Nachgefragt bei Uwe Becker, Orange Business Services

Die Plattformstrategie anpassen

Interview mit Uwe Becker, Head of Global Services Germany bei Orange Business Services

Uwe Becker, Orange Business Services

Uwe Becker, Head of Global Services Germany bei Orange Business Services

IT-DIRECTOR: Welche Standards existieren bereits für das Cloud Computing?
U. Becker:
Es existieren mehrere Gremien, die sich mit Standards zu diesem Thema befassen Akzeptierte gemeinsame Grundlage sind die Definitionen des National Institute of Standards and Technology (NIST).

IT-DIRECTOR: Was halten Sie von dem Softwareprojekt „OpenStack“? Inwiefern wird die Verbreitung der daraus resultierenden Technologien vorangetrieben?
U. Becker:
Wir nutzen Software der Technologiepartner VWare, Cisco, Netapp und EMC. Projekte wie Openstack werden jedoch immer mit Interesse verfolgt und regelmäßig geprüft inwieweit wir unsere seine Plattformstrategie anpassen muss.

IT-DIRECTOR: Inwieweit sollten die Bundesregierung oder die EU hinsichtlich der Etablierung von Clouds-Standards aktiv werden?
U. Becker:
Als internationaler Betreiber setzen wir auf international übergreifende Standards. Zumindest eine EU-einheitliche Regelung wäre wünschenswert. Standards müssen auch berücksichtigen, um welche Form von Cloud (IaaS, PaaS oder SaaS) es sich handelt und welche Art der Daten verarbeitet werden.

IT-DIRECTOR: Woran liegt es, dass sich Standards für Cloud Computing aktuell noch nicht flächendeckend etablieren konnten?
U. Becker:
Es existieren noch zu unterschiedliche Interessen und Angebote am Markt.

IT-DIRECTOR: Stichwort Migration: Worauf sollten IT-Verantwortliche, die Teile ihrer IT in die Cloud verlagern wollen, hinsichtlich Interoperabilität bzw. Datenkonsistenz achten?
U. Becker:
Migrationsstrategien müssen sich um Themen wie Backendintegration (z.B. Active Directory um in der Cloud kein zweites Directory zu pflegen), Schnittstellen zu andere In-house-Applikationen etc. kümmern. Dies stellt neben den Sicherheitsanforderungen die größte Hürde dar. Ebenfalls von Anfang an sollten Strategien, zum Exit – also zur Rückmigration – in Betracht gezogen werden.

IT-DIRECTOR: Wie können die Anwenderunternehmen sicherstellen, dass ihre Cloud-Services untereinander bzw. mit älteren, bereits im Unternehmen vorhandenen Softwaresystemen integriert werden können?
U. Becker:
Eine vernünftige Analyse im Vorfeld (Cloud Readiness Assessments) wird diese Dinge gründlich beleuchten. Im Zweifelsfall sollte immer ein begrenzter Proof of Concept durchgeführt werden, um die Integrationsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten die Verantwortlichen bei der Technologieauswahl und beim Vertragsabschluss achten, damit es bei einem Wechsel von der Cloud zurück auf „herkömmliche“ Systeme nicht zu einem bösen Erwachen kommen wird?
U. Becker:
Die Bedingungen und gegenseitigen Verpflichtungen beim Ausstieg sollten von vorne herein festgelegt werden. Auch Fragen nach der sicheren Löschung aller Daten inklusive Backups sowie der Unterstützung durch den Cloud-Anbieter sollten bereits im Vorfeld geklärt werden.

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