Thinking Forward Forum

Die Zukunft der Planung im Finanzwesen

Am 13. April 2016 lud Thinking Networks, ein Anbieter von Planungs-Software und -beratung aus Aachen, zum „Thinking Forward Forum“ nach Köln.

Notizzettel

Im Rahmen des Thinking-Forward-­Forums diskutierten die Teilnehmer ­vergangenen April in Köln über die ­Zukunft der Planung im Finanzwesen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Zukunft der Planung, sodass die erste direkte Frage ans Auditorium lautete: Was wird die Verantwortlichen im Controlling im Jahr 2020 kaltlassen und was wird sie begeistern? Die Rückmeldungen der Teilnehmer fielen sehr unterschiedlich aus, wobei die meisten der Befragten Excel als kaum noch dominierend im Controlling erachten, während viele Big-Data-Analysen ganz weit oben auf der Prioritätenliste sehen.

Vor dem Hintergrund dieser Zukunftsszenarien beschrieb Karl-Heinz Land, seines Zeichens selbsternannter Digital Darwinist, die generellen Herausforderungen der digitalen Revolution. Dabei kam er unter anderem zu dem Schluss, dass die digitale Transformation kein ausschließliches CIO-Thema als vielmehr ein Thema der Unternehmenskultur sei.

Im Anschluss an seinen Vorredner führte Prof. Dr. Matthias Jarke, Institutsleiter beim Fraunhofer FIT und Lehrstuhlinhaber an der RWTH Aachen, aus, wie das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) künftig die treiberbasierte Unternehmensplanung bereichern kann. Dabei geht es nicht allein darum, soviel Daten wie möglich zu sammeln. Denn gerade bei Analysen rund um das Internet der Dinge geht es um die richtigen, sogenannten Smart Data. Anders als in anderen Bereichen „hilft viel, nicht immer viel“, vielmehr könnten in diesem Umfeld durchaus die Prinzipien der Datensparsamkeit und nicht die der Datensammelwut sinnvoll sein.

Höchst dynamische Preise


Desweiteren wurde in einer gemeinsamen Diskussionsrunde mit Karl-Heinz Land, Matthias Jarke und dem Barc-Geschäftsführer Dr. Carsten Bange die Voraussetzungen für Digitalisierung in Deutschland beleuchtet. Wichtig war allen Beteiligten, dass die bislang noch vielfach existierenden Datensilos in den Unternehmen künftig aufgebrochen werden und in einer nahtlosen Datenintegration münden sollten.

Überdies erhalten die Verantwortlichen im Zuge einer treiberbasierten Planung mehr Agilität und ­Flexibilität im Controlling. Dabei erhält man quasi auf Knopfdruck genau die für die jeweilige Auswertung passenden Daten. Erste Anwendungen dieser Art findet man bereits bei Webshops und deren dynamischer Preisgestaltung, neudeutsch Dynamic Pricing. Dabei errechnen Algorithmen für bestimmte Nutzergruppen einen eigens zugeschnittenen Preis.

Bereits heute schlägt der B2B-Onlineshop eines Stahlgroßhändler automatisiert 40 Prozent auf den ursprünglichen Preis, wenn Bestellungen kurzfristig für den nächsten Tag eingehen. Der Hintergrund: Ohne Stahl steht der Baustellenbetrieb still, sodass die Verantwortlichen gewillt sind, mehr für eine erforderliche Lieferung über Nacht zu bezahlen. Doch nicht nur im Stahlhandel gibt es lukrative Anwendungsszenarien für eine dynamische Preisgestaltung. So soll auch das US-Handelsunternehmen Amazon bereits alle 15 Minuten die Preise seiner Artikel gemäß bestimmter Algorithmen verändern. Berücksichtigt werden dabei aktuelle Entwicklungen hinsichtlich der Nachfrage oder auch der Marktsituation, etwa wenn Mitbewerber die Preise senken.

Neben den großen Themen der Digitalisierung, standen im Rahmen des Forums auch spezielle Belange der modernen Finanzplanungen im Mittelpunkt. So erläuterte beispielsweise Kai Rordorf von Thinking Networks die Vorteile agiler Projektmethoden im Rahmen von Business-Intelligence-Projekten. Insbesondere mit Scrum ließen sich BI-Vorhaben reibungslos realisieren – und dies ohne starres Pflichtenheft. Zwar setzen auch agile Methoden auf Fixkosten und konkrete Terminvorgaben, allerdings bleibt das Ergebnis variabel und damit offen. Zum Endtermin existiert allein ein lieferfähiges, vom Kunden einsetzbares Produkt, dessen Details zu Projektbeginn noch ungewiss sind. Generell können mit der Nutzung von Scrum in den Unternehmen Budgetdiskussionen vermieden und Projektrisiken besser eingeschätzt werden.

Bildquelle: Thinking Networks

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