Benchmarking von Dienstleistern

Die DIN für Outsourcing-Erfolg

Outsourcing bringt oft eine deutliche Kostenersparnis, aber manchmal auch das Gegenteil. Eine neue DIN-Norm hilft beim Benchmarking von Diensteanbietern.

Outsourcing ist nach wie vor ein Standard, gut 95 Prozent der Manager halten Outsourcing laut einer Studie von Steria Mummert für ein entscheidendes Werkzeug. Entsprechend planen sie bereits das Outsourcing von Geschäftsaktivitäten oder haben ein grundsätzliches Interesse daran.

Outsourcing entlastet das Management

Die Mehrzahl der Befragten glaubt, dass durch Outsourcing eine deutliche Kostenersparnis zwischen 20 und über 50 Prozent möglich ist. Deshalb ist Kostensenkung schon seit langem ein Dauertrend beim Auslagern von Aufgaben. Doch in vielen Unternehmen wird das Outsourcing auch als Entlastung des Managements durch eine Konzentration auf das Kerngeschäft verstanden.

Das Auslagern von vollständigen Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing, BPO)  oder der IT-Infrastruktur des eigenen Unternehmens wird also in der Wirtschaft nach wie vor positiv gesehen. Doch es gibt auch Mängel, vor allem beim Auslagern von Software-Entwicklungs- und Testing-Projekten.

Rund die Hälfte der Unternehmen setzt darauf, ergab eine Untersuchung von Vanson Bourne im Auftrag der Micro Focus-Tochter Borland. Allerdings mit stark negativen Ergebnissen: 31 Prozent der Projekte halten weder die angestrebten Service Level noch die Zeitvorgaben ein. Bei 23 Prozent sind zudem die vorgegebenen Ziele nicht umgesetzt.

Viele Unternehmen haben offensichtlich recht traumatische Erfahrungen gemacht - die Projekte werden mit Begriffen wie "unüberschaubar", "verwirrend", "ein Albtraum" oder "ein totaler Fehler" beschrieben. Die Mehrheit der Befragten (55 Prozent) gibt allerdings zu, dass der Hauptgrund für die Probleme im fehlenden Anforderungsmanagement lag.

Benchmarking von Diensteanbietern

Zahlreiche Outsourcing-Projekte zeichnen sich durch einen immer wieder kritisiertes Phänomen aus: Die Dienstleister nutzen Change Requests während der Projektlaufzeit zur Steigerung ihres eigenen Gewinns. Nahezu alle CIOs (96 Prozent) bestätigen, dass unvorhergesehene Kosten aufgrund von Change Requests entstanden sind, und nur ein Drittel ist der Meinung, dass diese Kosten vom Provider fair kalkuliert werden.

Unternehmen mit Outsourcing-Wunsch sollten also die Provider intensiv prüfen, bevor das Outsourcing beginnt. Die Auswahl von Dienstleistern fällt leichter, wenn die Auftraggeber vorher ein zielgerichtetes Benchmarking umsetzen. Doch hier ist guter Rat oft teuer, denn ein vorgelagertes Benchmarking treibt die Kosten erst einmal die Höhe.

Eine Alternative zu teuren Beraterstäben ist ein Vorgehen nach der neuen DIN SPEC 91289. Sie beschreibt ausführlich die einzelnen Schritte, die für das Benchmarking in einem Outsourcing-Prozess notwendig sind und veranschaulicht sie durch Praxisbeispiele.

In dem Leitfaden werden vier Phasen des Benchmarking unterschieden. Es geht jeweils um Benchmarking bei der Ermittlung der Selbstkosten und Selbstqualität, beim Request for Information, beim Request for Proposal und während der Vertragslaufzeit. Das Dokument beschreibt Vorgehensmodelle für diese vier Szenarien und nennt alle Schritte für die Konzeption, Planung, Erhebung, Analyse und Umsetzung.

Bildquelle: roja48 / pixelio.de

Links:

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok