Modernes Arbeiten

Die wahre Bedeutung von Business Agility

Bei Business Agility geht es nicht nur um Prozesse und neue Technologien, sondern auch um die Einbeziehung der Mitarbeiter.

BusinessMeeting

Menschen und Interaktionen sind für Business Agility unabdingbar.

Agilität hat sich zu einem der größten Schlagworte des 21. Jahrhunderts entwickelt. Obwohl die Aufmerksamkeit nützlich war, um ihre Bedeutung für Unternehmen hervorzuheben, erwies sich der Hype gleichzeitig als kontraproduktiv. In der Summe ist das Ergebnis, dass jetzt jeder seine eigene Definition davon hat, was das in Bezug auf sein Geschäft bedeutet. Führungskräfte verwenden den Begriff oft nicht korrekt, weshalb viele echte Befürworter von geschäftlicher Agilität vor ihm zurückschrecken. In jüngster Zeit wurde der Begriff „Business Agility“ geprägt, um dieses Begriffswirrwarr zu überwinden. Jenseits des Trends sollten sich Unternehmen jedoch zunächst fragen, warum sie agil sein müssen. Erst wenn ein Unternehmen ein klar definiertes Ziel hat, können Führungskräfte einen Plan aufstellen, um dieses zu erreichen und die Komponenten zu identifizieren, die den Weg dahin erfolgreich machen.

Was bedeutet „Business Agility“ eigentlich?

Agilität ist die Fähigkeit, sich schnell und einfach zu bewegen. Dazu müssen sich Unternehmen optimal für das Lernen ausrichten. Dies sollte sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen innerhalb eines Unternehmens auswirken – von der Denkweise im Unternehmen über Innovation und Produktentwicklung, technische Architektur und Produktfreigaben bis hin zur Unternehmenskultur. In dem sich heute schnell entwickelnden Markt wird das Tempo des Wandels nur noch schneller werden, und diejenigen, die ständig lernen und sich anpassen, sind am besten in der Lage, schnell und flexibel auf sich ändernde Kundenbedürfnisse zu reagieren.

Häufige Fehleinschätzungen

Obwohl viele Unternehmen behaupten, agil zu sein, ist dies nicht immer der Fall. Ein Mangel an Klarheit und Missverständnisse rund um den Begriff können dazu führen, dass Unternehmen mit einer Reihe von Stolpersteinen konfrontiert werden, wenn sie echte Business Agility anstreben. Häufige Fehleinschätzungen sind unter anderem:p />

1. „Mein Unternehmen nutzt neue Technologien – also muss es agil sein.“

Einige Unternehmen glauben, dass sie agil sind, nur weil sie neue Technologien verwenden, um vom Quellcode in die Produktion zu gehen, soll heißen einen kontinuierlichen Software-Auslieferungsprozess zu gewährleisten. Aber wenn sie an der althergebrachten Durchführung von Projekten im Unternehmen festhalten oder ein Produktmanagement-Team haben, das keine Entscheidungen mit dieser Methodik im Hinterkopf fällt, kann eine Organisation nicht im wahrsten Sinne des Wortes agil sein.

2. „Business Agility ist dasselbe wie agile Methoden und Prozesse.“

Viele Unternehmen verwechseln Agilität mit agilen Methoden und Prozessen und verlieren den Blick dafür, warum es ihre Organisation weiterbringt – die Einführung solcher Frameworks und Methoden wird zum Selbstzweck.

Unternehmen planen oft langfristig und wiederholen sich innerhalb des Plans, meist mithilfe von Scrum- oder Kanban-Tools, ohne Zeit einzukalkulieren, um während der Durchführung zu überprüfen, zu bewerten und zu lernen. Ohne zu experimentieren und Zeit auf das Nachdenken zu verwenden, kann eine Organisation nicht behaupten, wirklich agil zu sein. Effektiv und schnell zu sein bedeutet nicht, für den Kunden das Beste herauszuholen.

Viele Unternehmen behalten auch das traditionelle Projektmanagement-Modell bei und versuchen, im Software-Teil des Projekts agil zu sein. Der volle Nutzen wird wahrscheinlich nie vollständig realisiert, da sich das Mindset zu sehr von den Methoden zur Bewältigung der Aufgabe unterscheidet. Es wird zwangsläufig zu einem Konflikt zwischen dem Projektmanager, der versucht, Budget und Meilensteine einzuhalten, und dem Entwicklungsteam kommen, welches versucht, ein oder zwei Sprints im Voraus zu definieren, um Lerneffekte zu maximieren.

3. „Bei Business Agility geht es darum, reaktiv zu sein.“

Einige Unternehmen glauben, dass es bei Agilität darum geht, zu reagieren und zu navigieren, wenn sich der Markt verändert. Aber es geht vielmehr darum, den Markt zu steuern und Projekte an das Live-Feedback anzupassen. Unternehmen können das nicht leisten, wenn sie sich an herkömmliche Großprojekte mit Projektbudgets halten, wobei die Projektpläne und Anforderungen im Voraus definiert werden. Denn traditionelle Projektplanung konzentriert sich eher auf die Bereitstellung nach dem ursprünglichen Plan als in einer ständigen Überprüfung zu berücksichtigen, was der Kunde will oder eben nicht.

Überwindung des Hypes

Um den Hype im Geschäftsbereich zu überwinden und „Business Agility“ wirklich in die Praxis umzusetzen, ist das Lernen der Schlüssel. Unternehmen müssen weiterhin mit Produkten und Dienstleistungen experimentieren, um eine optimierte Kommunikation mit Kunden und Interessensgruppen zu ermöglichen und Feedback zu erhalten. Einfach ausgedrückt: Die Endverbraucher sollen die Produkte ausprobieren; so lässt sich herausfinden, was sie denken. Dies wiederum reduziert die Lieferzeiten und Kosten gegenüber frühen Produktversionen und ermöglicht es den Unternehmen, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.

Damit dieses Konzept wirksam ist, müssen Unternehmen auch darauf achten, die Auswirkungen zu minimieren, wenn Produkte nicht die erwarteten Ergebnisse liefern. Da beispielsweise neue Software nie frei von Fehlern sein dürfte, können durch die Freigabe kleiner Updates für nur wenige Beta-Kunden rechtzeitig die Auswirkungen dieser Fehler reduziert werden, bevor das Produkt auf den Markt kommt.

Aufbau einer agilen Kultur

Vor allem müssen Teams ausgebildet werden, um die agilen Arbeitsweisen klar zu verstehen, und auch die Mitarbeiter müssen in den Prozess zur Schaffung einer solchen Kultur einbezogen werden. Viele große Unternehmen gehen in der Regel nur bis zur Einführung solcher Prozesse und Tools, aber die Unternehmenskultur bleibt die gleiche. Die Herausforderung für große Unternehmen besteht darin, die Denkweise der Mitarbeiter zu ändern, während die traditionelle Arbeitsweise in der Unternehmensarchitektur verankert ist. Wie immer geht es letztlich um die Menschen. Individuen und Interaktionen vor Prozessen und Werkzeugen, so ist es auch bei Snow Software.

Tendenziell wollen die zukunftsweisendsten, brillantesten Menschen in wirklich agilen Umgebungen arbeiten, so dass die Unterstützung von Agilität ein Muss ist, um zukünftige Talente anzuziehen. Unternehmen, die echte Agilität erreichen, werden in einer sich schnell entwickelnden Welt wettbewerbsfähig sein und bleiben.

Bildquelle: Getty Images / iStock

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok