Kollaborative Plattform für die Lieferkette

Die Supply Chain im Griff

Im Supply Chain Management wächst zusammen, was zusammen gehört – auch dank Cloud-Services.

Lieferketten sind längst keine Ketten mehr: In Zeiten der Globalisierung sind aus ihnen komplexe, mehrstufige Netzwerke geworden. So verlassen sich Unternehmen zunehmend auf spezialisierte, weltweit verteilte Partner, um Kosten zu reduzieren sowie flexibler und effektiver lokale Märkte zu bedienen. Gleichzeitig nimmt nicht nur die Geschwindigkeit zu, in der auf Änderungen (etwa der Nachfrage) oder Störungen reagiert werden muss, sondern auch das damit verbundene Risiko für die Hersteller. Je komplexer ein Gebilde ist, desto anfälliger ist es aber auch für Störungen. Das gilt insbesondere auch für das Supply Chain Management.

Diese neuen Rahmenbedingungen haben die Art und Weise wie Unternehmen planen, beschaffen, herstellen und vertreiben, grundsätzlich verändert. So sind jetzt schnelle Entscheidungen noch wichtiger für den Erfolg einer Firma. Voraussetzungen dafür sind aber hinreichende und vor allem aktuelle Informationen, nicht nur über das, was in den eigenen vier Wänden, sondern auch was bei Lieferanten, Auftragsfertigern, deren Lieferanten sowie bei Handelspartnern und Kunden passiert. Fehlen diese, können keine optimalen und zeitnahen Entscheidungen getroffen werden. Oder anders formuliert: Wie kann man eine Supply Chain steuern, wenn man nur eine eingeschränkte Sicht hat? Wie will man eine Nachfrage erfüllen, wenn man sie nicht richtig prognostizieren kann? Und wie steuert man die Produktion, wenn die Versorgungskette größtenteils außerhalb der eigenen vier Wände liegt?

Informationssilos überwinden

Information ist Trumpf. Und im Grunde liegen alle relevanten Daten auch vor. Allerdings – und das ist der wesentliche Punkt – in unterschiedlichen Systemen und bei den verschiedenen Partnern. Diese Informationssilos gilt es zu überwinden. Selbst innerhalb eines Unternehmens hat man es oft mit drei verschiedenen Welten zu tun: Die Vertriebswelt, die Produktionswelt und die Sicht des Einkaufs. Oft spiegeln ERP-Systeme noch heute diese Organisationsstrukturen wider. Und auch wenn sie die Daten zentral verwalten können, liegt der Fokus auf den Informationen innerhalb der vier Wände des Unternehmens. Genau hierfür wurden ERP-Anwendungen auch entwickelt: für die unternehmensinterne Ressourcenplanung. Für netzwerkübergreifende Informationen und Prozesse sind sie jedoch nicht geeignet. Hier bedarf es neuer Lösungen.

Anstatt unvollständige und nicht aktualisierte Informationen in nicht miteinander verknüpften Systemen, empfiehlt sich eine neuartige kollaborative Plattform, idealerweise cloud-basiert, wo alle Daten aktuell und für alle Beteiligten zur Verfügung stehen. Somit können relevante Informationen den jeweiligen Partnern zur Verfügung gestellt werden – in Echtzeit. So eine Plattform bietet aber mehr als eine gemeinsame Datenbank. So können unternehmensübergreifende Prozesse – wie z.B. die Abstimmung über den Absatzplan mit den Landesgesellschaften, Vertriebspartnern und Kunden – durch eine solche Plattform unterstützt werden. Dabei läuft der Informationsfluss bidirektional und ermöglich somit eine zeitnahe Kommunikation zwischen Supply Chain-Partnern, um beispielsweise auf Lieferengpässe bei Komponenten zu reagieren. Dies stellt einen immensen Zeitvorteil gegenüber dem klassischen Planungsansatz dar, bei dem teilweise Tage vergehen, bis die Neuplanungen abgeschlossen und umgesetzt werden.

Planungsgenauigkeit garantieren

Wenn sich die Nachfrage unvorhergesehen entwickelt und der Absatzplan korrigiert werden muss, werden die entsprechenden Partner hierüber informiert und können sofort prüfen, ob sie die neuen Mengen erreichen bzw. welche Alternativen – im gesamten Netzwerk – zur Verfügung stehen. Auf diese Weise werden schnelle Entscheidungen und Lösungen gemeinsam erarbeitet. Denn das Wesentliche ist letztlich die Ausführung. Eine gute Planung ist nach wie vor wichtig, aber eben nur eine Seite der Medaille: Der Erfolg eines Unternehmens wird nicht an der Planungsgenauigkeit gemessen, sondern an der Qualität der Umsetzung.

Aktuelle Technologien – allen voran hochentwickelte und sichere Cloud-Dienste – läuten eine neue Ära im Supply Chain Management ein: Hersteller und ihre Partner können jetzt besser denn je die Vision einer koordinierten und flexibler Supply Chain realisieren.  Mit dem schnellen Informationsfluss zwischen allen Teilnehmern und dank der entsprechenden Collaboration-Tools können Wertschöpfungsketten einfach und schnell gesteuert werden. Somit sind Hersteller in der Lage, die Nachfrage nach ihren Produkten besser und effizienter zu bedienen und können sich damit auf dem Markt erfolgreich behaupten.

* Der Autor Patrick Lemoine ist Vice President EMEA Customer Solutions bei E2open.

Bildquelle: Thinkstock/Creatas

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