Cloud Computing aktuell

Die Cloud ist bald eine Billion Dollar wert

Der Cloud-Markt wächst und wächst: Die Umsätze liegen bei 272 Milliarden, die Marktkapitalisierung bei 690 Milliarden US-Dollar. Die Billion ist nicht mehr fern.

Wolke aus Geldscheinen

Cloud-Unternehmen sind bald eine Billion Dollar wert

So sieht Erfolg aus: Nach aktuellen Marktdaten wurden 2018 auf dem globalen Cloud-Computing-Markt 272 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Die Experten von Research & Markets erwarten, dass die Umsätze im Cloud Computing bis 2023 auf 623,3 Milliarden US-Dollar anwachsen. Grund für die mehr als positive Prognose: Immer mehr Unternehmen setzen auf erhöhte Automatisierung, Kosteneinsparungen und bessere Rentabilität. Diese wichtigen Wachstumsfaktoren sorgen dafür, dass die Cloud-Umsätze um etwa 18 Prozent pro Jahr ansteigen.

Bald eine Billion Dollar Marktkapitalisierung

Insgesamt hat dieser Markt in den letzten Jahren ein erhebliches Wachstum gezeigt. So gibt es inzwischen gut 100 Cloud-Einhörner – Unternehmen mit einer Bewertung von einer Milliarde US-Dollar oder mehr. Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in Privatbesitz, die anderen sind börsennotiert. Dabei handelt es sich nicht um einzelne Leuchttürme, sondern lediglich um die Spitzenreiter im Gesamtmarkt.

Auch an der Börse sind Cloud-Unternehmen der Renner, die Nachfrage nach Cloud-Aktien erreichte laut einer Analyse von Bessemer Venture Partners ein neues Rekordhoch. Auch in anderer Hinsicht gibt es Erfolgszahlen zu melden: Insgesamt wurden mehr als 90 Milliarden Dollar für die Übernahme von großen Cloud-Unternehmen erlöst. Spitzenreiter waren dabei der Kauf von Red Hat durch IBM (33 Mrd. USD) und die Übernahme von GitHub durch Microsoft (7,5 Mrd. USD).

Zudem gab es einige erfolgreiche Börsengänge (etwa DocuSign, Dropbox oder Elastic), die insgesamt über 50 Milliarden US-Dollar erlösten. Damit hat die Marktkapitalisierung aller Public-Cloud-Anbieter erreichte vor wenigen Wochen 690 Milliarden US-Dollar. Angesichts der stürmischen Entwicklung mit etwa 35 Prozent Wachstum in den letzten vier Jahren geht Bessemer Venture Partners davon aus, das Im Laufe des Jahres 2020 die Billionen-Dollar-Grenze durchstoßen wird.

Fast alle Firmen sind in der Cloud

Schon die reinen Marktdaten sprechen für eine hohe Verbreitung von Cloud Computing in den Unternehmen. Laut der Flexera-Studie „State of the Cloud Report 2019“ nutzen inzwischen die meisten Unternehmen die Cloud – jedenfalls weltweit betrachtet. Die Umfrage unter 786 weltweiten Unternehmen ergab einige interessante Einblicke. So gaben 94 Prozent aller Befragten an, dass sie eine Art von Cloud Computing einsetzen. Dabei nutzt die Mehrheit (69%) einen Hybriden Ansatz, also die Kombination aus Private und Public Cloud.

Auch die Multi-Cloud, also die Nutzung von Cloudservices unterschiedlicher Anbieter, ist vor allem in großen Unternehmen mit 84 Prozent weit verbreitet. Im Durchschnitt nutzen die Unternehmen fünf unterschiedliche Cloudservices, in den tatsächlich auch ein sehr großer Teil (79%) aller Business-Workloads ausgeführt werden. Dabei hat die Private Cloud aber einen Vorsprung, 46 Prozent der Workloads entfallen auf diese Art des Cloud Computing.

Trotzdem wächst die Public Cloud. Gut die Hälfte der Großunternehmen geben mehr als 1,2 Millionen US-Dollar für Public-Cloud-Services aus. Bei den kleinen und mittelgroßen Unternehmen verteilen sich die Ausgaben etwas anders. Hier geben etwa die Hälfte (51%) bis zu 120.000 Dollar aus und etwas mehr als ein Viertel (27%) maximal 600.000 Dollar. Das meiste Geld davon geht an die beiden Marktführer Amazon (AWS) und Microsoft (Azure). Sie liegen etwa gleichauf. Die Cloudservices von Google sind mit etwas Abstand Dritter, der Rest des Feldes (VMware, IBM, Oracle) wird deutlich seltener eingesetzt.

Hoher Reifegrad der Cloud-Nutzung

Die Angaben für Cloud-Kosten und die Nutzung der Marktführer zeigen, dass zahlreiche Unternehmen sich mehrere der vergleichsweise teuren großen Cloudservices. Dementsprechend ist - im dritten Jahr in Folge - die Kostenoptimierung auf Platz Eins der Agenda der meisten Unternehmen (64%) in den nächsten Monaten. Zwar hat die Cloud auch weiterhin Kostenvorteile gegenüber lokal betriebener Software, doch einige Probleme sterben nicht aus.

So hat gut jedes zweite Unternehmen Probleme mit dem Lizenzmanagement. Viele Cloud-Anbieter berechnen die monatlichen oder jährlichen Gebühren nach Anzahl der Nutzer. Grundsätzlich können Unternehmensmitarbeiter einzeln in das Nutzerverzeichnis eines Service eingetragen werden. Doch der Verwaltungsaufwand dafür ist vor allem in Konzernen groß, sodass die Unternehmen größere Kontingente bestellen.

Hier entsteht aber die Gefahr der Überlizenzierung. Das Ergebnis: 36 Prozent der Unternehmen haben Schwierigkeiten damit, diese Überlizenzierung zu entdecken und 30 Prozent finden es problematisch, nicht länger benötigte Lizenzen zu ermitteln. Diese Herausforderungen beim Management von Cloudservices deuten aber darauf hin, dass Cloud Computing in den Unternehmen einen hohen Reifegrad erreicht und den Exotenstatus verloren hat.

Bildquelle: Getty Images

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