklungsmodell zugrunde?
A. Nichols:
Der Begriff DevOps beschreibt eine Unternehmenskultur, in der Entwicklung (Development) und IT-Betrieb (Operations) in allen Aspekten der Bereitstellung von Software eng zusammenarbeiten. Das Modell beruht darauf, dass sich beide Teams bewusst sind, dass sie bestimmte Stärken und Schwächen haben und deshalb bessere Software liefern können, wenn sie entlang des gesamten Softwarelebenszyklus zusammenarbeiten.

IT-DIRECTOR: Inwieweit können mithilfe von DevOps gegenüber der klassischen Software-Entwicklung Zeit und Kosten gespart werden?
A. Nichols:
Dieses Modell passt sehr gut zur agilen Methode, da bereichsübergreifende Teams gebildet werden, die sich häufig zusammensetzen und sich außerdem täglich über Fortschritte und Herausforderungen austauschen. Auf diese Weise lassen sich die Zeitspannen minimieren, in denen die Teams blockiert sind, weil sie auf den Input anderer Teams warten oder unerwartete Änderungen vornehmen müssen. Dies führt im Laufe der Zeit dazu, dass Software sich schneller bereitstellen lässt.

IT-DIRECTOR: Welche Tools sollte man am besten nutzen? Welche kann man eher vernachlässigen?
A. Nichols:
Oftmals besteht die Tendenz, den Teams bestimmte DevOps-Tools vorzuschreiben. Tatsächlich gibt es aber eine riesige Vielfalt an Möglichkeiten, die sich alle gleichermaßen gut bewähren können. DevOPs funktioniert für Teams, die Apps mit Java oder Clojure entwickeln genauso gut wie für Teams, die Javascript oder Pearl verwenden. Der gemeinsame „rote Faden“ in den meisten gut eingespielten Teams ist der Wunsch, mit automatisierten Prozessen Vorhersagbarkeit in das System einzubauen.

IT-DIRECTOR: Wie verlaufen üblicherweise die Software-Tests im Rahmen eines DevOps-Konzepts?
A. Nichols:
Teams mit einem Schwerpunkt auf „Continuous Integration“ und „Continous Delivery“, die das manuelle Testen minimieren, werden von wesentlich schnellerem Feedback und schnelleren Entwicklungszyklen profitieren. Diese Teams verbringen sehr viel Zeit damit, automatisierte Tests zu entwickeln, die möglichst schnell ablaufen. Damit steigt das Vertrauen, dass Änderungen im System schnell und mit minimalem Risiko vorgenommen werden können.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Großunternehmen bei der Umstellung von einer klassischen Software-Entwicklung auf DevOps vor allem achten? Wo finden Sie Mitarbeiter mit entsprechendem DevOps-Hintergrund?
A. Nichols:
Für Unternehmen, die erste Schritte mit dem DevOPs-Modell machen, ist Kommunikation der wichtigste Erfolgsfaktor. Durch tägliche Kommunikation und gemeinsame Zielsetzungen lernen die Teams, sich gegenseitig für ihre individuellen Fähigkeiten wert zu schätzen und entwickeln Empathie für die Herausforderungen, denen sich jedes Team stellen muss. Mit Blick auf das gemeinsame Ziel, Software in höherer Qualität schneller zu liefern, müssen die Teams zusammenarbeiten, um diejenigen Tools zu finden, die für sie am besten geeignet sind. Unternehmen müssen flexibel sein und Teams ermöglichen, dies selbst herauszufinden.

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