Innovative Geschäftsmodelle sind nötig

Die Cloud in der Fertigung

Unternehmen brauchen innovative Geschäftsmodelle, die Nutzen für die Kunden ­schaffen – das gilt auch für die fertigende Industrie. Dreh- und Angelpunkt hierfür ­können intelligente Analysen von Daten über Cloud-Infrastrukturen sein. Doch wie weit sind die Unternehmen tatsächlich?

Autoherstellung

In der Fabrik der Zukunft sollen Maschinen miteinander kommunizieren.

In der Fabrik der Zukunft sollen Maschinen miteinander kommunizieren, ihren Wartungsbedarf selbst feststellen, Güter effizient herstellen und weitertransportieren. Doch dies gelingt nur mit einer flexiblen und agilen IT-Infrastruktur. Denn diese Maschinen arbeiten mit extrem großen Datenmengen aus der Produk­tion, die sie auslesen und deuten. Damit das funktioniert, müssen diese Datenmassen organisiert und ausgewertet werden. Die Cloud stellt das hierfür passende System dar, da sie die notwendige Skalierung und Performance für die Big-Data-Analyse bieten kann.

Das verarbeitende Gewerbe zählt zu den Top-Anwendern bei der Cloud-Nutzung. Zu diesem Schluss gelangt die von Rackspace in Auftrag gegebene Studie „Multi-Cloud und Cloud Managed Services im Manufacturing-Umfeld“. Durchgeführt hat sie das Marktforschungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC). 59 Prozent der befragten Unternehmen haben demnach bereits Cloud-Lösungen im IoT-Umfeld im Einsatz. Für die Cloud-Nutzung sprechen dabei laut der Mehrheit der Unternehmen die Flexibilität, Agilität und Skalierbarkeit im Betrieb (84 Prozent), eine bessere Customer Experience (84 Prozent) und kosteneffizienteres Wirtschaften (83 Prozent). Denn eine neue Generation von Käufern erwarte flexible Einkaufserlebnisse und Services, wie sie diese von den Amazons dieser Welt gewohnt sind.

Generell versuchen Fertigungsspezialisten künftig mehr Umsatz mit software-basierten Produktionsprozessen zu generieren und bestehende Fertigungskomponenten webfähig zu machen. Damit lassen sich etwa in größeren Stückzahlen hergestellte Produkte schneller und effizienter an neue Anforderungen ­anpassen. Dagegen produzieren Anlagenhersteller in geringen Stückzahlen, dafür aber mit sehr großen Auftragsvolumina. Ihr Geschäft hängt stark von Konjunkturschwankungen ab. Viele von ihnen arbeiten deshalb an weiteren Services wie Predictive Maintenance. ­Hierüber gelingt es, mit strukturierten und analysierten Daten die Anlage vorausschauend zu pflegen, zu warten und in der Folge die Ausfallzeiten möglichst gering zu halten. Die Datenauswertung in der Cloud lässt solche Gedankenspiele Realität werden.

Während Tesla-Chef Elon Musk die Vorbereitungen für seine autonomen Elektroautos schon fertiggestellt hat, wühlen sich deutsche Autobauer noch durch das Dickicht passender IT-Anwendungen. Sie haben aber zumindest schon erkannt, dass Daten das Gold der Zukunft sind. Entsprechend sammeln sie die Informationen in ihren Fahrzeugen und speisen diese in die Cloud ein. So entstehen neue Services mit Kundennutzen, die zugleich eine neue Einnahmequelle für die Autobauer darstellen. Beispielsweise bietet Porsche schon heute ein Mietmodell an, über das Kunden zwischen verschiedenen Modellen wählen können – statt sich mit dem Kauf auf ein einziges festzulegen. Oder auch Apps zur Car-Konfiguration: Sie müssen unterschiedliche Lasten aushalten, etwa verstärkte Zugriffe zur Messezeit. Mit der Cloud lassen sich die Apps skalieren.

Gerade Automobilfirmen nutzen heute bereits Cloud-Infrastrukturen, während Fertiger hier noch vorsichtiger agieren. So bieten bereits heute Fahrzeughersteller internetbasierte Serviceleistungen an, mit denen Kunden per App die Tankfüllung überprüfen oder die Standheizung einschalten können. Laut der PAC-Umfrage sind die Cloud-Strategien der produzierenden Unternehmen durchaus differenziert. Im Vordergrund stehen individuelle Lösungen, auch wenn dies den Management-Aufwand möglicherweise erhöht. Darüber hinaus zeigt sich eine Präferenz für die Private Cloud, wobei jedoch auch Public-Cloud-Angebote stark genutzt werden. Multi-Cloud-Lösungen dürften in Zukunft das Gros der Betriebsmodi ausmachen. Da die Multi-Cloud-Infrastrukturen durchaus komplex sind und ihr Betrieb nicht trivial ist, nutzen 45 Prozent die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern.

Den Blindflug vermeiden


„Branchenübergreifend haben Unternehmer die Chancen, die sich durch den Einsatz der Cloud ergeben, erkannt“, so Andreas Bandel, Sales Director bei Rackspace. „Einige von ihnen wagen den Einstieg auf eigene Faust. In der Regel fehlen ihnen aber die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse, um Standards in Security und Governance einzuhalten.“ Auch Aspekte wie die organisatorische Umsetzung dieses sehr anspruchsvollen Themas fallen bisweilen unter den Tisch. So ist interdisziplinäres Arbeiten bei der Cloud-Nutzung unumgänglich. Auch finden sich Stolpersteine bei Cloud-Deployments: Jeder Anbieter hat seine eigenen Management-Tools. Bei der Nutzung einer Multi-Cloud droht somit ein hoher, mehrfacher Aufwand an Wartung und Pflege. Dagegen kann die Konzentration auf einen Provider einen Vendor-Lock-in verursachen.

Wenn Unternehmen also neue software- oder cloud-basierte Services entwickeln, sollten sie einen Blindflug vermeiden und so früh wie möglich externe Experten hinzuziehen. So können eventuelle Fehler rechtzeitig entdeckt und so kann die Anwendung angepasst werden. Die Herausforderung lautet hier, Komplexität zu reduzieren. Ein für alle führenden Cloud-Technologien zertifizierter Managed Service Provider unterstützt mit Wissen und Erfahrung. Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine Multi-Cloud-Strategie zu formulieren, dann die (organisatorischen) Multi-Cloud-Grundlagen zu schaffen, die Services richtig zu managen oder managen zu lassen und Best Practices einzuholen. Über einen neutralen Beratungsansatz erhalten die Unternehmen das für sie individuell passende Modell.

Bildquelle: Getty Images / iStock

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