Technologiedefizit in Deutschland

Die IT-Infrastruktur ist mangelhaft und veraltet

Viele Unternehmen können mit ihrer IT künftige Geschäftsanforderungen nicht mehr erfüllen. Sie ist nicht mehr zeitgemäß und muss dringend grundsaniert werden.

Wie bekommt man einen Nagel garantiert nicht in die Wand? Wenn der Stiel morsch ist und beim ersten Schlag zerbricht. So ungefähr lässt sich die Situation der IT-Infrastruktur in vielen deutschen Unternehmen zusammenfassen. Gleich zwei Studien widmen sich der Frage, ob die Informationstechnologie in den Unternehmen noch ausreicht, alle zukünftigen Anforderungen zu erfüllen.

IT-Infrastruktur unterstützt keine neuen Geschäftsmodelle

Deutsche Unternehmen haben ein Technologiedefizit, ergab eine von Colt Technology Services beauftragte Studie. 81 Prozent der befragten deutschen Firmen gaben an, dass ihre aktuelle IT-Infrastruktur nicht ausreicht, um künftige geschäftliche Anforderungen zu erfüllen.

Die größten Schwierigkeiten gibt es in den Bereichen Sprachübertragung und Kommunikation, aber auch bei der Infrastruktur von Rechenzentren und Netzwerken. Die befragten Unternehmen sind sich einig, dass in den nächsten zwei Jahren sehr viel unternommen werden muss.

Die ersten positiven Signale sind schon mal bei den PC-Herstellern angekommen: Laut einer aktuellen Analyse von Gartner hat der PC-Markt seine Talfahrt (vorläufig?) beendet und scheint sich zu stabilisieren. Grund scheint in erster Linie eine stark steigende Nachfrage von Unternehmen nach Hybrid-Computern zu sein, die die Vorteile eines herkömmlichen Windows-Notebooks mit dem eines Tablets verknüpfen.

Im Gegenzug sinken laut Gartner die Verkäufe von Highend-Tablets - sprich: dem iPad, da andere Tablets bei Business-Anwendern nur eine geringe Bedeutung haben. Diese Entwicklung zeigt auch deutlich, wo viele Unternehmen noch Nachholbedarf haben: Bei der mobilen Infrastruktur.

Jürgen Hernichel, Executive Vice President und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Colt befürchtet Konsequenzen, wenn die Unternehmen rasch nicht gegensteuern: „In der digitalen Wirtschaft müssen Unternehmen neue Technologien und Werkzeuge einsetzen, um neue Geschäftsmodelle zu unterstützen."

IT-Arbeitsumgebungen sind nicht mehr zeitgemäß

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt eine ebenfalls neue Studie, die der IT-Dienstleister Computacenter gemeinsam mit dem Analystenhaus Pierre Audoin Consultants (PAC) durchgeführt hat: Das Arbeitsumfeld ändert sich rasant, die IT-Ausstattung hält nicht mit.

Für diese Studie wurden 250 Mitarbeiter aus mittleren und großen deutschen Unternehmen befragt. Im Unterschied zur Colt-Studie richtete sie den Blick eher auf die Arbeitsumgebung der einzelnen Mitarbeiter und weniger auf das "Big Picture" der IT-Infrastruktur. Doch die Schlüsse aus den Ergebnissen lauten ähnlich.

Eine Modernisierung der IT-Arbeitsumgebungen ist in der Mehrheit der Unternehmen dringend notwendig. Etwa 60 Prozent der Mitarbeiter empfinden ihre heutige IT-Arbeitsumgebung als „nicht zeitgemäß“ und knapp jeder fünfte bezeichnet sie sogar als frustrierend.

Der Leidensdruck scheint in einigen Unternehmen sehr hoch zu sein: Etwa jeder sechste der Befragten investiert auf eigene Kosten in eine Verbesserung - durch Einsatz privater Hardware und Anwendungen aus der Public Cloud. Hier entsteht dann die sprichwörtliche Schatten-IT als Notwehr. Oft geht es dabei um moderne Produktivitäts- und Kollaborations-Tools, die noch nicht im Fokus der IT-Beschaffung sind.

Etwa jeder dritte Mitarbeiter wünscht sich (zusätzliche) Werkzeuge zur Unterstützung der Zusammenarbeit, insbesondere zur gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten und zum Austausch von Wissen. Auch die Studie von PAC und Computacenter unterstreicht die Notwendigkeit zur Modernisierung und zeitgemäßen Gestaltung von IT-Arbeitsumgebungen.

Bildquelle: CIS / pixelio.de

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