Wie TK-Anbieter frische Anreize schaffen

Die neue Welt von Wearables und E-Health

Wearables boomen und halten immer mehr Einzug in den E-Health-Bereich. Dies eröffnet Telekommunikationsanbietern (TK) die Möglichkeit, sich in ­neuen Geschäftsfeldern zu tummeln und frische Kundenanreize zu schaffen. Allerdings gibt es auch noch viele ungeklärte Fragen.

Wearable am Handgelenk

Die neue Welt von Wearables und ­E-Health wirft noch sehr viele ungeklärte Fragen auf.

Die kürzlich veröffentlichte Studie „Top 10 Strategic Technology Trends 2016“ von Gartner unterstreicht: Smartwatches, Lifetracker und Co. spielen eine zentrale Rolle im sogenannten „Device Mesh“ – also dem täglich genutzten Netzwerk an Geräten und kleinen Assistenten wie Wearables. Großes Wachstum erwarten Experten vor allem bei Gesundheitsanwendungen, da sich auch die dazu notwendige Sensorik in diesem Bereich gerade rasant entwickelt.

Dass Mobilcom-Debitel nun mit seinem eigenen E-Health-Auftritt „Smartcare“ an den Start geht, zeigt, wie aktuell das Thema auch bei den Telekommunikationsanbietern (Mobile Network Operators, MNOs) ist. Ebenso haben Versicherungen die Wearables für sich entdeckt und nutzen sie, um ihre Kunden zu einem gesünderen Lebensstil zu verhelfen. Die Gesundheits-Tracker können aber auch zur medizinischen Ferndiagnose und zu präventiven Zwecken eingesetzt werden. Doch der tatsächliche Durchbruch in der E-Health-Branche steht noch bevor. Denn viele der Gesundheitsanwendungen werden erst durch Handys oder Tablets für den Endkonsumenten interessant. Konkurrenz erhalten die MNOs durch Internetkonzerne wie Google oder Apple, die in diesem Bereich ebenfalls in den Startlöchern stehen. Die Telekommunikationsanbieter müssen sich daher bald entscheiden, welche Rolle sie in diesem Markt spielen wollen: Wollen sie den Markt als „Player“ aktiv mitgestalten oder wollen sie als „Pipe“ fungieren – als bloße Bereitsteller der Datenvolumina und Hardware? Gerade jetzt könnten die MNOs den Anteil am E-Health-Markt gut gebrauchen. Denn ihre Angebote werden immer austauschbarer. Die Wearables und der E-Health-Bereich wären ein neuer Hebel für die TK-Anbieter, um die Kunden wieder an sich zu binden.

Für eine erfolgreiche Rolle als „Player“ sollten die Unternehmen jedoch bald handeln und passende Geschäftsmodelle etablieren, rät etwa Iskander Business Partner. Dazu gehört auch, wo nötig, strategische Partnerschaften zu knüpfen. Gerade beim Thema „Prävention“ gibt es Anwendungen, die ein MNO kaum alleine stemmen kann. Hier ist das Know-how von Spezialisten aus der Gesundheitsbranche gefragt, beispielsweise von Krankenkassen oder Healthcentern. Der Mobilfunkanbieter nimmt in dieser Partnerschaft die Rolle des Operators ein: Er setzt das Gesundheitsportal auf, veranlasst Datenströme, sorgt für Datensicherheit und übernimmt die Rechnungsstellung.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 03/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Gesundheitsexperten steuern ihre Expertise bei und übernehmen die Auswertung der Gesundheitsdaten. Mit Rückzahlungen oder Boni schaffen sie die notwendigen Kundenanreize für eine gesunde Lebensführung. Die neue Welt von Wearables und E-Health wirft aber auch noch viele ungeklärte Fragen auf, vor allem in Sachen Datenschutz. Viele Verbraucher werden der Erhebung von Gesundheitsinformationen anfangs noch skeptisch gegenüberstehen. Einer Studie von Bitkom zufolge sind Nutzer bereit, ihre Daten preiszugeben, wenn ein wirklicher Mehrwert entsteht. Gerade deshalb ist es für die Anbieter von Gesundheitsanwendungen besonders wichtig, dass diese ein stimmiges Gesamtkonzept bilden und die Bedürfnisse der Zielgruppe abdecken. Vor allem sind strenge und klar kommunizierte Datenschutzbestimmungen nach deutscher Gesetzgebung wichtig: Wem gehören die erhobenen persönlichen Daten? Wie wird damit umgegangen? Leider sind hier noch nicht alle offenen Fragen vom Gesetzgeber eindeutig reguliert. Bis dahin sollten sich die Anbieter in speziellen Tarifverträgen das Einverständnis der Kunden für bestimmte erhobene Parameter einholen, ähnlich wie bei App-Käufen.


Bildquelle: Thinkstock/iStock

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