Data Center Interconnect

Die Datenflut im Griff

Die Datenmengen steigen weltweit rasant. Um Daten zwischen einzelnen Rechen­zentren in Echtzeit auszutauschen und zuverlässig vor folgenschweren Ausfällen zu schützen, helfen leistungsstarke Lösungen wie Data Center Interconnect (DCI).

Brücke über Wasser

Um den steigenden Datenfluss zuverlässig zu verarbeiten, sind eine stabile Infrastruktur und leistungsstarke Verbindungen zwischen den Rechenzentren notwendig.

Digitale Kommunikation rund um die Uhr, E-Commerce oder Unterhaltung per Streaming-Dienst, dazu immer mehr datengetriebene Anwendungen in Unternehmen mit Künstlicher Intelligenz oder dem Internet of Things (IoT): Unternehmen setzen in ihren Projekten und Geschäftsmodellen immer selbstverständlicher auf digitale Daten. PwC prognostiziert für 2020 eine weltweit gespeicherte Datenmenge von 54 Zettabyte. 2025 soll diese schon bei rund 175 Zettabyte liegen – eine 175 mit 21 Nullen. Laut des Software-Anbieters Domo legte das weltweite Datenvolumen im Internet 2019 im Vergleich zu 2018 um fast 70 Prozent zu. Allein in den USA wurden im vergangenen Jahr pro Minute 4,4 Millionen Gigabyte Internet-Daten erzeugt. 2018 war dieser Wert noch 41 Prozent niedriger.

Performante Netze für die Anforderungen unserer Zeit

Das heißt: Netze müssen immer leistungsfähiger sein und höhere Bandbreitenkapazitäten bereitstellen. Zudem setzen Echtzeitanalysen, beispielsweise auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI), extrem geringe Latenzzeiten voraus. Der Handel mit Wertpapieren etwa dauert dank intelligenter Datenanalyse nur wenige Millisekunden. Mit höheren Latenzzeiten als die Konkurrenz riskiert eine Bank also Umsatzeinbußen.

Um Datenpakete zuverlässig in Echtzeit zu verarbeiten und zu sichern, ist neben einer stabilen öffentlichen Netzinfrastruktur eine leistungsstarke Verbindung zwischen Rechenzentren notwendig. Vor allem größere Unternehmen nutzen dafür DCI-Lösungen. Sie verbinden mehrere Datacenter und stellen Daten und Anwendungen an verschiedenen Orten hochverfügbar bereit. Fällt etwa an einem Standort der Strom aus, übernimmt automatisch der Backup-Standort und Daten lassen sich nach der Reparatur schnell wiederherstellen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt seit 2019 einen Mindestabstand von 200 Kilometern zwischen den Rechenzentren eines Unternehmens. Auf diese Weise ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Backup-Datacenter bei Naturgewalten wie extremem Schneefall oder Hochwasser nicht zeitgleich aus den gleichen Gründen ausfällt. Mehr Sicherheit – allerdings auf Kosten der Leistungsfähigkeit: Denn die Latenzzeit steigt automatisch mit zunehmender Entfernung bereits ab einem Kilometer, da die Glasfaser selbst auf die Latenz einwirkt.

Zuverlässige Verbindungen zwischen Rechenzentren garantieren

Um Verbindungen mit hohen Bandbreiten und geringen Latenzen zwischen Rechenzentren zu gewährleisten und die Data Center Interconnect zu verbessern, haben sich in der Praxis Übertragungsgeräte auf Basis von Dense Wavelength Division Multiplexing (DWDM) bewährt. Hier werden mehrere optische Trägerwellen parallel in einem Glasfaserkabel verbunden. Anbieter wie Huawei erreichen mit spezieller Hardware wie dem Optixtrans DC908 Übertragungsraten von bis zu 800 Gbit/s pro Wellenlänge.

Neben den hohen Geschwindigkeiten versprechen aktuelle DWDM-Übertragungsgeräte auch kürzere Ausfallszeiten und Wartungszyklen. Dank integrierter Künstlicher Intelligenz erkennen sie Störungen frühzeitig, gegebenenfalls noch bevor Ausfälle eintreten. Dabei werden Lichtimpulse durch das Glasfasernetz geschickt, um Bruchstellen oder sonstige Schäden an der Glasfaser zu erkennen und zu lokalisieren. Ist eine Glasfaser unterbrochen, wird der gesendete Lichtimpuls an der Bruchstelle reflektiert. Anhand der Zeit zwischen dem Aussenden dieses Lichtimpulses und dem Eintreffen des reflektierten Lichtimpulses wird der genaue Ort der Schadstelle berechnet.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Stockt der Datenverkehr, weil beispielsweise ein Bagger ein Kabel durchtrennt hat, sieht der Verantwortliche im Datacenter dank der Lichtimpulse genau, wo der Defekt entstanden ist und kann Servicetechniker umgehend dorthin schicken – lange bevor das Bauunternehmen den Schaden melden würde.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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