IBM Finance Day 2013

Die SEPA-Umstellung im Griff

Im Juni drehte sich auf dem IBM Finance Day 2013 in Bergisch Gladbach alles um aktuelle Trends in der Finanzbranche, die Vorbereitungen zur SEPA-Umstellung (Single Euro Payments Area) sowie eine verbesserte Kundenansprache im Banken- und Versicherungswesen.

Schloss Bensberg,

Im Schloß Bensberg fand der diesjährige Finance Day von IBM statt.

Der deutsche Markt für Finanz-IT nimmt eine Sonderstellung ein. Nirgendwo sonst erbringen allein drei Rechenzentrumszentralen (RZ) – nämlich die von Fiducia, Finanz Informatik sowie GAD – dreiviertel aller Finanz-IT-Services. Dabei sieht sich die Branche ständig vor neue Herausforderungen gestellt. Derzeit treiben Themen wie die Flut an Regulierungen im Rahmen von Basel III sowie die niedrige Zinssituation, die die Margen deutlich in den Keller drückt, die Verantwortlichen um. Nicht zuletzt schwebt der 1. Februar 2014, der Stichtag für die Umstellung auf das SEPA-Verfahren, wie ein Damoklesschwert über den Verantwortlichen.

Aufgrund dieser Szenarien ergibt sich für die nächsten fünf Jahre eine konkrete Aufgabenliste für die Banken-CIOs: Gefordert ist die Schaffung einer stärkeren Kundenbindung inklusive einer effektiveren Vertriebsunterstützung. Neben einer Optimierung der Risikovorsorge sollte man vor allem unprofitable Finanzservices über Bord werfen und eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells vorantreiben. In seinem Vortrag brachte dies Erich Nässen von IBM Global Business Services wie folgt auf den Punkt: „Die Finanzinstitute müssen denken wie ein Einzelhändler und agieren wie ein Massenfertiger.“ Im Rahmen des Finanztages setzten sich gleich zwei Vorträge mit der SEPA-Umstellung auseinander. Hinsichtlich SEPA an alles gedacht? Dies fragten beispielsweise Thilo Jordan und Sebastian Welter von IBM die anwesenden Teilnehmer und gaben anschließend nützliche Tipps, wie man Versäumtes vor dem Stichtag noch realisieren könnte. Eine Möglichkeit sei hierfür die von Big Blue angebotenen „SEPA Testing Services“. Inbegriffen sind dabei Beratung, Anwendungsentwicklung und -betreuung sowie die Bereitstellung von Standardlösungen.

Migration auf SEPA

Für seinen Vortrag „Lessons Learned mit SEPA“ hatte sich Armin Gerhardt, Vorstandsvorsitzender der Efis AG, eine Vertreterin der Hamburger Sparkasse (Haspa) an die Seite geholt, die die aktuellen SEPA-Vorbereitungen des Finanzinstituts schilderte. Die Hansestädter setzen sich intensiv mit der Umstellung auseinander und arbeiten bereits daran, sämtliche Mitarbeitergehälter entsprechend den SEPA-Anforderungen auszahlen zu können. Zudem wurde angemerkt, was es bei einer Umstellung zu beachten gilt: Demnach müssen 99 Prozent aller Lastschriften auf SEPA migriert und damit auch in der Mandatsverwaltung berücksichtigt werden. Die eingesetzte Finanzbuchhaltung muss zudem dafür sorgen, dass in der „Verwendungszeile“ nur noch maximal 140 Zeichen Platz finden; ebenso sind dort Sonderzeichen nicht mehr zulässig. Recht schwierig, wenn man bedenkt, wie oft allein das „&“ in Deutschland benutzt wird.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung setzte sich Wolfgang Schmidt, Geschäftsführer der Kölner X-Integrate, zum einen mit einer Automatisierung des Portfoliomanagements von Finanzspezialisten auseinander, zum anderen beleuchtete er den „Smarter Commerce der Zukunft“. Nicht zuletzt müssen die Verantwortlichen auch die zunehmende Nutzung von mobilen Endgeräten der Endkunden berücksichtigen. Hier berichtete Rainer Anglett, Geschäftsführer von Aformatik Training & Consulting, über konkrete Einsatzszenarien mobiler Apps im Kundenbeziehungsmanagement. Dabei sieht Anglett insbesondere noch bei der Etablierung von mobilen Loyality-Programmen sowie Bezahlsystemen viel Potential für die Zukunft.

Bildquelle: Wikipedia Commons

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